Bundespräsident: Die verlorene Leichtigkeit des Christian Wulff

Bundespräsident: Die verlorene Leichtigkeit des Christian Wulff

von Max Haerder

Der erste Termin des Bundespräsidenten im neuen Jahr, der routinemäßige Besuch der Sternsinger im Schloss Bellevue, erzeugt so viel Aufmerksamkeit, wie kein anderer Auftritt seiner bisherigen Amtszeit. Und er ist durchzogen von halbsouveränen Anspielungen des Hausherrn. Ein Ortstermin in Schloss Bellevue.

Man kann nicht gerade sagen, dass es derzeit besonders gut liefe für Christian Wulff. Der amtierende Bundespräsident erzeugt Häme, Mitleid oder schlicht Fassungslosigkeit, je nach Perspektive. Nach dem höchsten Mann im Staate jedenfalls fühlt sich all das nicht mehr an. Viele, darunter auch politisch Zugeneigte, haben Wulff auch vor Beginn der Kreditaffäre schon für zu leicht gehalten, nun – als Verteidiger seiner selbst – darf jeder dabei zusehen, wie Wulff erst per Erklärung und dann per Fernsehinterview die Probe auf das präsidiale Exempel misslingt.

Wenn die Begleitumstände eines Ereignisses wichtiger werden als dieses selbst, dann läuft etwas schief. Und das war heute der Fall. Mehr als hundert Journalisten, Fotografen und Kameraleute wollten Zeuge sein, als Wulff die Sternsinger im Schloss Bellevue empfing. Ein Routinetermin, Standard, eine kleine Randnotiz. Das wäre die Normalität. Spätestens aber seit sich der sehr geehrte Herr Bundespräsident und der sehr geehrte Herr Diekmann von der BILD-Zeitung in öffentlichen Briefwechseln duellieren, ist  kaum mehr etwas normal.

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Es läuft nicht gut für Wulff

Als Christian Wulff um kurz nach elf durch die Schlosspforte tritt, um die wartenden Sternsinger zu begrüßen, soll sein Gesicht keinerlei Gemütsexegese zulassen. Doch kaum hat der Bundespräsident ein paar Worte gesprochen und will den Weg frei machen für das erste Lied der Sternsinger, da tritt er seiner hinter ihm stehenden Frau fast auf die Füße. Man kann eben nicht sagen, dass es derzeit besonders gut liefe für Christian Wulff.

Man darf davon ausgehen, dass er ein paar Minuten damit verbracht hat, sich zu überlegen, wie er souverän mit diesem ersten offiziellen Termin des Jahres 2012 umgehen kann. Seine Wahl ist dabei offenbar auf vermeintlich subtile Anspielungen gefallen. Ihr Sternsinger, sagt Wulff auf der Schlosstreppe, habt dieses Jahr endlich einmal die Aufmerksamkeit, die ihr verdient. Da lacht schon keiner. Wenige Minuten später, beim gemeinsamen Posieren für die Fotografen, schiebt Wulff noch folgenden Satz hinterher. „Wenn ihr mal Präsident werden wollt, müsst ihr das Jahr so beginnen.“

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