Kommentare zu: Riesige Schulden und dennoch maßvoll

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7 Kommentare
  • 16.12.2009, 16:29 UhrAnonymer Benutzer: Klaus F.

    Werter Herr Ramthun

    Tatsache ist, dass sich der Staat seit 1953, also seit fast 60 Jahren, Jahr für Jahr neu verschuldet hat, unabhängig der gerade Regierenden jedweder Couleur. Auch in Konjunktur starken Jahren, ja selbst in den Wirtschaftswunderjahren mit hoher Steigerung des biP, wurden Schulden nicht abgebaut, sonder Schulden immer weiter aufgebaut. Dies gilt im Übrigen für nahezu alle im Vergleich stehenden industrienationen.

    ist ihnen schon einmal in den Sinn gekommen, dass die Ursachen ggf. struktureller Natur sind, also viel tiefere Ursachen haben könnten, z.b. systembedingte in dem bestehenden Geldsystem, welches genau genommen ein Schuldgeldsystem darstellt?

    im bundeshaushalt 2010 werden mittlerweile rund 45Mrd. Euro allein für den Schuldendienst veranschlagt. Das ist bereits der zweitgrößte Einzelposten. Jeder siebte Euro wird also allein zur bedienung des Schuldzinses benötigt. Tendenz seit Jahrzehnten steigend und zwar dynamisch ansteigend! Ein paar Jahre zyklische Konjunkturaufschwünge, mit entsprechendem Wachstum, konnten und können dies nicht mehr ausgleichen. Der Handlungsspielraum für die eigentlichen staatlichen Aufgaben wird somit automatisch immer geringer. Das wiederum führt dazu das um den immer kleiner werdenden Rest immer größer werdende ideologisch und Klientel bedingte Verteilungskämpfe entstehen.

    Apropos Wachstum: Wer sich von einem System abhängig macht, welches unendliches Wachstum impliziert (geradezu erfordert!), in einer endlichen Welt, begibt er sich da nicht auf den Holzweg?

    Herr Ramthun, wie wäre es mal mit einer Ursachenforschung die an den Kern geht, anstatt immer nur an den Symptomen an der Oberfläche herum zu doktern?

    Gruß
    Klaus F.

  • 16.12.2009, 19:17 UhrAnonymer Benutzer: Liberty1

    Wie wäre es mal mit einer anderen Zahlendarstellung? Der bundeshaushalt 2010 kann auf http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_53848/DE/Presse/Pressemitteilungen/Finanzpolitik/2009/06/20092406__PM26.html?__nnn=true eingesehen werden. Er steht (derzeit, wie immer werden wir Nachtragshaushalte sehen) bei 327,7 Milliarden. Von diesen 327,7 werden 86,1 Milliarden über neue Schulden finanziert. Das sind 26,3%! Überlegen sie mal, wie lange sie solch eine Schuldenquote privat überstehen können.
    Der Haushalt 2010ist auch um erstaunliche 8,1% höher als in 2009, der seinerseits um 7,4% höher war als der in 2008, der wiederum um 4,4% höher als in 2007 war. Politiker aller Parteien sind zwar groß im Ankündigen von Sparmaßnahmen, die Realität spricht aber eine andere Sprache.

    Unser Papiergeldsystem ist genauso marode wie das der Amerikaner, daher begüge ich auch den Kommentar von Klaus F.

    Nur am Rande: das im US Haushalt für 2010 vorgesehene budget für das Department of "Defense" ist höher, als der komplette bundeshaushalt 2010. Die Amerikaner geben also mehr für ihre Kriegsmaschinerie aus, als alle Ausgaben eines Landes mit mehr als 80 Millionen Menschen. Das sollte alle anspornen, ihre eigenen Recherchen im internet zu betreiben.

  • 16.12.2009, 20:40 UhrAnonymer Benutzer: Speculatius

    Unter blinden ist eben der Einäugige König. Wenn alle anderen noch hemmungsloser prassen, braucht man selbst keine Schuldgefühle wegen dieser unseriösen Ausgabenpolitik.

  • 16.12.2009, 21:23 UhrAnonymer Benutzer: Klaus F.

    Regelmäßig tritt die jeweils neue Regierung an mit dem festen Vorhaben in etwa drei bis fünf Jahren einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Dieses Mal soll obendrein eine gesetzlich verankerte Schuldenbremse den selbst erlegten Zwang ausüben, die Neuverschuldung auf Null abzubauen. Schaut man sich das Gesetz genauer an, wird man feststellen, dass dieses Gesetz durch Ausnahmeregeln, Schattenhaushalte und Sondervermögen (Fonds) dermaßen verwässert ist, dass der implizierte Zwang zu einem … verkommt.
    Übrigens keine Regierung hat bisher das zu beginn ihrer Legislaturperiode vollmundige Vorhaben eines ausgeglichenen Haushalts erreichen können. Ganz im Gegenteil, sie hinterließen in schöner Regelmäßigkeit einen noch höheren Schuldenberg mit noch höheren Zinslasten.
    Von nachhaltigem Wirtschaften keine Spur, alles auf Pump zu Lasten zukünftiger Generationen. Gleiches gilt übrigens auch für das Finanzsystem. in einem aufgeblähten Markt von gehebelten Finanzderivaten, der systembedingt in sich zusammenfallen musste, werden die damit verbundenen Risiken nicht mehr von demjenigen verantwortet der die Risiken eingegangen ist, vorwiegend den banken, sondern von dem Schuldner der letzten instanz – dem Staat. Die Verluste werden von der Allgemeinheit übernommen (sozialisiert). Letzte instanz deshalb, weil der Staat immer auf das Eigentum seiner bürger (besser bürgen) zurückgreifen kann, durch Steuern, Abgaben, Enteignungen. Die Schulden steigen somit dynamisch weiter!
    Gelernt wurde jedoch daraus nichts, die banken machen weiter wie bisher. Das Volumen an hochspekulativen Wetten ist wieder genauso hoch wie vor der Krise. im Übrigen handelt es sich um Kapital – viel Kapital, dass dem Kreislauf der Realwirtschaft so entzogen wird. Auch hier wieder hat das kurzfristige Denken Konjunktur. Lieber schnell viel Rendite, als maßvolles, nachhaltiges Handeln mit dem blick für die Zukunft. So aber wird die Fallhöhe nur weiter optimiert!

  • 17.12.2009, 11:25 UhrAnonymer Benutzer: CR

    Wir sollten für die Regierung mal auflisten, wo sie überall sparen könnte. Das wäre dann Volkes Wille, dann hätte die Regierung vielleicht nicht so die Hosen voll, wenn es ums Kürzen geht!

  • 17.12.2009, 11:26 UhrAnonymer Benutzer: AJ

    Kurz gerechnet: Schulden des bundes ca. 1.000 Mrd. € - Posten für Zinsen/Tilgung: 40 Mrd.€ -> 4% der Schuldsumme. Schlußfolgerung: Der bund kann gerade mal die Zinsen für seine Schulden bezahlen. Von der Schuldtilgung hat man sich also verabschiedet. Auf ein Unternehmen oder Privathaushalt umgelegt, bedeutet dies den wirtschaftlichen Tod.

  • 01.01.2010, 02:27 UhrAnonymer Benutzer: Aha

    der bund, Länder und viele Kommunen sind pleite.

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