Bundesländerranking 2009: Bayern siegt erneut im Bundesländer-Vergleich - Seite 4

Bundesländerranking 2009: Bayern siegt erneut im Bundesländer-Vergleich

4
Computersimulation Quelle: dpa
Computersimulation Berlin-Schönefeld: Der neue Airport bringt regionalen Unternehmen Aufträge in Milliardenhöhe Quelle: dpa

Hinzu kommt eine weniger konjunkturanfällige Exportstruktur: Viele ostdeutsche Ausfuhren gehen in relativ stabile Nischenmärkte. Im Maschinenbau etwa produzieren viele Ostbetriebe Spezialmaschinen. Die geringe Betriebsgröße – drei Viertel der Ostunternehmen haben weniger als zehn Mitarbeiter – macht vielerorts eine Massenproduktion unmöglich. Dies zwingt zur Spezialisierung bis hin zu Einzelfertigungen – was in Boomzeiten (und damit auch im kommenden globalen Aufschwung) die Wachstumschancen begrenzt, im Abschwung aber den freien Fall ins Bodenlose verhindern kann.

„Dass viele Betriebe hier vergleichsweise gut durch die Krise kommen, hat aber auch historische Gründe“, sagt Sven Horn, Geschäftsführer bei der IHK Magdeburg. Viele ostdeutsche Unternehmen seien „krisenerprobt und haben im erzwungenen Strukturwandel nach der Wende ein spezielles Anpassungs-Know-how aufgebaut“. Der massive demografische Druck in Ostdeutschland führe zudem dazu, „dass die Betriebe es sich gar nicht leisten können, jetzt Fachkräfte zu entlassen“.

Massive Investitionshilfen haben geholfen

Und was ist mit dem Westen? Wer ist hier top und flop? Unangenehme Botschaften hält das WirtschaftsWoche-Ranking vor allem für NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) bereit, der im kommenden Jahr eine Landtagswahl zu bestreiten hat. Im Dynamikranking reicht es für das bevölkerungsreichste Bundesland wie im Vorjahr nur zu einem beschämenden Platz 15.

Unerwartet gut liegt das Land bei manchen Bildungsindikatoren, etwa den Bildungsausgaben je Einwohner (641 Euro, Rang 3) oder dem Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss (6,4 Prozent, Rang 3); allerdings sind nur in Hessen die Schulklassen noch größer. An Rhein und Ruhr gibt es zudem die meisten Firmenpleiten, das Wirtschaftswachstum war 2008 im Vergleich zu 2005 nur in Schleswig-Holstein geringer. Überdies müssen nur in Bremen und Hamburg die Betriebe höhere kommunale Hebesätze bei der Gewerbesteuer zahlen.

Generell zeigt das Bundesländerranking, dass sich die alten ökonomischen Demarkationslinien zunehmend verwischen. „Die Ost-West-Gegensätze in Deutschland werden künftig mehr und mehr von Nord-Süd-Gegensätzen abgelöst“, prognostiziert IWH-Ökonom Blum. In der Tat passt sich die Wirtschaftsstruktur der neuen Länder zunehmend der des Westens an. Der überdimensionierte Bausektor ist geschrumpft, der Anteil von Industrie, Finanzbranche und unternehmensnahen Dienstleistungen vor allem in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt gestiegen.

Dazu hat auch massive finanzielle Förderung beigetragen. Seit 1990 sind in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen pro Einwohner 21 000 Euro an Investitionshilfen geflossen, in Thüringen und Sachsen-Anhalt 23 500 Euro.

Trotzdem erreichen die neuen Länder auch 20 Jahre nach dem Mauerfall erst 70 Prozent der westdeutschen Wirtschaftskraft. „Wenn der Solidarpakt 2019 ausläuft, müssen wir den Anschluss an den Westen geschafft haben“, sagt Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Haseloff. Das Minimalziel sei, „bis dahin bei der Wirtschaftskraft mit Schleswig-Holstein und Teilen Niedersachsens gleichzuziehen“.

Ob das realistisch ist? „Manchmal“, sagt Haseloff, „brauchen Wirtschaftsminister neben viel Schweiß und Durchhaltevermögen auch ein bisschen Glück.“

Zu diesem Artikel
7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 10.12.2009, 23:01 UhrAnonymer Benutzer: Xavier

    Mit Verlaub "MM" du bist ein Dummerle, wohl abeitslos und vermeintlich sexy ??

  • 07.12.2009, 20:15 UhrAnonymer Benutzer: schnutzelpuh

    Die bayern werden gern als Hinterwälder vom Rest der Republik betitelt (sieh auch Vor Kommentar). Nur Komisch, dass bei all den Rankings bayern immer vorne dran ist.

    Auch kenne ich persönlich mehr Zeitgenossen, die aus anderen bundesländern in unser schönes bayernland zugezogen sind, als umgekehrt.

  • 07.12.2009, 16:48 UhrAnonymer Benutzer: MM

    in bayern gibt es eine starke Wirtschaft. Aber die bayerischen Städte und Menschen finde ich schon sehr langweilig. ich möchte dort nicht leben. Dann lieber arm aber sexy.

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Alternativen gesucht
Alternativen gesucht

Der Euro wird mit jedem Tag mehr zum Verhängnis für Europa, wirtschaftlich wie politisch. Wann endlich werden...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 21.05.2012

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.