Der Konkurrenz enteilt

Das zeigt sich eindrucksvoll im aktuellen Bundesländer-Ranking des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), erstellt im Auftrag der WirtschaftsWoche und der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Im zehnten Jahr landet Bayern dabei zum neunten Mal auf dem ersten Platz.
Im Gegensatz zum ebenfalls erfolgsverwöhnten Nachbarn Baden-Württemberg baut Bayern zudem seinen Vorsprung an der Spitze aus: Lagen die beiden Länder beim letzten Niveau-Vergleich vor der Finanzkrise 2009 – auf Basis der Daten von 2008 – nur 0,6 Punkte auseinander, sind es im aktuellen Ranking deutliche 3,6 Punkte. Während Bayern (65,8 Punkte) damit immer unangefochtener an der Spitze liegt, bekommt Baden-Württemberg (62,2) zunehmend Konkurrenz. Hamburg liegt nur noch 0,4 Punkte zurück. Auf den hintersten Rängen im Niveau-Vergleich finden sich nach wie vor viele ostdeutsche Bundesländer, doch die Sphären nähern sich an: Mit Sachsen und Thüringen konnten zwei Ostländer an Bremen vorbeiziehen.
Der dynamische Osten zieht am Westen vorbei
Die Ursachen zeigen sich im Dynamik-Ranking. Während beim Niveau die jüngsten verfügbaren Werte der Bundesländer in den einzelnen Kategorien verglichen werden, bildet der Dynamik-Vergleich die Entwicklung innerhalb von drei Jahren ab. Diesmal wird hier also verglichen, wie sich die Bundesländer zwischen Vorkrisenniveau (2008) und dem jüngsten Wirtschaftsboom (2011) verändert haben. Dabei landen Brandenburg, Sachsen und Berlin auf den ersten drei Plätzen, während Sachsen-Anhalt (Platz 7) sogar vom westlichen Nachbarn Niedersachsen überholt wird.
Bild: dapdIm Schnitt hat jeder Deutsche 19.684 Euro pro Jahr für Konsum zur Verfügung. Das geht aus einer Erhebung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hervor. In Rheinland-Pfalz bleibt nach Miete, Strom, Kreditraten und sonstigen fixen, wiederkehrenden Zahlungsverpflichtungen sogar noch etwas mehr übrig. 19.979 Euro hat der durchschnittliche Pfälzer pro Jahr für sich zur Verfügung. Im Bundesländerranking ergibt das Platz sieben.
Bild: dpaDas Bundesland Nordrhein-Westfalen belegt im Vergleich den sechsten Platz. 20.132 Euro haben die Einwohner aus Deutschlands bevölkerungsstärkstem Land im Schnitt pro Jahr für Lebens- und Genussmittel, Möbel, Kleidung, Technik und sonstige Konsumartikel zur Verfügung. Dabei liegt Nordrhein-Westfalen bei der Entwicklung des verfügbaren Einkommens je Einwohner nur auf Platz elf. Das Einkommen in NRW ist in der Zeit von 2008 bis 2011 um 6,2 Prozent gestiegen, der bundesweite Durchschnitt liegt bei plus 6,8 Prozent. Dagegen ist die Produktivität, also das, was jeder Erwerbstätige im Jahr erwirtschaftet, von 2008 bis 2011 um 1,7 Prozent gesunken.
Bild: APIn Schleswig-Holstein beträgt die Arbeitslosenquote 7,2 Prozent, das ist etwas oberhalb des Bundesdurchschnitts (7,1 Prozent). Dafür haben die Norddeutschen eine höhere Kaufkraft als der Bundesdurchschnitt: 20.210 Euro haben die Einwohner Schleswig-Holsteins pro Jahr für Konsum zur Verfügung. Im Ländervergleich ergibt das Platz fünf.
