Blockupy-Proteste: Frankfurts Banker tarnen sich mit Kapuzenpullis

Blockupy-Proteste: Frankfurts Banker tarnen sich mit Kapuzenpullis

von Hauke Reimer

Frankfurt ist im Ausnahmezustand, die Straßen sind ungewöhnlich leer, in den Vorortzügen aus dem Taunus finden sich deutlich weniger Anzugträger als sonst.

Nicht die Griechenland-Krise oder der schon wieder fallende Dax machen den Bankern diesmal Sorge. Nein, heute sollen die Blockupy-Proteste von Globalisierungs- und Bankengegnern beginnen, mit einer Kundgebung und einem Techno-Zug („ Rave against Troica“) durch die Frankfurter Innenstadt.

Die Veranstalter (unter anderem die Linkspartei und das globalisierungskritische Netzwerk Attac) rechnen über das lange Himmelfahrtswochenende mit bis zu 30.000 Demonstranten. Unter ihnen könnten viele 1.-Mai-erfahrene Gewalttäter aus Berlin und Hamburg sein, warnt Frankfurts Polizeipräsident. Die Europäische Zentralbank und die Deutsche Bank wurden abgeriegelt, das Zeltlager der Occupy-Demonstranten vor der EZB wird nach einem Gerichtsbeschluss geräumt.

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Auf Facebook posteten die Demonstranten am Mittwoch gegen 10 Uhr: „Das Camp ist umstellt mit Polizei! Die Räumung wird durchgesetzt! Kommt bitte her und solidarisiert euch! Aber Achtung: Repression findet statt, der Hauptbahnhof ist abgeriegelt, es wurden schon Menschen fest genommen! Es finden Taschenkontrollen statt!“

Banker im Kapuzenpulli

Durch das Bankenviertel schwirren Gerüchte. Die Deutsche Bank soll angeblich von einem Not-Handelsraum aus Aktien und Derivate handeln. Banken, Unternehmensberatungen und Großanwaltskanzleien haben ihre Leute aufgefordert , nicht im Anzug ins Büro zu kommen. Martin Scholich etwa, Vorstandsmitglied beim Wirtschaftsprüfer PwC, hat Mitarbeitern gemailt, sie mögen sich „casual“ kleiden, um Ärger zu vermeiden.

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„Machen sie an diesen Tagen von unseren Flex-Work-Angeboten gebrauch“ – sprich, die Mitarbeiter sollen zuhause arbeiten oder Überstunden abbauen. Einer, der wohl besonders viel Angst hatten, von Demonstranten eins auf die Mütze zu bekommen, übertreiben es dann mit der Casual-Kleidung, kommt in zerrissenen Jeans und mit Kapuzenpulli. Der Mann sollte aufpassen, dass ihn die Polizei nicht für einen Demonstranten hält.

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