Bettina Röhl direkt: Peer Steinbrück zwischen rotem Filz und schwarzer Brautwerbung

kolumneBettina Röhl direkt: Peer Steinbrück zwischen rotem Filz und schwarzer Brautwerbung

Bild vergrößern

Das System Rau hat NRW stark geprägt. Mit den Folgen hat Steinbrück nun zu kämpfen

Kolumne von Bettina Röhl

Sodom und Gomorrha bei den Stadtwerken Bochum reißen den SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück mit in den Strudel.

Frei nach Zarah Leander könnte man singen: Warum soll ein Sozi kein Verhältnis haben, kein Verhältnis haben, kein Verhältnis haben, mit dem Kapital? Wer den Kanzlerkandidaten der SPD in spe, Peer Steinbrück, einer kritischen Betrachtung unterzieht, wie es derzeit in den Medien und der Politik allerorten passiert, stößt neben Affären um Steinbrücks Nebentätigkeiten (Bochumer Stadtwerke) und neuerdings seiner Rolle als ehemaliger Kontrolleur (als Finanzminister oder Ministerpräsident der NRW-Landesregierung) der WestLB, auf das System Johannes Rau.

Das System Johannes Rau war ein umfassendes Gesellschafts-Geflecht mit Schwerpunkten auf den öffentlich-rechtlichen, aber auch auf privaten Medien und all dem, was in Wirtschaft, Justiz und Kultur und sonst von den Genossen erreichbar war. Steinbrück ist, um den historischen Kontext zu benennen, wie viele andere SPD-Genossen eben auch ein Produkt des Systems Johannes Rau, so wird man es wohl sagen dürfen.

Anzeige

Und zum System Johannes Rau, der zwanzig Jahre lang Ministerpräsident des Landes Nordrheinwestfalen war und dort drei Jahrzehnte maßgeblich wirkte und der es als Großschwiegersohn des früheren Bundespräsidenten Gustav Heinemann (erst CDU, später SPD) später selber zum Bundespräsidenten brachte, gehörte auch die öffentlich-rechtliche Bank namens Westdeutsche Landesbank (WestLB), die vom Genossen-und Rau-Intimus Friedel Neuber bis zu ihrem Absturz kurzfristig zur angeblich viertwichtigsten deutschen Großbank mit globalen Ambitionen "geführt" wurde. Von 1981 bis 2001 war Neuber Vorsitzender des Vorstands der WestLB und die wohl wichtigste Geldeminenz (genannt der "rote Pate" oder einfach die "Macht am Rhein") der SPD in der Geschichte der Bundesrepublik.

Das System Johannes Rau, der "rote Pate" und die WestLB

Zu den Kunden der WestLB gehörten seiner Zeit viele ebenfalls von Genossen geführte kommunale Institutionen und Einrichtungen (zum Beispiel auch Stadtwerke). Die WestLB war also nie eine Großbank, die im selben Wasser wie ihre Konkurrenten schwimmen musste, sondern sie hatte einige - so könnte  man es vielleicht nennen - systembedingte Wettbewerbsvorteile.

Die WestLB war vielleicht bei realistischer Betrachtungsweise auch eine Bank, die nach der Devise lebte, eine Genossenhand wäscht die andere Genossenhand. Bankmanager Friedel Neuber ist vom einfachen sozialdemokratischen Genossen und gelerntem Industriekaufmann zum gefeierten Big Banker aufgestiegen und dann gemeinsam mit seiner WestLB  auch persönlich ganz tief abgestürzt, viele Unregelmäßigkeiten inklusive. Und noch mehr Unregelmäßigkeiten um die Landesbank, um Neuber und vieler anderer Genossen wurden nach dem Eisbergprinzip vertuscht. So darf man es wohl sehen.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%