Bürgerschaftswahl: Warum Hamburg nicht als Vorlage taugt

KommentarBürgerschaftswahl: Warum Hamburg nicht als Vorlage taugt

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Cornelia-Schmergal

von Cornelia Schmergal

Heute beginnt eine Kette von sieben Landtagswahlen. Dabei hat die Stimmung in der Hansestadt mit dem Rest der Nation nur wenig zu tun. Ein Kommentar von WirtschaftsWoche-Reporterin Cornelia Schmergal.

Hamburg wählt. Und glaubt man den Meinungsumfragen der vergangenen Wochen, könnte dieser Wahlsonntag fast langweilig werden. Kaum je lag ein Herausforderer in Umfragen so weit vorn wie Olaf Scholz. Alles andere als ein Wahlerfolg des SPD-Kandidaten wäre Riesenüberraschung. An der Elbe stellen sich die Kaufleute seit Wochen auf einen Ersten Bürgermeister von der SPD ein. Mental haben selbst die Unions-Politiker längst ihren Abschied von einem CDU-geführten Senat genommen. Überraschungen sind nicht vorgesehen.

Dennoch fiebern sämtliche Bundespolitiker den ersten Hochrechnungen dieses Sonntags entgegen. Sieben Landtagswahlen stehen in diesem Jahr an, Hamburg ist  der Auftakt. Dass von der Wahl in der Hansestadt ein Zeichen für das Superwahljahr ausgehen könnte, hofft vor allem die SPD.  Für sie geht es heute um die komfortable Frage, ob es in Hamburg gar für eine absolute Mehrheit reicht oder ob ein Bündnis mit den Grünen wahrscheinlicher ist, ob es also ein riesen- oder nur ein mittelgroßer Wahlerfolg wird. Die CDU darf nur hoffen, den ganz großen Absturz zu vermeiden. Und die spannendste Frage wird sein, ob es die Liberalen schaffen, in der Kaufmannstadt Hamburg in die Bürgerschaft einzuziehen und die eigene Bedeutungslosigkeit in der Hansestadt zu beenden.

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Kein Richtungsentscheid

Hamburg gilt allgemein als Stimmungstest für 2011. Dabei lässt sich die Stimmung in der Hansestadt kaum auf die ganze Nation übertragen. Hamburg hat mit dem Rest der Republik nur wenig zu tun. Das beste Beispiel dafür ist die SPD. Ein Kandidat wie Olaf Scholz, dem es vor der ganz großen Wahlkampfbühne graut und der lieber mit feiner Ironie spielt, kann nur in Hamburg reüssieren. An der Elbe setzt der Spitzenkandidat auf einen reinen Wirtschaftswahlkampf, umgarnt Kaufleute und Mittelständler. Auf Bundesebene allerdings verabschiedet sich die Sozialdemokratie von einem Kurs der ökonomischen Vernunft und fordert höhere Spitzensteuersätze bei der Einkommensteuer und einen neuen Verteilungsauftrag des Staates.

Nur dem Kalender nach ist Hamburg der Auftakt zum Superwahljahr. Das Zeug zum Richtungsentscheid für 2011 hat der heutige Sonntag nicht.

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