Bundesfinanzministerium: Abgeltungsteuer wird frühestens 2018 abgeschafft

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Wolfgang Schäuble

von Christian Ramthun

Die Abgeltungsteuer wird noch längere Zeit in Kraft bleiben - das Bundesfinanzministerium rechnet mit einer Abschaffung frühestens im Jahr 2018.

Das Bundesfinanzministerium rechnet „frühestens 2018“ damit, dass die Kapitalerträge wieder nach dem jeweiligen Einkommensteuersatz besteuert werden. Zur Begründung heißt es, dass die internationalen Abkommen zum automatischen Informationsaustausch von Finanzkonten erst ab 2017 allmählich von den bisher 46 Teilnehmerstaaten umgesetzt würden. Diese sind aber für Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble Voraussetzung für eine Abschaffung der 25-prozentigen Abgeltungsteuer. Daneben sieht das Bundesfinanzministerium noch eine Reihe von Umsetzungsproblemen.

So gibt es in der Wirtschaft Befürchtungen, dass eine Abkehr von der Abgeltungsteuer zu Verwerfungen führt. Je nach Ausgestaltung könnte die Umstellung „ökonomisch zu einem Super-GAU führen“, warnt Martina Ortmann-Babel, Steuerberaterin beim Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens EY. Probleme kann es speziell für Aktiengesellschaften und GmbHs geben, sollten deren Dividenden dann vollständig mit dem individuellen Einkommensteuersatz belastet werden, berichtet die WirtschaftsWoche. Denn die Dividenden speisen sich aus Gewinnen, von denen zuvor im Unternehmen schon rund 30 Prozent Körperschaft- und Gewerbesteuer abgezogen werden. Es käme also zu einer kumulierten Steuerlast von fast 61 Prozent. „Eine derart hohe Gewinnbesteuerung würde aber einen Großteil der Investitionen in Kapitalgesellschaften unattraktiv machen“, sagt EY-Expertin Ortmann-Babel. Notwendig sei deshalb auch eine Wiedereinführung des so genannten Teileinkünfteverfahrens, bei dem Dividenden nur zu 60 Prozent besteuert werden.

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Schäuble plant Weltsteuerkonferenz in Berlin

Wolfgang Schäuble bereitet für den 27. Oktober 2014 in Berlin eine Weltsteuerkonferenz mit Vertretern aus 122 Ländern vor. Wie die WirtschaftsWoche berichtet, will er dort das internationale Abkommen zum automatischen Informationsaustausch von Finanzkonten ratifizieren lassen. Bisher haben 46 Staaten ihre Unterschrift zugesagt, darunter zuletzt auch die Schweiz und Singapur. Bis Oktober will Schäuble weitere der 122 Länder, die Mitglied im „Global Forum on Transparency and Exchange of Information for Tax Purposes“ sind, für das Abkommen gewinnen. Für den Bundesfinanzminister wäre dies ein entscheidender Schritt bei der globalen Bekämpfung der Steuerhinterziehung.

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