Biosprit: E10 auf dem Vormarsch

Biosprit: E10 auf dem Vormarsch

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ARCHIV - Blick auf einen Zapfhahn mit dem Bio-Kraftstoff E10 an einer Tankstelle in Nürnberg (Mittelfranken) (Archivfoto vom 01.03.2011). Nach Aral führt nun auch Shell den umstrittenen Bio-Kraftstoff E10 flächendeckend in ganz Deutschland ein. Innerhalb der nächsten Tage werde Shell den Super-Kraftstoff mit zehn Prozent Ethanol auch an jenen Stationen im Westen und Norden Deutschlands verkaufen, die E10 bislang nicht im Angebot hatten, sagte der Chef des Shell-Tankstellengeschäfts am Montag (17.10.2011) in Hamburg. Foto: Daniel Karmann dpa/lby (c) dpa - Bildfunk

Nach Aral führt nun auch Shell den umstrittenen Umweltsprit E10 deutschlandweit ein. Der ADAC zerstreut die Bedenken der Autofahrer und unterstützt die Einführung des Kraftstoffs mit zehn Prozent Ethanol.

Die Autofahrer zögern beim Bio-Kraftstoff E10, die Tankstellenkonzerne auch: Nun greift nach Aral jedoch auch Shell durch und führt den umstrittenen Kraftstoff flächendeckend ein. Schon in wenigen Tagen soll an allen 2.200 Stationen E10 zu kaufen sein. „Damit haben wir dann wieder ein einheitliches Angebot im deutschen Netz“, sagte Shell-Tankstellenchef Jörg Wienke. 

Ein Dreivierteljahr nach der missglückten Einführung des mit zehn Prozent Ethanol verdünnten Sprits klärt sich damit allmählich, welches Angebot die Autofahrer in Deutschland an den Tankstellen vorfinden. Zunächst hatten die Konzerne versucht, Superbenzin mit 95 Oktan aus dem Markt zu nehmen und durch E10 zu ersetzen. Das war am mangelnden Zuspruch der Autofahrer gescheitert. Shell werde trotz der flächendeckenden E10-Einführung weiterhin den Superkraftstoff E5 mit 95 Oktan anbieten, Super plus mit 98 Oktan wird wiederum komplett aus dem Angebot genommen.

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Freie Tankstellen zögern noch

Während Aral und Shell Tatsachen schaffen, arbeiten die freien Tankstellen noch einer flächendeckenden Einführung. Bei Esso lässt man sich etwas mehr Zeit und will das Angebot grundsätzlich durchdenken und „nachfrage- und bedarfsgerecht“ am Kunden ausrichten. Dem Druck der Politik zur Einführung von Bio-Kraftstoffen kann sich jedoch keine der Firmen entziehen. „Eigentlich müsste jeder verkaufte Liter Benzin E10 sein, um die Vorgaben zu erfüllen“, sagte eine Konzernsprecherin.

Davon ist die Branche allerdings weit entfernt; höchstens jeder dritte Autofahrer, der es könnte, tankt E10. In diesem Jahr werden die Tankstellenkonzerne aufgrund von Sonderbedingungen ihre Bioquoten noch erfüllen, aber das sieht im nächsten Jahr vielleicht anders aus. Der ADAC fordert, dass die Mineralölfirmen jetzt mit einer Informationskampagne demE10-Absatz mehr Schub verleihen.

Der Automobilclub steht hinter E10, da sich die Bedenken vieler Autofahrer gegen den neuen Sprit nach bisherigen Erkenntnissen als unbegründet erwiesen haben – soweit es um dieFolgen für den Motor geht. Dem ADAC liegt kein einziger Fall vor, in dem ein für E10 freigegebenes Auto einen Schaden erlitten hätte. „Biokraftstoffe sind eine wichtige Option, den Kraftstoffmix zu diversifizieren und Treibhausgase zu reduzieren, wenn sie nachhaltig hergestellt werden und technisch verträglich sind“, sagt ADAC-Präsident Peter Meyer.

E10 ist der günstigste Kraftstoff

E10 ist derzeit das günstigste Benzin auf dem deutschen Markt – auch wenn Preise generell steigen. Grund ist die hohe Nachfrage nach Heizöl, die auch die Kraftstoffpreise an den Tankstellen antreibt. Der Preis für E10 stieg um 6,5 Cent auf 1,55 Euro, der Ölpreis habe einen ähnlichen Sprung gemacht: Ein Fass der Sorte Brent habe sich um 10 Prozent auf 112 Dollar verteuert.  

Der Preisabstand zwischen Super 95 mit fünf Prozent Ethanol und dem günstigeren E10 beträgt drei Cent, was der ADAC akzeptabel findet. In Wirklichkeit ist der Preisunterschied allerdings noch geringer, und damit auch das Ersparnis: E10 erhält mit seinem höheren Ethanol-Gehalt nämlich weniger Energie, wodurch die Autos mehr verbrauchen.

Der nächstteure Kraftstoff ist Super plus mit 98 Oktan, das aber nicht mehr überall zu bekommen sein wird. Während Shell es komplett aus seinem Angebot streicht, wird es bei Aral an weniger als der Hälfte der Stationen zu finden sein. Es ist sieben Cent teurer als E10. Darüber folgen dann die Edel-Sorten mit 100 Oktan und mehr, die zwischen 9 und 19 Cent je Liter teurer sind als E10.

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