Bild: dpaDer vierte Platz geht an Baden-Württemberg mit einer jährlichen Kaufkraft von durchschnittlich 21.411 Euro. Auch in puncto Arbeitslosigkeit steht Süddeutschland gut dar: Nur vier Prozent der Menschen im erwerbsfähigen Alter sind ohne Job, im Bundesdurchschnitt hatte die Arbeitslosigkeit im Jahr 2011 ein Niveau von 7,1 Prozent. Bei der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit belegt das Ländle den ersten Platz: 2011 waren dort 2,7 Prozent aller 15 bis 24-Jährigen arbeitslos. Der Bundesdurchschnitt lag bei fast sechs Prozent.
Bild: dapdDie Bronzemedaille geht nach Hessen, das mit einer Kaufkraft von 21.488 Euro pro Jahr und Einwohner den dritten Platz belegt. Die Hessen haben aber nicht nur überdurchschnittlich viel Geld zum Ausgeben übrig, sie sind auch überdurchschnittlich produktiv: Bundesweit erwirtschaftet ein Erwerbstätiger pro Jahr im Schnitt 62.550 Euro, in Hessen sind es 71.789 Euro. Damit kommt das Bundesland bei der Produktivität auf Rang zwei.
Bild: dpaDie Bayern haben pro Jahr sogar noch rund 300 Euro mehr zum Ausgeben übrig, als die Hessen. Die durchschnittliche Kaufkraft im Freistaat liegt bei 21.758 Euro pro Einwohner. Im Ländervergleich ergibt das den zweiten Platz. Auch bei der Zahl der Erwerbstätigen haben es die Bayern unter die Top drei geschafft: In der Zeit von 2008 bis 2011 stieg sie landesweit um 3,2 Prozent. Im Bundesdurchschnitt ist die Zahl der Arbeitnehmer um 1,9 Prozent gestiegen.
Bild: dpa/dpawebDie kaufkräftigsten Deutschen sind laut Erhebung der GfK die Hanseaten. Sie haben im Schnitt pro Jahr 21.985 Euro übrig, nachdem sie ihren Zahlungsverpflichtungen wie Miete, Versicherung und Kreditraten nachgekommen sind. Der erste Platz im Länderranking geht somit an Hamburg.
Im Schnitt hat jeder Deutsche 19.684 Euro pro Jahr für Konsum zur Verfügung. Das geht aus einer Erhebung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hervor. In Rheinland-Pfalz bleibt nach Miete, Strom, Kreditraten und sonstigen fixen, wiederkehrenden Zahlungsverpflichtungen sogar noch etwas mehr übrig. 19.979 Euro hat der durchschnittliche Pfälzer pro Jahr für sich zur Verfügung. Im Bundesländerranking ergibt das Platz sieben.
Auf den ersten Blick lässt sich der wiederholte Erfolg Bayerns kaum schlüssig erklären. Denn wie in Baden-Württemberg tragen in Bayern die Autokonzerne und ihre Zulieferer einen immensen Teil zur Wertschöpfung bei. Vor allem die Regionen München, Ingolstadt, Dingolfing und Regensburg hängen vom Erfolg von BMW und Audi ab. Hier zeigt sich, dass nicht nur die Branche an sich einen Einfluss auf die regionale Wettbewerbsfähigkeit hat, sondern auch die Entwicklung einzelner Unternehmen. So wie Daimler im Wettbewerb der Premiumhersteller in den vergangenen Jahren gegenüber BMW und Audi schwächelte, entwickelten sich auch die Regionen: » » Schon in den drei Jahren vor der Finanzkrise entstanden in Bayern mehr als doppelt so viele Jobs im verarbeitenden Gewerbe wie in Baden-Württemberg.
















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Alle Kommentare lesen07.09.2012, 12:38 UhrRegistrierter Benutzer:Knusperfisch
Blödsinn.
Brandenburg auf Platz 1 beim Dynamik Ranking ?
Baden-Württemberg fällt zurück ?
Gibts dafür auch irgendwelche Belege ?