Bundesländerranking: Nordrhein-Westfalen: Wenig Dynamik im Westen

Bundesländerranking: Nordrhein-Westfalen: Wenig Dynamik im Westen

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Essen als Kulturhauptstadt Europas 2010: Das Ruhrgebiet kämpft noch mit dem Konversionsprozess der alten Montanindustrie

von Bert Losse

Das bevölkerungsreichste Bundesland zeigt sich wenig dynamisch.

Im wissenschaftlichen Bundesländerranking 2009 von Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und WirtschaftsWoche belegt Nordrhein-Westfalen Platz 15 im Dynamikvergleich aller 16 Bundesländer. Dieser spiegelt die Entwicklung in den Jahren 2005 bis 2008 wider.

Im Bestandsranking, das das absolute Niveau von Wirtschaftskraft und Wohlstand abbildet, erreicht das Land Platz 8. Die von Wissenschaftlern der IW Consult Köln durchgeführte Studie berücksichtigt 100 ökonomische und strukturelle Indikatoren wie Bruttoinlandsprodukt, Kaufkraft, Kitabetreuungsquote oder Investitionsquote.

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NRW hat Verwaltung eingespart und stärker als andere Schulden zurückgeführt. Die öffentliche Verschuldung je Einwohner verringerte sich zwischen 2005 und 2008 um 0,4 Prozent, während sie bundesweit um 0,6 Prozent zulegte. Die Zahl der Staatsdiener sank im selben Zeitraum statistisch um 1,8 je 1000 Einwohner. Auch absolut betrachtet ist die Verwaltung mit statistisch 27 Staatsdienern je 1000 Einwohner (2008) schlanker als im Schnitt der 16 untersuchten Länder.

Sehen lassen kann sich im Vergleich zum Rest der Republik auch die Quote der Schulabgänger ohne Abschluss. Sie liegt um 0,6 Prozent unter dem Bundesmittel.

Auf der anderen Seite gibt es Indikatoren, die NRW weniger gut aussehen lassen. Zwar wuchs auch hier in den Aufschwungjahren 2005 bis 2008 das reale Bruttoinlandsprodukt – um 5,6 Prozent. Doch das liegt um 1,3 Prozent unter dem, was alle 16 Länder im Schnitt an BIP-Plus aufzubieten haben. NRW erreicht hier nur Rang 14 im Dynamik-Vergleich. Vergleichsweise ungünstig entwickelte sich auch die Zahl der ALG II-Empfänger. Sie stieg um 0,3 Prozentpunkte bei einem Mittel von 0,1 Prozentpunkten in allen Bundesländern. Unter Durchschnittsniveau (70 Prozent) bewegt sich die Arbeitsplatzversorgung: nur 67,4 Prozent – Rang 13.

„Das bevölkerungsreichste Bundesland konnte nicht so gut wie andere vom Aufschwung der letzten Jahre profitieren. Ein Grund dafür: Das Ruhrgebiet kämpft nach wie vor mit dem Konversionsprozess der alten Montanindustrie. Das hat sich auch am schlechten Abschneiden der Ruhrmetropolen im Städteranking gezeigt“, erklärt INSM-Projektleiter Jan Loleit.

Zusätzlich zum Ranking veröffentlichen INSM und WiWo in diesem Jahr einen Krisenindex, der die Entwicklung von Juni 2008 bis Juni 2009 spiegelt – hier insbesondere die Wirtschaftsleistung (50 Prozent Anteil) sowie die Arbeitslosenquote und die Beschäftigungsentwicklung (je 25 Prozent Anteil).

Die Auswertung zeigt: Nordrhein-Westfalen ist von der Krise überdurchschnittlich betroffen. Dazu Studienleiter Michael Bahrke: „Die Krise trifft nicht nur das Ruhrgebiet. Einbrüche hat auch das metallverarbeitende Gewerbe im Sauerland und Siegerland. Unternehmen dort sind Zulieferer für exportgeprägte Unternehmen, die in der Krise Aufträge storniert haben.“

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