Blockupy-Bewegung: Tausende demonstrieren in Frankfurt gegen Sparpolitik

Blockupy-Bewegung: Tausende demonstrieren in Frankfurt gegen Sparpolitik

Tausende Anhänger der Blockupy-Bewegung haben auch am Samstag in Frankfurt gegen Auswüchse des Kapitalismus demonstriert. Rund 7000 Menschen zogen zum Sitz der Europäischen Zentralbank (EZB) in der Innenstadt.

Die Polizei brachte den Marsch gegen Mittag zum Stillstand. Nach ihren Angaben haben sich 200 bis 400 Demonstranten vermummt und sind möglicherweise gewaltbereit. Einem Reuters-Reporter zufolge setzte die Polizei Pfefferspray ein. Dabei gab es Verletzte, die sich in ärztliche Behandlung begeben haben. Blockupy zufolge setzte die Polizei auch Schlagstöcke ein. Vereinzelt sei von Demonstranten Pyrotechnik abgefeuert worden, sagte ein Polizei-Sprecher.
Mit Schildern wie "Make Love not Money" oder "Troika, IWF - raus aus Griechenland" protestierten die Blockupy-Aktivisten unter anderem gegen die Sparpolitik der europäischen Regierungen, gegen Lebensmittel-Spekulationen der Banken und gegen Mieterhöhungen. "Das ist eine gute Gelegenheit", sagte die arbeitslose Griechin Antonia Proka, die derzeit in den Niederlanden lebt. Jugendarbeitslosigkeit sei im Moment ein wichtiges Thema.

Bereits am Freitag hatten Tausende Blockupy-Anhänger Teile der Frankfurter Innenstadt lahmgelegt. Kapitalismuskritiker hatten bei strömendem Regen die Zugänge zur EZB blockiert. Hunderte Beamte mit Schutzschilden und Helmen hatten das Gebäude abgeriegelt. "Mit der Blockade machen wir den europaweiten Widerstand gegen die verheerende Verarmungspolitik sichtbar", hatte ein Blockupy-Sprecher gesagt.
Einige Aktivisten campieren schon seit Tagen am Stadtrand. Im vergangenen Jahr waren bei besserem Wetter bis zu 5000 Blockupy-Anhänger für ähnliche Blockadeaktionen nach Frankfurt gekommen, woraufhin die Polizei die Innenstadt komplett abgeriegelt hatte. In diesem Jahr wurden nur einzelne Gebäude abgesperrt.

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"Occupy"-Bewegung Demonstranten ohne Argumente

Die Bankenkritiker machen Stimmung – ohne konkret zu werden. Dennoch stoßen sie auf politisches Verständnis.

Demonstranten vor der EZB in Frankfurt Quelle: dapd

Die mehrtägigen Proteste in Frankfurt richten sich den Organisatoren zufolge gegen das „Spardiktat der EU“, gegen Sozialabbau, Spekulationen mit Nahrungsmittel, Ausbeutung in Textilfabriken und die Abschiebepraxis am Flughafen. Die Organisatoren sahen den Aktionstag als Erfolg: „Wir haben beweisen: Wir können den Alltag dieses kapitalistischen Systems stören“, sagte eine Sprecherin am Nachmittag.

Aufgerufen zu den Blockupy-Tagen haben unter anderem das Bündnis Interventionistische Linke, Attac, gewerkschaftliche Jugendorganisationen, die Linkspartei, das kommunistische „Ums Ganze“-Bündnis sowie Aktivisten von „Occupy“, die im Herbst 2011 vor der EZB ihre Zelte aufgeschlagen hatten.

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