Bundesländerranking: Berlin: Hauptsstadt kämpft mit sozialen Problemen

Bundesländerranking: Berlin: Hauptsstadt kämpft mit sozialen Problemen

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Berlin: Die deutsche Hauptstadt kämpft mit sozialen Problemen

Berlin punktet als Dienstleistungs- und Wissensstandort, kämpft aber mit sozialen Problemen.

Im wissenschaftlichen Bundesländerranking 2009 von Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und WirtschaftsWoche belegt Berlin Platz 6 im Dynamikvergleich aller 16 Bundesländer. Dieser spiegelt die Entwicklung in den Jahren 2005 bis 2008 wider. Im Bestandsranking, das das absolute Niveau von Wirtschaftskraft und Wohlstand abbildet, erreicht der Stadtstaat  nur Platz 16. Die von Wissenschaftlern der IW Consult Köln durchgeführte Studie berücksichtigt 100 ökonomische und strukturelle Indikatoren wie Bruttoinlandsprodukt, Kaufkraft, Kitabetreuungsquote oder Investitionsquote.

In keinem Bundesland hat die Zahl der Erwerbstätigen so stark zugenommen wie in Berlin: Von 2005 bis 2008 verzeichnete man dort einen Zuwachs um 6,2 Prozent, während der Aufschwung bundesweit ein Plus von 3,8 Prozent brachte. Nirgendwo findet sich zudem ein höherer Anteil an Hochqualifizierten: 13,9 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Berlin haben einen Hochschul- oder Fachhochschulabschluss.

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Dientsleistungssektor treibt Berlin voran

„Dies hat auch damit zu tun, dass sich Berlin als Bildungs-, Dienstleistungs- und Hochschul-Standort profiliert. Diese Sektoren treiben die Entwicklung der Hauptstadt nach vorn, sie hat sich auch deshalb im Dynamikranking gegenüber dem Vorjahr um zwei Plätze verbessert. So sind die Beschäftigtenzahl bei den wissensintensiven Dienstleistungen zwischen 2005 und 2008 um 12,6 Prozent gewachsen, im Bildungssektor um 16,6 Prozent und im Bereich Forschung und Entwicklung um 15,4 Prozent “, erklärt INSM-Projektleiter Jan Loleit.

Auf der anderen Seite kämpft die Hauptstadt stärker als andere mit sozialen Problemen. Sie verhindern eine bessere Platzierung im Niveauranking. Unter allen Ländern hat Berlin den höchsten Anteil junger Arbeitsloser – 15,3 Prozent aller Personen zwischen 15 und 24 waren hier im Jahr 2008 ohne Job; bundesweit  sind es 7,1 Prozent. Und die Quote der Arbeitslosengeld II-Empfänger ist in Berlin mit 13 Prozent mehr als doppelt so hoch wie der Bundesschnitt (6,1 Prozent).

Zusätzlich zum Ranking veröffentlichen INSM und WiWo in diesem Jahr einen Krisenindex, der die Entwicklungen in der Zeit von Juni 2008 bis Juni 2009 spiegelt – hier insbesondere die Wirtschaftsleistung (50 Prozent Anteil) sowie die Arbeitslosenquote und die Beschäftigungsentwicklung (je 25 Prozent Anteil). Die Auswertung zeigt: Berlin ist von der Krise unterdurchschnittlich betroffen. Studienleiter Michael Bahrke: „Als Bildungs-, Dienstleistungs- und Verwaltungsstandort ist Berlin weniger anfällig gegenüber Einbrüchen in Exportgeschäft. Erwähnenswert ist allerdings auch, dass die in Berlin schwach vertretene Industrie ihre Exportquote in den Aufschwungjahren um 10,1 Prozentpunkte steigern konnte. Im Bundesschnitt waren es nur 4 Prozentpunkte.“

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