Bundesländerranking: Schleswig-Holstein: Von der Krise unterdurchschnittlich betroffen

Bundesländerranking: Schleswig-Holstein: Von der Krise unterdurchschnittlich betroffen

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Strand von Laboe an der Ostsee, Schleswig-Holstein

Agrar- und Tourismusland Schleswig-Holstein mit wenig Höhen, aber auch wenig Tiefen in der Krise.

Im wissenschaftlichen Bundesländerranking 2009 von Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und WirtschaftsWoche belegt Schleswig-Holstein Platz 13 im Dynamikvergleich aller 16 Bundesländer. Dieser spiegelt die Entwicklung in den Jahren 2005 bis 2008 wider. Im Bestandsranking, das das absolute Niveau von Wirtschaftskraft und Wohlstand abbildet, erreicht das Land Platz 6. Die von Wissenschaftlern der IW Consult Köln durchgeführte Studie berücksichtigt 100 ökonomische und strukturelle Indikatoren wie Bruttoinlandsprodukt, Kaufkraft, Kitabetreuungsquote oder Investitionsquote.

Beim Niveau platziert sich Schleswig-Holstein immerhin knapp vor dem Nachbarland Niedersachsen. Das Land punktet beispielsweise mit einer schlanken Verwaltung: Rechnerisch kommen hier 26,1 Staatsdiener auf 1000 Einwohner gegenüber einem bundesweiten Schnitt von 29,7 öffentlich Bediensteten – Rang 1. Respektabel ist hoch im Norden auch die Arbeitsplatzversorgung. Sie liegt mit einem Anteil von 70,6 Prozent an der Bevölkerung zwischen 15 und 65 leicht über dem Bundesniveau – Rang 5.

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Highlight im Dynamik-Vergleich ist die Entwicklung des verfügbaren Einkommens je Einwohner. Dieses stieg hier in der Zeit von 2005 bis 2008 um 8,2 Prozent. Bundesmittel: 7,9 Prozent, Platz: 3.

Zwei Indikatoren werfen Schlaglichter auf die insgesamt relativ schwache Dynamik, die das Land in Norden in den Jahren 2005 bis 2008 zeigte: Das reale Bruttoinlandsprodukt wuchs in Schleswig-Holstein um 5,1 Prozent, während es im Bundesmittel um 6,9 Prozent zulegte – die schwächste Aufwärtsentwicklung im Bundesländervergleich.

Nur geringe industrielle Basis

Die Steuerkraft je Einwohner stieg im selben Zeitraum zwar um 23,8 Prozent, was jedoch um 6 Prozentpunkte unter dem Niveau aller Länder im INSM-WiWo-Vergleich liegt. „Das Land hat nur eine geringe industrielle Basis und konnte deshalb nicht so stark wie beispielsweise die Südländer vom Aufschwung profitieren“, erklärt INSM-Projektleiter Jan Loleit.

Zusätzlich zum Ranking veröffentlichen INSM und WiWo in diesem Jahr einen Krisenindex, der die Entwicklung von Juni 2008 bis Juni 2009 spiegelt – hier insbesondere die Wirtschaftsleistung (50 Prozent Anteil) sowie die Arbeitslosenquote und die Beschäftigungsentwicklung (je 25 Prozent Anteil). Die Auswertung zeigt: Schleswig-Holstein ist von der Krise unterdurchschnittlich betroffen. Dazu Studienleiter Michael Bahrke: „Schleswig-Holstein ist agrarisch und binnenwirtschaftlich geprägt und dadurch weniger von der Krise des Exportgeschäfts betroffen. Auch der Tourismus ist von der Krise nicht so stark tangiert wie beispielsweise Industrieunternehmen.“

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