Bundesbank: Weber geht - kommt jetzt die Inflation?

Bundesbank: Weber geht - kommt jetzt die Inflation?

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Logo der EZB

von Christian Ramthun

Fieberhaft sucht die Regierung nach ihrem Kandidaten für den Chefposten der EZB, nachdem sich Stabilitätsgarant Axel Weber zurückgezogen hat. Wer setzt sich jetzt für Stabilität des Euro ein?

Am vergangenen Freitag war endlich klar: Der stabilitätsorientierte Bundesbank-Chef geht – wegen der mangelnden Stabilitätspolitik. Und die künftige Stabilität des Euro erscheint jetzt in einem noch düsteren Licht. Denn in den Tagen nach Webers Rücktrittsankündigung hat es die Bundesregierung nicht vermocht, einen anderen Kandidaten zu benennen, der sich statt Weber um den Chefposten der Europäischen Zentralbank (EZB) bewerben könnte.

Am ehesten ist noch die Nachfolge an der Bundesbank-Spitze zu lösen. Vieles deutet darauf hin, dass der Wirtschaftsberater von Bundeskanzlerin Angela Merkel und einstige Weber-Student Jens Weidmann Chef der Bundesbank wird. Doch die Geldpolitik wird längst bei der EZB gemacht, und dafür ist Weidmann mit seinen 42 Jahren zu früh dran.

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So kursieren zwei andere Namen von Deutschen, die für die EZB-Spitze vorstellbar sind – zumindest in Deutschland. Zum einen das EZB-Mitglied Jürgen Stark, der dort Chefvolkswirt ist und der deutschen Tradition einer monetären Stabilitätspolitik verpflichtet ist. Allerdings darf Stark nur noch bis 2014 bei der EZB bleiben und muss dann dienstaltersbedingt ausscheiden. Stark wäre ein Übergangspräsident, kurz, aber wohl doch aus deutscher Sicht der richtige, um Inflationsängste zu vertreiben.

Bundesregierung in Nöten

Der andere Name ist Klaus Regling. Der 60-jährige leitet den Europäischen Rettungsfonds EFSF, den Rettungsschirm für die angeschlagenen Euro-Länder. Regling kennt viele internationale Organisationen vom Internationalen Währungsfonds (IWF) bis zur EU-Kommission. Seine Karriere hatte einst unter der Regierung Helmut Kohl begonnen, als er am Europäischen Stabilitätspakt mitwirkte. Allerdings: Bisher waren die EZB-Chefs zuvor nationale Notenbankchefs; das kann Regling nicht bieten. Aber viel Solidität, Beharrlichkeit und auch diplomatisches Geschick, mit dem Weber nicht allzu sehr gesegnet ist.

So steckt die Bundesregierung nach dem urplötzlichen Rückzug von Weber in Nöten. Wie kann sie personell am besten dafür sorgen, dass die Stabilität des Euro gewahrt bleibt? Versinkt womöglich das Schiff in der Inflation, nachdem der Lotse Weber von Bord geht? Größer wird das Vertrauen in die europäische Währung vorerst nicht.

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