Blockupy : Frankfurts Banker gehen vor Protestlern in Deckung

Blockupy : Frankfurts Banker gehen vor Protestlern in Deckung

von Mark Fehr

Wieder startet die Blockupy-Organisation ihre Anti-Banken-Proteste in der Mainmetropole. Die Flucht- und Schutzstrategien der Finanzbranche fallen trotzig bis skurril aus.

Waschechte Frankfurter aber auch die zahlreichen Einpendler verniedlichen ihren Wohn- und Arbeitsort gern als „Dorf mit Skyline“ oder „Finanzkaff“. Doch in diesen Tagen bereitet sich die angeblich so beschauliche Minimetropole der Banker und Börsianer auf einen Ausnahmezustand vor. Denn seit Mittwoch marschieren Antikapitalisten und Bankengegner aus ganz Deutschland in Sichtweite der Wolkenkratzer auf. Als Basislager dient das Gelände zwischen Messe und Bahnhofsviertel. Bei den sonst so nervenstarken Bankern kommt da ein mulmiges Gefühl auf.

Darauf angesprochen, reagieren die Finanzprofis reflexartig mit dem für die Branche typischen Galgenhumor – denn wer mit Millionen jongliert, darf auch vor ein paar Demonstranten keine Angst haben. „Wir legen den Casual Friday diese Woche streng aus“, gibt der Abteilungsleiter für Public Finance einer großen Bank augenzwinkernd zu Protokoll. Soll heißen: Wer im Büro erscheint, darf ausnahmsweise lässige und bequeme Kleidung tragen, um sich auf dem Weg zur Arbeit nicht mit berufstypischer Banker-Kluft zur Zielscheibe der Proteste zu machen.

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Das Frankfurter Bankenviertel ist das Herz des deutschen Finanzsektors und daher aus Sicht der Protestierenden der ideale Ort für Demonstrationen. Blockupy hat neben der EZB auch die Deutsche Bank sowie die Konsumtempel auf der Shoppingmeile Zeil als Symbole für Proteste und Blockaden auserkoren. In die Terminals des Frankfurter Flughafens wollen die Aktivisten ebenfalls einsickern, um gegen die Abschiebung von Asylsuchenden und Flüchtlingen zu protestieren.

Am Freitag wollen tausende Demonstranten die Europäische Zentralbank am Willy-Brandt-Platz blockieren und für Samstag ist eine Großdemonstration mit Protestzügen durch Frankfurt geplant. Ziel des Blockupy-Bündnisses ist es, „den üblichen Geschäftsablauf der EZB sowie anderer Akteure des Krisenregimes öffentlich sichtbar zu stören“. Banken und Banker wappnen sich derweil mit unterschiedlichen Strategien, um den Bankenarbeitstag am Freitag möglichst reibungslos zu überstehen.

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