Bundesländerranking: Rheinland-Pfalz: ausgeglichene Sozialstruktur, wenig Innovation

Bundesländerranking: Rheinland-Pfalz: ausgeglichene Sozialstruktur, wenig Innovation

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Das Niveau im Weinland ist solide

von Bert Losse

Das Weinland wirkt solide beim Niveau, aber schwach in der Dynamik.

Im wissenschaftlichen Bundesländerranking 2009 von Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und WirtschaftsWoche belegt Rheinland-Pfalz Platz 12 im Dynamikvergleich aller 16 Bundesländer. Dieser spiegelt die Entwicklung in den Jahren 2005 bis 2008 wider.

Im Bestandsranking, das das absolute Niveau von Wirtschaftskraft und Wohlstand abbildet, erreicht das Land Platz 5. Die von Wissenschaftlern der IW Consult Köln durchgeführte Studie berücksichtigt 100 ökonomische und strukturelle Indikatoren wie Bruttoinlandsprodukt, Kaufkraft, Kitabetreuungsquote oder Investitionsquote.

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Verschiedene Indikatoren vermitteln das Bild von einer ausgeglichen Sozialstruktur und tragen dazu bei, dass das Weinland auf Platz 5 im Niveauvergleich landet. 71,3 Prozent der Rheinland-Pfälzer sind mit einem Arbeitsplatz versorgt. Diese Quote liegt um 1,3 Prozentpunkte über dem Schnitt aller Länder und bringt Platz 3. Zudem gibt es hier vergleichsweise wenig junge Arbeitslose. 5,7 Prozent zwischen 15 und 24 waren 2008 ohne Job, bundesweit sind es 7,1 Prozent – Rang 3 für Rheinland-Pfalz. Die Arbeitslosenquote lag in Rheinland-Pfalz im Jahr 2008 bei 5,6 Prozent, während sie sich bundesweit auf 7,8 Prozent belief.

Im Vergleich zu anderen Ländern verfügt Rheinland-Pfalz aber nur über recht wenig Hochqualifizierte: 7,4 Prozent aller Beschäftigten hatten 2008 einen Universitäts- oder Hochschulabschluss. Bundesweit waren es 10,1 Prozent – nur Rang 15. Im Dynamik-Ranking finden sich Indizien für Defizite in der Innovationskraft. Zwischen 2005 und 2008 sank die Zahl der angemeldeten Patente je 100.000 Einwohner um 24. Bundesweit stieg dieser Wert um ein Patent je 100.000 Einwohner. Damit ist Rheinland-Pfalz hier Schlusslicht.   

„Rheinland-Pfalz schneidet im Dynamik-Vergleich eher schwach ab, weil es weniger als andere vom zurückliegenden Aufschwung profitieren konnte“, erklärt INSM-Projektleiter Jan Loleit. Dies wiederum liege daran, dass das Land nur über wenige wachstumsstarke unternehmensnahe und wissensintensive Dienstleistungen verfüge.

Zusätzlich zum Ranking veröffentlichen INSM und WiWo in diesem Jahr einen Krisenindex, der die Entwicklung von Juni 2008 bis Juni 2009 spiegelt – hier insbesondere die Wirtschaftsleistung (50 Prozent Anteil) sowie die Arbeitslosenquote und die Beschäftigungsentwicklung (je 25 Prozent Anteil). Die Auswertung zeigt: Rheinland-Pfalz ist von der Krise überdurchschnittlich betroffen. Dazu Studienleiter Michael Bahrke: „Das Land hat Industrieregionen im Norden. So leiden beispielsweise Metallverarbeitungsbetriebe im Westerwald in besonderer Weise unter dem Exporteinbruch.“

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