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Bundesländerranking: Was Deutschland von Schweinfurt lernen kann

von Bert Losse und Konrad Fischer

Der große Vergleich von WirtschaftsWoche und Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) sieht Bayern weit enteilt, während der einzig ernst zu nehmende Konkurrent Baden-Württemberg schwächelt. Auf der Suche nach dem Kern des ewig bayrischen Erfolgs.

Rund 1000 Mitarbeiter des Wälzlagerherstellers SKF demonstrieren am Montag (01.12.2003) in Schweinfurt gegen die Schließung des Werks Püttlingen im Saarland. Quelle: dpa/dpaweb
Von Demonstrationen wegen massenhafter Werksschließungen ist im bayerischen Schweinfurt heute nichts mehr zu spüren - das Land hat der Gemeinde erfolgreich unter die Arme gegriffen. Quelle: dpa/dpaweb

Es wäre der perfekte Moment gewesen, sich dem Jubel der Massen hinzugeben, einmal den Volkstribun zu spielen. Im Herbst 1993 kommt der damalige bayrische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) nach Schweinfurt, die Stadt liegt am Boden. Die Arbeitslosigkeit kratzt an der Marke von 20 Prozent, westdeutscher Höchstwert. Innerhalb eines Jahres sind 10.000 Stellen verloren gegangen, in einer Stadt von 50.000 Einwohnern.
Die drei großen Arbeitgeber der Stadt, die Wälzlagerhersteller SKF, FAG und Sachs, befinden sich allesamt in existenziellen Krisen, bei FAG scheint der Konkurs kaum noch abwendbar.

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Hilfe vom Land

Den ganzen Sommer über hat die IG Metall Tausende Arbeiter auf die Straßen getrieben, mal bilden sie eine Fackelkette von den Fabriken zum Arbeitsamt, mal pusten Zehntausende in die Trillerpfeifen, die Kirchenglocken schlagen dazu den mahnenden Takt.

Die IG Metall in Zahlen

Doch Stoiber widersteht der Versuchung. Statt Millionenbürgschaften für die maroden Unternehmen bringt er ein vages Versprechen: Bayern werde Schweinfurt unterstützen, es zum Beispiel für den Strukturwandel stark machen. Als Sofortmaßnahme soll eine Abteilung des Landessozialgerichts an den Main verlagert werden, mit 50 Arbeitsplätzen. Die Trillerpfeifen werden lauter.

19 Jahre später kann sich Stoibers Erbe Horst Seehofer im wirtschaftspolitischen Erfolg sonnen, der seinen Ursprung auch in dieser Art von Zurückhaltung hat. Sollte er die Landtagswahl im kommenden Jahr gewinnen, wird das daran liegen, dass es den Menschen im Freistaat einfach zu gut geht, um nach Veränderung zu rufen. Schweinfurt ist heute nicht mehr nur Inbegriff einer der letzten schweren Wirtschaftskrisen in Bayern, sondern auch Symbol des viel beneideten Erfolgs: Heute zählt die Region sogar mehr Arbeitsplätze als vor der großen Krise. Bayern zeigt hier, dass es nicht nur die Erfolgswelle zu reiten versteht, sondern auch den Strukturwandel managen kann.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 07.09.2012, 12:38 UhrKnusperfisch

    Blödsinn.

    Brandenburg auf Platz 1 beim Dynamik Ranking ?
    Baden-Württemberg fällt zurück ?

    Gibts dafür auch irgendwelche Belege ?

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