Bettina Röhl direkt: Merkel hat die Wahl in Hannover verloren

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kolumneBettina Röhl direkt: Merkel hat die Wahl in Hannover verloren

Kolumne von Bettina Röhl

 Die Niedersachsenwahl zeigt, dass die CDU in weit stärkerem Maß unter Angela Merkels Politik leidet, als beispielsweise die SPD unter den Patzern Peer Steinbrücks.

Die CDU wird klassisch als Kanzlerwahlverein bezeichnet, im Gegensatz zu den Programmparteien, der SPD und den Grünen. Diese Bezeichnung als Wahlverein hat den Nagel noch nie so sehr auf den Kopf getroffen wie heute. Das hat die Niedersachsenwahl vom vergangenen Sonntag brutalstmöglich deutlich gemacht. Die Berliner CDU-Strategen haben die Wahl in Hannover in den Sand gesetzt. Sie haben in ihrer Fixiertheit auf die Person Merkel und in ihrem Unterordnungswillen unter die von ihnen für ewig gehaltene Kanzlerin das Denken und das Handeln eingestellt.

Dass die Wahl in Hannover für Schwarz-Gelb verloren gehen würde, stand in den letzten Monaten, entgegen dem in vielen Medien erzeugten Eindruck, dass alles offen wäre, fest. Und ein ganz mildes Schicksal hat dem bürgerlichen Lager in Hannover am Ende noch eine unerwartet knappe Niederlage regelrecht "geschenkt". Der Noch-Ministerpräsident David McAllister, CDU, hatte als Person bekanntlich gute Werte, aber seine Partei ließ ihn im Stich. Es war nicht die SPD, die unter einem Steinbrück-Malus litt, das nebenbei auch, sondern es war die CDU, die in weit stärkerem Maße unter Merkel leidet, was es jetzt schnellstmöglich zu erkennen gilt.

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60.000 konservative Protestwähler gegen Merkel

60.000 CDU-Wähler, die sich in Niedersachen diesmal entschlossen haben ihre Partei, die CDU, nicht zu wählen und stattdessen lieber rot-grüne Politik, die die unumkehrbare Weichen stellen wird, zu akzeptieren, sind in Wahrheit 60.000 konservative Protestwähler gegen Merkel.

Klar ist, dass der Casus Christian Wulff und dessen Bundespräsidentendesaster vor einem Jahr die Niedersachsen-CDU, die Wulff einst hervorgebracht hatte, nachhaltig beschädigt hat. Daran konnte sein Schwiegermutter-basierter Freispruch vom Vorwurf sich einen Sylter-Hotelaufenthalt von einem Filmunternehmer bezahlt haben zu lassen nichts mehr ändern. Hätte Merkel den von den Medien abwegiger Weise jahrelang als Kanzlerkonkurrenten gehandelten Wulff nicht zum Bundespräsidenten gemacht, wäre dieser Kelch womöglich noch einmal an der CDU vorbei gegangen. 

Jetzt aber ist deutlich geworden, dass Merkel mit ihrer Assimilierungspolitik, ihrem Faksimile-Credo an ihre Grenzen gestoßen ist. Und dies in doppeltem Sinn: zum einen sind diejenigen Wähler, die rot-grüne Politik wollen, im Wesentlichen gewillt, diese Politik auch bei ihren Lieblingsparteien "einkaufen" zu wollen. Ein echter grüner Wähler will eben die Energiewende nicht von Merkel, sondern von den Grünen gemacht kriegen. Und ein echter Sozialdemokrat will die soziale Gerechtigkeit, wie er sie versteht, von seiner SPD gemacht bekommen.

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