Bewertung: Methode des Ländervergleichs

Bewertung: Methode des Ländervergleichs

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Karl Lichtblau

Welche Daten in das Bundesländer-Ranking einfließen – und wie sie bewertet werden.

Vorhang auf zur sechsten Runde: Das von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft vielbeachtete Bundesländer-Ranking von WirtschaftsWoche, Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und IW Consult GmbH ist der umfangreichste föderale Leistungsvergleich in Deutschland. Seit 2003 misst das Ranking die ökonomische Performance und die Zukunftsperspektiven der 16 Bundesländer anhand von zwei Ranglisten:

Das Niveauranking vergleicht die bislang erreichte Wirtschafts- und Leistungskraft der Länder, also zum Beispiel die aktuelle Arbeitslosigkeit oder den Schuldenstand. Insgesamt fließen in diese Wertung 53 verschiedene Indikatoren ein. Das Dynamikranking hingegen orientiert sich ausschließlich an den Veränderungsraten der Indikatoren – also zum Beispiel an der Zu- oder Abnahme der Arbeitslosenquote in den vergangenen Jahren. Diese methodische Zweiteilung eröffnet eine doppelte Chance: Auch Länder mit schwächerer Ausgangsposition können punkten – wenn sich durch kluge Politik die Performance ihres Landes verbessert. Die Dynamikwertung umfasst 45 Indikatoren.

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Grundlage der Studie sind die jeweils aktuellsten verfügbaren Daten, in der Regel Werte des Jahres 2007 (beziehungsweise im Dynamikvergleich die Veränderung von 2007 gegenüber 2004). Um die Übersichtlichkeit zu erhöhen, werden die Einzelergebnisse zu vier unterschiedlich gewichteten Hauptbereichen zusammengefasst – Wirtschafts- und Sozialstruktur (Gewichtung: 30 Prozent), Arbeitsmarkt (25 Prozent), Wohlstand (25 Prozent) sowie Standortqualität (20 Prozent). Grundlage der Wertung ist ein Punktesystem, das auch die relativen Unterschiede der Länder bei den jeweiligen Indikatoren berücksichtigt. Das bedeutet: Wer in einigen Kategorien mit geringem Abstand an der Spitze liegt, in anderen Feldern jedoch mit großem Abstand am Ende, findet sich insgesamt eher im hinteren Bereich wieder – und umgekehrt.

Zu den Indikatoren zählen unter anderem: Struktur: Demografische Entwicklung, staatliches Ausgabenverhalten (Schulden, Investitionen, Personalausgaben), Zahl der Transferempfänger, Kriminalität, Gründungsintensität, Insolvenzen, Zahl börsennotierter Unternehmen, Exportquote, Beschäftigte in schnell wachsenden und wissensintensiven Branchen.

Arbeitsmarkt: Erwerbstätigen- und Arbeitslosenzahl, Arbeitsplatzversorgung.

Wohlstand: Wachstum, verfügbares Einkommen, Steuerkraft, Produktivität.

Standort: Arbeitskosten, Anteil der hoch Qualifizierten, Patente, Ausgaben für Bildung und Wissenschaft, Schüler-Lehrer-Relation, Bürokratie, Mieten, Baulandpreise, aber auch weiche Faktoren wie Kitaplätze, Erholungsflächen, Gästeübernachtungen oder Ärztedichte. Bei der Methodik gibt es im Vergleich zum Vorjahr einige Änderungen. So liegt der Dynamikwertung von nun an ein Zeitraum von drei (anstatt zwei) Jahren zugrunde. „Auf diese Weise lassen sich langfristige Trends besser abbilden und rein konjunkturelle Ausschläge in Schach halten“, sagt Karl Lichtblau, wissenschaftlicher Leiter der Studie. Dank methodischer Verfeinerungen lassen sich im Niveauranking zudem erstmals Stadtstaaten und Flächenstaaten vergleichen.

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