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Kommentar Bundespolitik: Röttgen-Klatsche stabilisiert Angela Merkel

von Henning Krumrey

Die NRW-CDU hat ein Debakel erlebt, Bundeskanzlerin Angela Merkel kann trotzdem zufrieden sein. Denn selten dürfte eine verheerende Niederlage in einem Bundesland eine so stabilisierende Wirkung auf eine Bundesregierung gehabt haben.

Norbert Röttgen (CDU) Quelle: dpa
Eine große Niederlage für Röttgen, aber auch ein deutliches Zeichen an die Bundesregierung. Ein Koalitionsbruch würde weder CDU noch FDP etwas bringen. Quelle: dpa

Zwar mag der Ton bisweilen etwas rauer werden, wenn die CDU den Grund für ihre Niederlage nicht nur bei ihrem Spitzenkandidaten Norbert Röttgen suchen will, sondern auch dem Partner anlastet. Aber ein Koalitionsbruch ist ferner denn je.

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Neuwahlen wären für Kanzlerin Angela Merkel ein unkalkulierbares Risiko. Die CDU steht nicht toll da, und die Umfragewerte dürften nach der NRW-Schlappe erst mal sinken. Für eine Neuauflage von Schwarz-Gelb gäbe es keine Mehrheit. Das einzige kurzfristig machbare Bündnis wäre eine große Koalition, sofern es nicht gar für eine Bundesregierung ganz ohne Union reichte.

Da ist es für die CDU/CSU sinnvoller, auf den regulären Wahltermin im September 2013 zu warten. Vielleicht hat sich die Lage bis dahin gebessert. Und eine große Koalition ist schließlich immer drin.

Neue Reformaufgaben für die FDP

Ohne Neuwahlen die Liberalen rauszuwerfen und schnell mal den Partner zu wechseln, ließe sich für Kanzlerin Merkel nur schwer begründen, zumal sich die in den vergangenen Monaten mit sich selbst beschäftigte FDP gerade stabilisiert. Und die SPD dürfte derzeit auch kein Interesse haben, als Juniorpartner die Regentschaft Merkels für die restlichen Monate bis zum Ende der Legislaturperiode zu sichern.

Martin Kannegiesser (Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, der Interessenvertretung der Metall- und Elektro-Industrie)

"Das Ziel, klare Mehrheitsverhältnisse in NRW zu haben, ist erreicht. Die Unternehmen erhoffen sich nun eine Schulpolitik, die sich an Leistung orientiert. Das ist für ein Land im Strukturwandel wie NRW unerlässlich. Vor allem in der Energiepolitik erhoffen wir uns nun klare Aussagen von Frau Kraft, auch zur Inbetriebnahme des Kohlekraftwerks in Datteln. Frau Kraft besitzt wirtschaftspolitische Kompetenz, ich vertraue darauf, dass sie diese sowie ihre bisherige pragmatische Linie  in der Regierung mit den Grünen durchsetzen wird."

Bild: Werner Schüring für WirtschaftsWoche

Denn dann wäre sie Steigbügelhalter für eine Politik, die sie im September 2013 doch ablösen will.

Die FDP wiederum kann sich zunächst etwas beruhigen: Das akute Todesrisiko scheint gebannt. Nach den überraschend guten Ergebnissen in Schleswig-Holstein am 6. Mai und nun in Nordrhein-Westfalen können die Liberalen die nächste Reformaufgabe anpacken: Ihren Bundesvorsitzenden Philipp Rösler abzulösen.

Denn spätestens seit dem Parteitag in Karlsruhe hat viele an der Basis wie in den Gremien und Parlamenten die Erkenntnis beschlichen, dass mit einem Spitzenkandidaten Rösler die Bundestagswahl zumindest zur Zitterpartie wird. Zumal mit den Wahlkämpfern Wolfgang Kubicki und Christian Lindner zwei Politiker Erfolge einfuhren, die sich nicht so bedingungslos an die CDU gebunden haben wie der amtierende Vorsitzende.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 14.05.2012, 18:09 UhrMargrit

    Seit Merkel sich die CDU unter den Nagel gerissen hat, geht es mit dieser Partei kontinuierlich nach unten. Das zeigten ja schon die beiden letzten Wahlergebnisse von Merkel.
    Merkel ist in der Demokratie noch nicht angekommen, ich denke, sie will es auch gar nicht. Dazu ist zu gut FDJ-geschult und zu verwurzelt in ihrer DDR Mittlerweile führt sie sich doch auf wie eine Staatsratsvorsitzende. Wir Bürger kommen doch gar nicht mehr vor. So war es ja auch im Politbüro. Dei Bürger hatten nichts zu melden
    Und für Deutschland hat sie noch nichts getan, außer uns immer mehr Schulden aufzubürden, damit sie ihren "Traum" von einem sozialistischen Zentralsstaat Europa verwirklichen kann.
    Frau Merkel hat die CDU zu einer sozialistischen Blockpartei umgeformt. Von bürgerlich, konservativ ist da nichts mehr vorhanden.
    Leider werden die Deutshen aber sehr schnell merken, dass SPD und vor allem die Grünen es noch schlimmer machen werden.
    Denn ein konservatives Gegengewicht ist in diesesem Land nicht mehr vorhanden
    Deutschland dürfte in Europa das einzige Land sein, was keine konservative Partei mehr hat.
    Der Linksruck, der ja auch gestern bei uns in RW deutlich wurde, dürfte uns jedoch in Bälde enorm auf die Füße fallen

  • 14.05.2012, 07:04 UhrJoselyn

    Ich wüsste nicht, wie die NRW-Wahl Frau Merkel und ihre Politik "stabilisieren" sollte. Schließlich hat Herr Röttgen sich selbst ins Aus geschossen. Einmal mit seiner Äußerung "LEIDER müssten die Wähler das entscheiden ...", womit er klar macht, was er von den Wählern hält und zum zweiten mit der gescheiterten Streichung der Förderung der Solarenergie, was ein Unding an sich ist. Schließlich wollen alle erneuerbare Energien. Und das gerade er als Umweltminister so etwas fordert, ist eine Frechheit.
    Für mich sieht das so aus, als wollte Herr Röttgen den Akw-Betreibern ihre Geld-Druck-Maschinen erhalten. Und Frau Merkel hat sich bei dem Thema ja auch schon oft genug selbst widersprochen. Schließlich hatte sie gegen den Willen der Bevölkerung den Akw-Betreibern ihre Verträge verlängert, kurz danach passierte der Unfall in Fukushima. Kurz nach dieser Katastrophe war sie auf einmal auch für den Atomausstieg. Die Akw-Betreiber wollten die Bundesregierung damals verklagen.

    Frau Merkel hat das Land nur tiefer mit ihrem Euro-Desaster in die Schulden geführt und während ihrer Amtszeit für die Bevölkerung nichts getan. Mittlerweile distanziert sich Frankreich auch schon von ihr. Jeder, mit dem man spricht, hält ihre Politik für gescheitert.

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