Bundesländerranking 2009: Bayern siegt erneut im Bundesländer-Vergleich

Bundesländerranking 2009: Bayern siegt erneut im Bundesländer-Vergleich

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Frauenkirche in München: Bayern punktet mit Lebensqualität, höchster Kaufkraft und besten Jobchancen

von Bert Losse

Wachstum, Wohlstand, Jobs, Standortqualität: Das große Bundesländerranking der WirtschaftsWoche sagt, wo es sich in Deutschland am besten leben, arbeiten und investieren lässt – und welche Region am besten durch die Krise kommt. Der Gesamtsieger heißt wie im Vorjahr Bayern - doch bei der Wirtschaftsdynamik hat ein ehemaliges Armenhaus die Nase vorn.

In den Kalendern von zwei maßgeblichen Herren in Sachsen-Anhalt ballen sich mitten in der Krise die angenehmen Termine. Ende Oktober eröffnete Wolfgang Böhmer, der Ministerpräsident, im Industriepark Zeitz eine Weizenstärkefabrik, die der Region fast 100 neue Jobs bringt. Fünf Tage später fuhr der CDU-Mann nach Freyburg, wo die Sektkellereien Rotkäppchen-Mumm ihr neues Logistikzentrum einweihten, eine Investition von 9,5 Millionen Euro.

Auch Böhmers Wirtschaftsminister Reiner Haseloff reist in diesen Tagen viel durchs Land. 2. November: Produktionsbeginn im Waschmittelwerk Genthin, das eigentlich schließen sollte, aber einen neuen Investor fand. 9. November: Übergabe des Fördermittelbescheids an den Türenhersteller Teckentrup, der in Großzöberitz 16 Millionen Euro für neue Hallen und Maschinen investiert. 18. November: Besuch bei dem Solarunternehmen Calyxo in Bitterfeld-Wolfen, das bis Ende 2010 für 65 Millionen Euro eine zweite Produktionslinie für Dünnschichtmodule aufbaut. Wie es heißt, will Haseloff schon im Januar ein weiteres Großvorhaben eines namhaften Konzerns in Sachsen-Anhalt bekannt geben.

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Sachsen-Anhalt hat die stärkste Dynamik

Sachsen-Anhalt, ausgerechnet. Was ist da los im ehemaligen Armenhaus der Republik, dem hässlichen Entlein des deutschen Föderalstaats, das nach der Wiedervereinigung, industriell und ökologisch ruiniert, in den meisten wirtschaftlichen Kategorien auf letzte Plätze abonniert war? Die Antwort lautet: In keinem anderen Bundesland ist die wirtschaftliche Dynamik derzeit so stark wie zwischen Zeitz und Salzwedel. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommt das große Bundesländerranking von WirtschaftsWoche, Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und der Kölner IW Consult.

Wie in den Vorjahren haben wir anhand eines umfangreichen Kriterienkatalogs die wirtschaftliche Leistung und die Zukunftsperspektiven der 16 deutschen Bundesländer untersucht. Dabei stand zum einen die absolute Wirtschaftskraft im Fokus, gemessen im sogenannten Niveauranking. Zum anderen wurde analysiert, wie sich ausgewählte ökonomische und soziale Kennziffern in den vergangenen Jahren entwickelt haben. In diesem Dynamikranking, das Veränderungsraten misst, haben auch wirtschaftlich schwächere Länder mit schlechter Ausgangslage die Chance zu punkten – wenn es ihnen gelingt, die Rahmenbedingungen spürbar zu verbessern. Erstmals haben die IW-Consult-Ökonomen zudem einen Krisenindex erstellt, der mithilfe aktueller Arbeitsmarkt- und Wachstumsdaten zeigt, wie gut die einzelnen Länder durch die Wirtschaftskrise gekommen sind – oder wie schlecht.

Die wichtigsten Ergebnisse: Beim Niveauranking hat wie in den Vorjahren Bayern die Nase vorn, gefolgt von Baden-Württemberg, Hamburg und Hessen. Die Bajuwaren punkten mit der bundesweit höchsten Kaufkraft, den besten Jobchancen, der höchsten Investitionsquote und der – trotz des anhaltenden Desasters um die BayernLB – immer noch geringsten Pro-Kopf-Verschuldung aller Bundesländer.

Bayern darf sich auf Lorbeeren nicht ausruhen

In Bayern gibt es, bezogen auf die Einwohnerzahl, die wenigsten Hartz-IV-Empfänger und die wenigsten Straftaten – allerdings auch sinkende Patentanmeldungen, steigende Arbeitskosten und eine Studienberechtigtenquote, die nur in Mecklenburg-Vorpommern noch niedriger liegt. „Bayern darf sich auf den Lorbeeren nicht ausruhen“, mahnt daher IW-Consult-Ökonom Michael Bahrke. „Speziell die nordbayrischen Regierungsbezirke Unter- und Oberfranken bleiben hinter der Entwicklungsdynamik des Südens, insbesondere des Großraums München, zurück. Sollte es nicht gelingen, den negativen Trend umzukehren, könnten diese Regionen den Anschluss verlieren.“

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