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Bundesländerranking: Mehr als nur Ruhrgebiet

Bundesländerranking: Krasse Gegensätze in Nord und West

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Mehr als nur Ruhrgebiet

Duisburg-Bruckhausen versus...

In der Ruhrstadt Duisburg stehen 5,5 Prozent aller Häuser leer, zwischen 2005 und 2010 verließen 2,4 Prozent der Einwohner die Stadt. Dafür liegt der Kaufpreis für Immobilien pro Quadratmeter mit 100 Euro und weniger im unteren Drittel. 8,5 Prozent der Kinder in Duisburg gehen in eine Kindertagesstätte, der Anteil der hochqualifizierten Beschäftigten beträgt 9,5 Prozent. Pro Erwachsenem nimmt die Stadt 461 Euro an Steuern ein.

Alle Daten basieren auf den Auswertungen zum Städteranking der WirtschaftsWoche - einer Analyse der 50 größten Städte Deutschlands.

Bild: dapd

Überschuldete Städte, Negativrekorde bei Arbeitslosigkeit, sozialen Problemen und Abwanderung: Wer der veröffentlichten Meinung folgt, muss Nordrhein-Westfalen für den größten Problemfall unter den deutschen Bundesländern halten. Verstärkt wird dieses Bild noch durch das Auftreten von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD), die sich zuletzt vehement für eine Umverteilung von Fördergeldern aus Ostdeutschland ins Ruhrgebiet stark machte. Das Bundesländer-Ranking zeigt jedoch eine andere Wahrheit. Auf dem letzten Platz liegt NRW einzig bei der Zahl der Kita-Plätze pro Einwohner, insgesamt erreicht das Bundesland im Niveau-Ranking den achten, bei der Dynamik den zwölften Platz. Keine herausragenden Werte, doch sie zeugen von einer Konstanz, die NRW seit Jahren ins Mittelfeld des Rankings bringt.

Vermögen

Die öffentlichen Finanzen mögen im Ruhrgebiet marode sein, bei den privaten Vermögen jedoch hat sich auch hier der jüngste Aufschwung deutlich bemerkbar gemacht. In absoluten Werten erreichen die meisten Ruhrgebietsstädte höhere Werte als die Soli-Empfänger im Osten.

Verfügbares Einkommen

(Veränderung 2005-2010; westdeutsche Städte gefettet)

Herne12,3%
Halle (Saale)11,1%
Oberhausen11%
Chemnitz10,6%
Erfurt9,9%
Gelsenkirchen9,6%
Mülheim an der Ruhr9,1%
Essen8,5%
Bochum7,6%
Dortmund7,5%
Leipzig7%
Magdeburg6,9%
Rostock6,3%
Duisburg5%
Dresden4,9%

Quelle: VGR der Länder

Bild: dpa

Die Stabilität ergibt sich aus zwei gegenläufigen Entwicklungen: Einerseits sind die sozialen Probleme kaum anderswo so groß wie im industrialisierten Westen der Republik, andererseits sind zwischen Rhein und Weser viele innovative Unternehmen versammelt. Das spiegelt sich in den Indikatoren des Bundesländer-Rankings. Demnach ist NRW das einzige Bundesland, in dem sich trotz Aufschwung die Zahl der Hartz-IV-Empfänger nicht verringert hat, zugleich ist die Anzahl der Straftaten hier schneller gestiegen als irgendwo sonst (plus 4,9 Prozent). Außerdem weist das Land nach wie vor exzellente Zahlen beim Anteil wissensintensiver Dienstleistungen an der Wertschöpfung auf (Rang 4), auch bei der Relation von Patenten zu Einwohnern (Rang 4) landet NRW in der Spitzengruppe, die Investitionsquote stieg zwischen 2008 und 2011 gar stärker (plus 5,6 Prozent) als in irgendeinem anderen Bundesland.
Verlierer im Aufschwung

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Alles andere als stabil ist die Situation in Hessen. Das reiche Bundesland gehört zu den Verlierern des Aufschwungs. Insgesamt ist das Land nach wie vor auf dem vierten Rang platziert, in einigen Kategorien schwächelt Hessen jedoch deutlich. So war die Wohlstandsentwicklung nirgendwo schlechter als in Hessen. Die Forscher vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) machen dabei eine Zweiteilung im Land aus. „Die Probleme sind vor allem auf die Veränderungen in der Finanzbranche zurückzuführen“, sagt IW-Experte Michael Bahrke. Während sich der Norden des Landes rund um das industrielle Zentrum Kassel im Untersuchungszeitraum erstaunlich robust entwickelt hat, entwickelten sich die Unternehmen aus dem Raum Frankfurt deutlich schwächer, bauten zum Teil Personal ab und verbuchten Umsatzeinbußen. Die Folge: Zwischen 2008 und 2011 ist das Bruttoinlandsprodukt um 0,6 Prozent geschrumpft (Rang 14), die Steuerkraft verringert sich gar um 10,5 Prozent (Rang 16). Entsprechend stiegen die Schulden der öffentlichen Hand um 7,4 Prozent (Rang 15), schneller in die Miesen rutschte die Bilanz nur im Saarland.

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