Bildungspolitik: Deutschland versagt im Bildungsvergleich

Bildungspolitik: Deutschland versagt im Bildungsvergleich

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Hörsaal der Humbolt-Universität Berlin

Deutschland kann im internationalen Vergleich mit seiner Bildungspolitik nicht mithalten. Das zeigt eine neue Studie der OECD. Die Bundesrepublik landet in einer OECD-Studie bei der Zahl der Studienabschlüsse auf einem der letzten Ränge und investiert immer noch viel zu wenig in die Bildung.

Es ist ein vernichtendes Ergebnis für die deutsche Bildungspolitik: Im internationalen Ländervergleich hinkt Deutschland noch immer hinterher und zwar deutlich: Nach der Quote von Studienabsolventen liegen nur noch Spanien, Slowenien, Mexiko und der Türkei schlechter. Alle anderen Länder schneiden in der jüngsten Bildungsstudie der OECD besser ab. In 26 Ländern der OECD machen somit mehr Menschen einen akademischen Abschluss als in Deutschland.

Während in den meisten Ländern in der jüngeren Generation (25- bis 34-Jährigen) deutlich mehr Menschen einen höheren Bildungsabschluss haben als die Generation der 55- bis 64- Jährigen, bleiben die Werte für Deutschland nahezu auf gleichem Niveau. Damit ist Deutschland im Ranking von zahlreichen Ländern überholt worden und liegt beim "Abschluss im Tertiärbereich" gerade einmal auf Platz 27.

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Die Studie führt zwar auf, dass Deutschland von 1995 bis 2008 besonders deutliche Verbesserungen bei den öffentlichen Ausgaben zugunsten der Bildung durchführte, aber das reicht noch immer nicht. Während die Bundesrepublik etwas mehr als zehn Prozent der öffentlichen Gesamtausgaben für Bildung zahlt, und damit nur auf dem 28. Platz landet, liegt der OECD-Durchschnitt bei 12,9 Prozent. Länder wie beispielsweise Korea, Neuseeland China oder Norwegen investieren indes mehr als 15 Prozent der Gesamtausgaben in ihre Bildungssysteme. Mexiko, als Spitzenreiter, sogar mehr als zwanzig Prozent. Betrachtet man die Ausgaben im Vergleich zum BIP zeigen sich ähnliche Werte: Während Deutschland 2008 4,8 Prozent des BIP für Bildung ausgab, liegt der OECD-Schnitt bei 5,9 Prozent.

Frauenanteil in Naturwissensenschaften steigt

Ein kleiner Lichtblick: Der Frauenanteil in den naturwissenschaftlichen Bereichen ist in Deutschland um mehr als zehn Prozentpunkte zwischen 2000 und 2009 angestiegen. Dafür lobt die OECD-Studie die Republik. Trotzdem ist dies lediglich eine Annäherung an den Durchschnittswert.

"Wir sind noch nicht am Ziel, wir wissen aber auch, wir sind auf dem richtigen Weg", kommentierte Bildungsstaatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen die Ergebnisse der Studie. Schließlich müsste man zumindest auch sehen, dass es in Deutschland heute schon so viele Studenten wie noch nie gebe. Um Anschluss an Länder wie Norwegen, Dänemark, aber auch Neuseeland, Irland oder Spanien zu bekommen, bedarf es noch zahlreicher Investitionen. Das hält auch die OECD-Studie fest.

Die Opposition äußerte sich äußerst kritisch: Der Bericht der OECD enthülle Bildungsministerin Annette Schavans "'Bildungsrepublik' als Schönfärberei und Wunschdenken", sagte der Jugend- und Hochschulpolitische Sprecher der Grünen Kai Gehring. Hannelore Kraft, stellvertretende SPD-Vorsitzende, forderte 20 Milliarden Euro vom Bund, um die Bildungssysteme verbessern zu können.

Die Studie der OECD wird jährlich vom OECD-Direktorat für Bildung unter dem Namen "Bildung auf einen Blick" erstellt. Sie wertet die Bildungsdaten aus 34 OECD-Ländern und den zwei Nicht-OECD-Ländern Brasilien und Estland aus. Ziel der Studie ist es, "die Regierungen in ihren Bemühungen um Reformen in der Bildungspolitik zu unterstützen", so die OECD.

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