Bürgerschaftswahl: Der grüne Höhenflug geht weiter

Bürgerschaftswahl: Der grüne Höhenflug geht weiter

Für die Grünen läuft es gut in Deutschland. Die Hochrechnungen in Bremen laufen noch, bisher sind erst knapp 70 der 500 Wahlbezirke ausgezählt. Am rot-grünen Triumph ändert sich aber nichts mehr. Die CDU kassierte das schlechteste Wahlergebnis seit Jahren, die FDP fliegt aus dem Parlament.

In Bremen bleibt alles beim Alten, trotzdem kamen SPD und Grüne gestern gar nicht aus dem Feiern heraus: Rot-Grün regiert weiter, CDU und FDP kassierten eine böse Wahlschlappe. Nach den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ist die Bremer Wahl der nächste große Triumph für die Grünen. Zwar laufen die Hochrechnungen noch, doch weder SPD-Bürgermeister Jens Böhrnsen noch Grünen-Spitzenkandidatin Karoline Linnert müssen um ihre Trümpfe bangen. Die letzten Hochrechnungen von heute Nacht sehen die SPD bei 38,6 Prozent, die Grünen erhielten 22,5 Prozent, die CDU 20,1 und die FDP 2,4 Prozent. Die Linke schafft mit vorläufig 5,9 Prozent den Wiedereinzug ins Parlament. Was die Sitzverteilung anbelangt, kommen SPD und Grüne zusammen auf die prognostizierten 57 Sitze, die CDU erhält 20 und die Linke fünf Sitze. Die Vereinigung "Bürger in Wut“ (BIW) bekommt einen Sitz. Damit ist die Opposition erschreckend klein.

Grünen blieben SPD treu und blicken nächster Wahl entgegen

Schon vor der Wahl waren sich Grüne und SPD einig, dass sie zusammen weiter regieren wollen, jedoch wäre am Sonntagabend zeitweise auch eine schwarz-grüne Koalition denkbar – oder zumindest rechnerisch möglich – gewesen. Auch Umfragen deuteten darauf hin, dass die Grünen nach der CDU zweitstärkste Kraft im kleinsten Bundesland werden könnten. Das hätte nach Winfried Kretschmann zum zweiten grünen Ministerpräsident Deutschlands führen können. Spitzenkandidatin Linnert hatte sich jedoch schon im Wahlkampf den Genossen verpflichtet. Jetzt wünscht sich der grüne Juniorpartner von der SPD eine Koalition auf Augenhöhe, Linnert erhofft sich mehr Verantwortung für ihre Partei. Noch bei der letzten Bürgerschaftswahl an der Weser im Jahr 2007 holten die Grünen 16,5 Prozent. Seit dem legen sie in Ländern und im Bund stetig zu, bei der Wahl in Bremen waren es insgesamt sechs Prozentpunkte Wachstum. Am 18. September geht es für die Grünen dann in die nächste Runde, wenn Spitzenkandidatin Renate Künast in Berlin zur Wahl antritt.

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Die Parteichefs beraten heute über den Wahlausgang. Wie das neue rot-grüne Regierungsteam aussehen soll, will Regierungschef Böhrnsen erst später festlegen, bei den heutigen sowie den noch kommenden Gesprächen soll es um die Inhalte der alt-neuen Koalition gehen.

Katastrophale Wahlbeteiligung

Die CDU, die sich das Ziel gesetzt hatte, ein über Jahre hinweg SPD-regiertes Land für sich zu gewinnen, muss sich nun wieder in die Oppositionsrolle fügen. Sie kassierte eines der schlechtesten Ergebnisse seit Jahrzehnten. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe nannte den Wahlausgang eine herbe Enttäuschung und Spitzenkandidatin Rita Mohr-Lüllmann bedauert, dass es in Bremen keine Wechselstimmung gebe.

Ein noch größeres Debakel ist jedoch die Wahlbeteiligung: Obwohl zum ersten Mal in Deutschland auch 16- und 17-jährige zur Urne durften, lag die Beteiligung bei knapp 54 Prozent. Die unter 18-jährigen machen in Bremen rund 10.000 der insgesamt fast 500.000 Wähler aus. 54 Prozent, das ist die niedrigste Quote in der Geschichte des Landes. Bei der letzten Landtagswahl gaben immerhin noch 57,5 Prozent der über 18-jährigen ihre Stimme ab.

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