Bundesparteitag: Die SPD und die leidige K-Frage

Bundesparteitag: Die SPD und die leidige K-Frage

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Rote Rosen zur Wiederwahl: Beim SPD-Bundesparteitag in Berlin erhielt der neue und alte Parteichef Siegmar Gabriel Montag 91,6 Prozent der Stimmen.

von Cornelia Schmergal

Auf ihrem Parteitag verabschieden die Sozialdemokraten ihr brandneues Programm. Es soll um Inhalte gehen: Steuererhöhungen, die Zukunft Europas, eine wegweisende Rentenpolitik. Doch das meistdiskutierte Thema auf den Gängen bleibt die Kanzlerkandidatur.

Wer sagt denn eigentlich, dass die SPD nur drei potenzielle Kanzlerkandidaten hat? Und wer sagt, dass es am Ende unbedingt ein Mann machen muss? Man könnte es ja auch mit einer Frau versuchen, mit Hannelore Kraft beispielsweise. So hat es sich der SPD-Vorsitzende höchstpersönlich ausgedacht. „Wir wollen zeigen, wen und was wir haben. Das geht über drei Männer weit hinaus“, ruft Sigmar Gabriel ins Mikrofon. Dass es da eben noch die Hannelore gebe. Der Rest des Satzes geht in tosendem Applaus unter.

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„Wir wollen zeigen, wen und was wir haben. Das geht über drei Männer weit hinaus“

Damit wäre die Zahl potenzieller Kanzlerkandidaten schon auf vier gestiegen. Aber auch wenn Sigmar Gabriel in seiner großen Grundsatzrede am Montagmorgen stets plakativ von „einem Kandidat oder einer Kandidatin“ spricht, darf man vermuten, dass er seinen Vorschlag selbst nicht ganz ernst nimmt, sondern vor allem um die Gunst des Publikums buhlt. Immerhin steht in wenigen Minuten seine Wiederwahl zum SPD-Chef an und die Delegierten aus Nordrhein-Westfalen stellen den größten Stimmenblock. Da kann ein wenig Lob für deren Ministerpräsidentin nicht schaden.  Außerdem reagiert Gabriel auf die Frauen in seiner Partei. Die hatten in den vergangenen Tagen lautstark gejammert, es könne nicht angehen, dass ausgerechnet die SPD, über drei männliche Kandidaten diskutiere, aber über keine einzige Frau.

Gabriel als Parteivorsitzender wiedergewählt

Sollte Sigmar Gabriel also ein taktisches Lob ausgesprochen haben, dann reüssiert er damit. Die SPD-Mitglieder wählen ihn mit  91,6 Prozent der Stimmen am Montagmittag zum zweiten Mal zum Partei-Vorsitzenden. Der Dämpfer fällt nur klein aus – vor zwei Jahren hatte er noch 94 Prozent der Stimmen erhalten. Von seinen fünf Stellvertretern erzielt nur einer ein noch besseres Ergebnis. Genauer müsste es heißen: eine. Hannelore Kraft räumt 97,2  Prozent der Stimmen ab. Auch darüber lässt sich wieder trefflich spekulieren. Und was gibt es Spannenderes auf Parteitagen?

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