Bild: dapdGauck vor der Vereidigung. Er zieht als elfter Bundespräsident ins Schloss Bellevue ein.
Bild: dpaDie Altbundespräsidenten Richard von Weizsäcker (l.) und Roman Herzog ließen es sich nicht nehmen, zum Amtsantritt des neuen Bundespräsidenten ins Reichstagsgebäude in Berlin zu kommen. In einer gemeinsamen Sitzung von Bundestag und Bundesrat wurde Gauck vereidigt.
Bild: ReutersGruppenfoto: In trauter Einigkeit präsentieren sich Bundeskanzlerin, Bundestagspräsident, Bundespräsident a.D. und Bundespräsident in spe vor der Zeremonie.
Bild: dpaEtliche Abgeordnete nahmen an der Vereidigung des neuen Bundespräsidenten teil. Am Sonntag hatte die Bundesversammlung den ehemaligen DDR-Bürgerrechtler und Theologen zum neuen Staatsoberhaupt gewählt.
Bild: dpaBundestagspräsident Norbert Lammert würdigte die Wahl Gaucks in seiner Rede als Zeichen des unaufhaltsamen Fortschritts beim Zusammenwachsen von Ost und West. Gauck werde getragen von einer Woge der Sympathie, die Erwartungen seien hoch.
Bild: ReutersAlter und neuer Bundespräsident: Auch Christian Wulff (r.) erschien mit Ehefrau Bettina im Reichstag. Er trat zurück, nachdem die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Vorteilnahme gegen ihn aufnahm.
Bild: dpaEingeschworen: Joachim Gauck leistet seinen Eid auf die Verfassung.
Bild: ReutersLammert (r.) gratuliert Gauck als Erster zu dessen neuen Aufgabe.
Bild: rtrDie Bundeskanzlerin beglückwünscht den Bundespräsident zur Vereidigung. Angela Merkel hatte sich zunächst gegen den Kandidaten Gauck gestellt.
Bild: ReutersGlückwünsche von der SPD: Sigmar Gabriel und Frank-Walter Steinmeier hätten Joachim Gauck schon 2010 gern zum Bundespräsidenten gemacht.
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Gauck vor der Vereidigung. Er zieht als elfter Bundespräsident ins Schloss Bellevue ein.
Wenn es so weiter geht, steht uns noch einiges bevor. Denn reibungslos waren sie nicht, die ersten 100 Tage des Bundespräsidenten Joachim Gauck. Nach eher zaghaftem Beginn hat er fast Woche für Woche Aufmerksamkeit gefunden, auch Kritik und Kontroversen ausgelöst, zuletzt mit seiner aufgeschobenen Unterschrift unter Fiskalpakt und Euro-Rettungsschirm, oder mit seiner Rede über Auslandseinsätze der Bundeswehr, „Mut-Bürger“ in Uniform und die „glückssüchtigen“ Deutschen.
Auch die Absage eines Besuchs in der Ukraine, die Warnung vor Planwirtschaft bei der Energiewende, der Islam, der vielleicht doch nicht zu Deutschland gehört, und der spektakuläre Abschied von Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) liegen noch nicht lange zurück. Dazwischen hat uns der 72-Jährige starke Bilder beschert, emotionale Jubelszenen aus Fußballstadien, Trauer in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, würdiges Erinnern im holländischen Breda. Fast immer dabei war Lebensgefährtin Daniela Schadt, die zwar zugibt, ihre neue Rolle noch nicht ganz gefunden zu haben, die aber große Sympathie und Anerkennung findet.
Plakative Botschaften sind Gauck fremd
Manchmal scheint das erste Paar der Republik noch überrascht von der neuen Rolle und Prominenz. Vor dem Treffen mit der niederländischen Königin Beatrix etwa sagte Gauck: „Ich übernachte heute im Schloss - auch schön so etwas.“ Vielleicht erstaunlich, dass es die eine große Rede des großen Redners Gauck noch nicht gegeben hat, dass das große Thema seiner Amtszeit noch nicht zu erkennen ist. Vielleicht soll es das auch gar nicht geben. Plakative Botschaften sind dem Ex-Pastor aus der DDR fremd. Das unterscheidet Gauck wohl auch von seinem Vorgänger Christian Wulff, dessen wichtigsten Satz, wonach der „Islam auch zu Deutschland gehört“, er bereits öffentlich zerpflückt hat. Gauck bekommt dafür Zustimmung von der CSU, Kritik von den Grünen. Manchmal sind es nicht die festlichen Reden, sondern kleine, eigentlich nur protokollarische Auftritte, die Zeichen setzen. Die Entlassung Röttgens mit sehr herzlichen Worten war ein solcher Moment, in dem Gauck - bewusst oder nicht - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besonders schlecht aussehen ließ.
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