Bundesländerranking: Bremen: Öffentliche Verschuldung nimmt stark zu

Bundesländerranking: Bremen: Öffentliche Verschuldung nimmt stark zu

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Bremer Stadtmusikanten: Die öffentliche Verschuldung Bremens nimmt stark zu

Bremen punktet bei Produktivität und Einkommen, schwächelt jedoch bei den öffentlichen Finanzen.

Im wissenschaftlichen Bundesländerranking 2009 von Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und WirtschaftsWoche belegt Bremen Platz 9 im Dynamikvergleich aller 16 Bundesländer. Dieser spiegelt die Entwicklung in den Jahren 2005 bis 2008 wider. Im Bestandsranking, das das absolute Niveau von Wirtschaftskraft und Wohlstand abbildet, erreicht das Land Platz 10. Die von Wissenschaftlern der IW Consult Köln durchgeführte Studie berücksichtigt 100 ökonomische und strukturelle Indikatoren wie Bruttoinlandsprodukt, Kaufkraft, Kitabetreuungsquote oder Investitionsquote.

Auf der Haben-Seite verbucht der Stadtstaat eine hohe Wirtschaftsleistung. Je Einwohner beläuft sich das Bruttoinlandsprodukt hier auf 41.918 Euro. Das liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 30.343 Euro – Rang 2. Auch die Produktivität bewegt sich mit 70.558 Euro je Erwerbstätigem weit über dem Bundesmittel von 61.790 Euro – Rang 3. Zudem verfügen die Bremer über überdurchschnittliche Einkommen (21.525 Euro in 2008, Rang 2).

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Bremen punktet mit Bildung

Der Stadtstaat punktet auch in der Bildung: So sank in den Jahren 2005 bis 2008 der Anteil der Abbrecher um 2,1 Prozentpunkte, während die Quote der Abgänger, die nicht einmal einen Hauptschulabschluss in der Tasche zu haben, bundesweit um 1,2 Prozentpunkte abnahm – Rang 2.

„In Bremen sind vor allem wissensintensive Dienstleistungen stark gewachsen, was für die  deutliche Einkommenssteigerung verantwortlich sein dürfte. Bremen belegt hier Platz 2 im Dynamikranking“, so Jan Loleit, INSM-Projektleiter.

Im Soll ist Bremen dagegen bei der Exportquote seiner Industrie: Diese sank in den Aufschwungjahren 2005 bis 2008 um 1,4 Prozentpunkte, während sie bundesweit um 4 Prozentpunkte zunahm. Bei diesem Indikator ist der Stadtstaat Schlusslicht im Dynamikranking. Dies gilt auch für die Entwicklung der öffentlichen Finanzen: Die öffentliche Verschuldung nahm hier um 24 Prozent zu – bei einem Durchschnitt von 0,6 Prozent.

Zusätzlich zum Ranking veröffentlichen INSM und WiWo in diesem Jahr einen Krisenindex, der die Entwicklungen in der Zeit von Juni 2008 bis Juni 2009 spiegelt – hier insbesondere die Wirtschaftsleistung (50 Prozent Anteil) sowie die Arbeitslosenquote und die Beschäftigungsentwicklung (je 25 Prozent Anteil). Die Auswertung zeigt: Bremen ist von der Krise durchschnittlich betroffen. Studienleiter Michael Bahrke: „Bremen hat zwar Industriehighlights wie ein Mercedes-Werk zu bieten, ist aber nicht so stark industriell geprägt wie beispielsweise die Zentren im Süden und Südwesten der Republik. Arbeitsplätze in der Verwaltung und Dienstleistung sind insgesamt weniger krisenanfällig.“

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