Bundesländerranking: Sachsen: Preisdruck bei Chipindustrie drückt

Bundesländerranking: Sachsen: Preisdruck bei Chipindustrie drückt

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Abverkauf der Qimonda München und Dresden: Etwa 150 Computer, 300 LCD-Monitore und 100 Drucker verkaufte die insolvente "Qimonda AG i.In." am 18. November. So endet die kurze Geschichte eines Halbleitertechnologiekonzerns in der Abwicklungsphase.

Am 23. Januar 2009 meldete der Arbeitgeber von ehemals etwa 13.500 Mitarbeitern - davon über 5.000 in Dresden und München - beim Amtsgericht München die Insolvenz an. Erst am 1. Mai 2006 gliederte Infineon seine Speichershipsparte mit Qimonda aus. Das Unternehmen fuhr zuletzt hohe Verluste ein. Mittlerweile sind in Dresden noch rund 140 und in München gut 130 Mitarbeiter mit der Verwertung beschäftigt. Foto: dpa

Auch in Sachsen ging es im Aufschwung aufwärts, doch andere im Osten waren dynamischer.

Im wissenschaftlichen Bundesländerranking 2009 von Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und WirtschaftsWoche belegt Sachsen Platz 4 im Dynamikvergleich aller 16 Bundesländer. Dieser spiegelt die Entwicklung in den Jahren 2005 bis 2008 wider. Im Bestandsranking, das das absolute Niveau von Wirtschaftskraft und Wohlstand abbildet, erreicht das Land Platz 12. Die von Wissenschaftlern der IW Consult Köln durchgeführte Studie berücksichtigt 100 ökonomische und strukturelle Indikatoren wie Bruttoinlandsprodukt, Kaufkraft, Kitabetreuungsquote oder Investitionsquote.

Wo der Freistaat punktet? Von 2005 bis 2008 hat er die Schulden so stark zurückgeführt wie kein anderes Land – um 21 Prozent. Die Exportquote der Industrie legte um 6,2 Prozentpunkte zu – 3. Platz. Respektabel auch der Zugewinn an Steuerkraft: 51,1 Prozent – Rang 4.

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Und wo sich Sachsen unter Durchschnitt bewegt: zum Beispiel bei der Entwicklung der verfügbaren Einkommen. Ein Plus von 7,4 Prozent je Einwohner in den Jahren 2005 bis 2008 reicht hier nur für Platz 12 im Dynamik-Vergleich. Auch die Arbeitsplatzversorgung verbesserte sich relativ betrachtet in allen anderen Ost-Bundesländern deutlicher als in Sachsen. Schwach stellt sich auch das absolute Niveau der Produktivität in Sachsen dar: 48.518 Euro, das liegt deutlich unter dem Bundesschnitt von 61.790 Euro je Erwerbstätigen – vorletzter Platz im Bundesländervergleich.

Sachsen litt nach Angaben der an der Expertise beteiligten Wissenschaftler in den Jahren 2005 bis 2008 unter einem deutlichen Beschäftigungsrückgang in der Industrie: minus 1,8 Prozent, während die Zahl der industriellen Arbeitsplätze bundesweit um 0,5 Prozent zulegte.

Sachsen ist von der Krise durchschnittlich betroffen

„Noch in den Jahren 2004 und 2005 hatte sich Sachsen zwei Mal in Folge als Dynamiksieger hervorgetan“, erklärt INSM-Projektleiter Jan Loleit. Ursachen für die nun schwächere Aufwärtsentwicklung: „Rund um Leipzig verzeichnete man wegen der florierenden Automotive-Industrie und dem wachsenden Logistikstand rund um den Flughafen eine gute Beschäftigungsentwicklung. Die Region Dresden mit ihren Problemen in der Chip-Industrie steht hingegen weniger gut da. Der starke Konkurrenz- und Preisdruck führte zur Qimonda-Insolvenz und zum Verkauf der AMD Werke.“

Zusätzlich zum Ranking veröffentlichen INSM und WiWo in diesem Jahr einen Krisenindex, der die Entwicklung von Juni 2008 bis Juni 2009 spiegelt – hier insbesondere die Wirtschaftsleistung (50 Prozent Anteil) sowie die Arbeitslosenquote und die Beschäftigungsentwicklung (je 25 Prozent Anteil). Die Auswertung zeigt: Sachsen ist von der Krise durchschnittlich betroffen. Dazu Studienleiter Michael Bahrke: „Die Auto- und Chipindustrie im Freistaat ist besonders exportabhängig. Auch der Logistik-Standort am Flughafen Leipzig leidet unter der Krise. Instrumente wie die Kurzarbeit haben bislang verhindert, dass sich die Krise im Freistaat stärker auswirkte.“

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