Bürgerversicherung: Barmenia warnt ihre Versicherten vor Rot-Grün

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Bürgerversicherung: Barmenia warnt ihre Versicherten vor Rot-Grün

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Versicherte der Barmenia wurden schriftlich davor gewarnt, ihr Kreuzchen bei SPD oder Grünen zu setzen.

Dass den privaten Versicherern die geplante Bürgerversicherung von Rot Grün nicht schmeckt, ist bekannt. Jetzt hat die Barmenia ihre Versicherten schriftlich davor gewarnt, SPD oder Grüne zu wählen.

Private Versicherer rühren die Werbetrommel für die schwarz-gelbe Regierung. Käme Rot-Grün an die Macht, müssten sie nämlich um ihre Existenz bangen. So wollen beispielsweise die Grünen eine Bürgerversicherung, in der alle Bürger krankenversichert sind. Alle Anbieter müssten jeden ohne Gesundheitscheck aufnehmen. Bereits Privatversicherte bekämen dann zwar Bestandsschutz, neue Kunden könnten die Privaten aber vergessen. Auch das Modell der SPD würde der PKV schaden.

Deshalb hat sich die Versicherung Barmenia in einem Rundschreiben an ihre Kunden gewandt: "Mit dieser Bürgerversicherung würde das heute gut funktionierende System mit gesetzlichen Krankenkassen und privater Krankenversicherung zerschlagen", heißt es in dem Schreiben. Auch auf ihrer Website macht die Versicherung gegen die Pläne von SPD und Grünen Stimmung: "Freie Arzt- und Krankenhauswahl, ein flächendeckendes medizinisches Versorgungsnetz mit kurzen Wartezeiten für alle Menschen verdanken wir im Wesentlichen dem dualen System aus Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung. Doch nun wollen einige Parteien unter dem wohlklingenden Namen „Bürgerversicherung“ auch in Deutschland eine Einheits-Krankenversicherung einführen." Die Folgen der rot-grünen "Zwangsversicherung" wären weniger Wettbewerb, weniger Selbstbestimmung und ein eingeschränkter Leistungskatalog für alle.

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Wie Ärzte und Bürger das Gesundheitssystem bewerten

  • Befragung

    Die Studie zur Lage des Gesundheitswesens hat das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Finanz- und Vermögensberaters MLP erstellt. Für die diesjährige repräsentative Untersuchung führte Allensbach Interviews mit 512 Ärzten sowie 2100 Bürgern zu mehr als 80 Einzelfragen. Die Gespräche fanden im Oktober und November 2012 statt.
    Quelle: MLP Gesundheitsreport 2012/2013 vom 23.1.2013

  • Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems

    Das Gesundheitssystem und die Gesundheitsversorgung in Deutschland sind


    laut Bevölkerung
    gut oder sehr gut: 82 Prozent
    weniger gut oder gar nicht gut: 16 Prozent

    laut Ärzten
    gut oder sehr gut: 93 Prozent
    weniger gut oder gar nicht gut: 7 Prozent

  • Qualität der Gesundheitsversorgung

    Die Qualität der Gesundheitsversorgung hat sich in den letzten zwei, drei Jahren

    laut Bevölkerung
    verbessert: 9 Prozent
    kaum verändert: 46 Prozent
    verschlechtert: 39 Prozent

    laut Ärzten
    verbessert: 12 Prozent
    kaum verändert: 45 Prozent
    verschlechtert: 40 Prozent


    Differenz zu 100 Prozent: unentschlossen

  • Zufriedenheit mit der Gesundheitspolitik

    Es haben von der Gesundheitspolitik der Bundesregierung


    keinen guten Eindruck: Bevölkerung: 42 Prozent; Ärzte: 71 Prozent
    einen guten Eindruck: Bevölkerung 26 Prozent; Ärzte: 18 Prozent

  • Reformbedarf und Reformdruck

    Frage: Muss unser Gesundheitssystem umfassend reformiert werden oder ist das nicht notwendig?


    Muss umfassend reformiert werden: 73 Prozent der Ärzte, 47 Prozent der Bevölkerung
    Ist nicht notwendig: 24 Prozent der Ärzte, 27 Prozent der Bevölkerung


    Frage an die Ärzte:
    Was erwarten Sie: Wird es nach der nächsten Bundestagswahl zu grundlegenden Reformen im Gesundheitswesen kommen oder glauben Sie das nicht?
    Erwarte grundlegende Reformen: 4 Prozent
    Erwarte das nicht: 90 Prozent

  • Felder notweniger Reformen

    Gefragt, was zur Sicherstellung einer leistungsfähigen Gesundheitsversorgung notwendig wäre, nannten die Ärzte am häufigsten (Mehrfachnennungen möglich):


    Bürokratieabbau, Einsparungen bei Verwaltungskosten, Umbau und Vereinfachung der Kassenlandschaft (31 Prozent der Befragten)
    Änderung und gerechtere Gestaltung des Honorar- und Vergütungssystems (15 Prozent)
    Bessere Information der Patienten, um Eigenverantwortung und Kostenbewusstsein zu stärken (12 Prozent)

  • Verwendung der Krankenkassenüberschüsse

    Wofür plädieren Sie? Angesichts der derzeitigen Überschüsse der gesetzlichen Krankenkassen sollte man


    Rücklagen bilden: Bevölkerung 38 Prozent; Ärzte 59 Prozent
    Beiträge zurückerstatten: Bevölkerung 37 Prozent; Ärzte: 17 Prozent
    Beiträge generell senken: Bevölkerung 34 Prozent; Ärzte 36 Prozent
    Zusatzleistungen anbieten: Bevölkerung: 23 Prozent; Ärzte 27 Prozent

  • Zurück zu Beitragsunterschieden bei den Kassen?

    Sollten die Krankenkassen die Beitragssätze wieder individuell festlegen?


    Dafür: 39 Prozent
    Dagegen: 49 Prozent
    Unentschieden: 12 Prozent

  • Ist die Bürgerversicherung gewünscht?

    Sollten auch Beamte, Selbständige und gut verdienende Angestellte in die gesetzliche Krankenversicherung?

    56 Prozent der Befragten sagen ja. 33 Prozent sind gegen einen Versicherungszwang in der gesetzlichen Krankenkasse.

Barmenia-Chef Andreas Eurich zählt zur Veranschaulichung Negativbeispiele aus den Nachbarländer auf: "Briten warten bis zu 18 Wochen auf einen Facharzttermin, die Niederländer bis zu einem Jahr auf eine Operation, und wer in Schweden eine Hüftoperation erhält oder nicht, entscheidet die Provinzverwaltung."

Die Barmenia argumentiert weiter, dass die Bürgerversicherung

Am Ende des Schreibens, das die Versicherten eine Woche vor der Bundestagswahl erreichte, hieß es: "Die Bürger(zwangs)versicherung führt also zur echten Zwei-Klassen-Medizin! Wollen Sie das?" Gegenüber Spiegel Online rechtfertigte die Versicherung sich damit, dass man die Kunden wohl fragen dürfe, ob sie wissen, welche Konsequenzen eine rot-grüne Regierung für die medizinische Versorgung habe. Schließlich habe man nicht dazu aufgerufen, FDP oder CDU zu wählen.

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