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KommentarBundespräsident: Rückschlag für Christian Wulff

von Henning Krumrey

Nach den Hausdurchsuchungen bei seinem engen Vertrauten Olaf Glaeseker dürfte Bundespräsident Christian Wulff klar sein: Die Affäre um seine Person ist noch lange nicht ausgestanden.

Der Bundespräsident zu Gast bei Freunden

Weil er von einer befreundeten Unternehmerin ein Darlehen über 500.000 Euro zu marktunüblich günstigen Bedingungen aufgenommen hat, gerät Bundespräsident Christian Wulff zunehmend unter Beschuss. Es ist nicht das erste Mal, dass Wulff wegen seines guten Drahts zu reichen Unternehmern negativ auffällt. Um die Diskussion zu entschärfen, will Wulff nun für Transparenz sorgen. Über seine Anwälte ließ er am Wochenende alle privaten Urlaube bei persönlichen Freunden auflisten. Das sind die Gastgeber des Präsidentenpaares.

Bild: dapd

Sollte Bundespräsident Christian Wulff immer noch seiner Illusion nachhängen, "in einem Jahr" sei die ganze Affäre vergessen, kann er nun diese Hoffnung begraben. Seit der Hausdurchsuchung bei seinem früheren Regierungssprecher und engsten Vertrauten Olaf Glaeseker ist klar: Auch in den nächsten Monaten ist für ständig neue Schlagzeilen gesorgt.

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Das sagt wohlgemerkt noch gar nichts über tatsächlich strafbare Handlungen Glaesekers oder des Partyveranstalters Manfred Schmidt, dessen Räume ebenfalls Besuch von der Polizei bekamen. Aber zumindest wird durch die nun folgende Auswertung der Unterlagen die Affäre des Präsidenten in die Länge gezogen und um eine unschöne Facette ergänzt.

Der Verdacht gegen Glaeseker richtet sich auf kostenlose Urlaube bei Schmidt, während der Regierungssprecher gleichzeitig der amtliche Kontaktmann war, als es um die Organisation und politische Begleitung von Veranstaltungen ging. Im Zentrum steht der so genannte Nord-Süd-Dialog der Bundesländer Niedersachsen und Baden-Württemberg. Finanziert wurden die regionalpolitischen PR-Schaus durch Sponsoren aus der Wirtschaft, die Ministerpräsidenten Christian Wulff und Günter Oettinger (beide CDU). Wie weit die Staatskanzlei in Hannover in die Organisation und vielleicht auch Finanzierung eingebunden war, ist ein Teil der Untersuchungen, die jetzt das Landeskriminalamt durchführt.

Die heutige Besatzung der Staatskanzlei kann dazu nach eigenem Bekunden nicht viel beitragen, weil sie nicht über alle Akten verfüge. Ob sich diese vielleicht bei Glaeseker zuhause befanden, werden die nächsten Wochen und Monate zeigen.

Zweifelhafte Besuche beim Oktoberfest und Filmball

Natürlich wird auch die Frage gestellt werden, wieso denn die Gratisurlaube des Sprechers bei einem Freund Grund für Ermittlungen sind, bei seinem Auftraggeber Christian Wulff aber das kostenlose Logieren bei Wirtschaftsgrößen keinen Anfangsverdacht begründe. Der Unterschied liegt darin, dass bislang keine direkte dienstliche Verknüpfung nachgewiesen werden konnte. Zwar liegt die Vermutung nahe, dass die "Freundschaft" zwischen Wulff und manchem Boss nur dadurch entstand, dass der einstige bedeutungslose Oppositionsführer zu einer politischen Größe im Lande aufstieg. Das hat zwar ein Geschmäckle, aber solange nicht direkte Begünstigung im Amt nachgewiesen wird, handelt es sich nicht um strafbare Handlungen.

Allerdings: Die Recherchen der Medien laufen auch in diesem Bereich weiter. Fragezeichen liefern da Einladungen eines Medienunternehmers zum Münchner Oktoberfest – der Unternehmer erhielt auch eine Förderung des Landes. Die Reise zum Filmball in die Bayerische Hauptstadt (Zitat Wulff: "Meine Frau wollte schon immer mal zum Filmball") bezahlte der Süßwarenhersteller Zentis. Nicht nur für das Ehepaar, auch für die beiden Leibwächter buchte das Unternehmen die Zimmer im noblen "Bayerischen Hof". Vielleicht ein kleines Dankeschön für eine Rede, die der Ministerpräsident vor Mitarbeitern der Firma einige Wochen zuvor gehalten hatte?

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5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 27.01.2012, 15:18 UhrJEGesang

    Abs: Jürgen E. Gesang, Hamburg

    ANTWORT AN ESO VERGELTER...
    Ich nehme an, Sie haben sich da ganz bestimmt im Thema verwirrend für die Leser vergaloppiert ?! :)(:).

    Es geht hier um IHRO ABGEHOBENE SCHNÖSELIGKEIT, genannt Noch-Bundespräsident Wulff, bzw. Olaf Glaeseker ... tschüss, Jürgen E. Gesang, Hamburg

  • 25.01.2012, 12:41 UhrEso-Vergelter

    Die Zerstörungen nehmen explosionsartig zu. Z. B. können Krampfadern mit der Linser-Methode ohne Operation zerstört werden. Zudem sind u. a. die Winter 20 % kürzer, als früher.
    Nicht-grüne Ökos setzen sich durch. Die Technokratie wird niedergebrochen. Es sollen u. a. die herkömmlichen Autos durch 1 l-Autos ersetzt werden. Bei der Wahl im Saarland im März werden die FW und die Piraten viele Stimmen bekommen. Und bei der Wahl in Frankreich im April wird Le Pen viele Stimmen bekommen. Die widernatürliche Völkervermischung wird endlich gestoppt.

  • 24.01.2012, 18:30 UhrGesang

    Schuld trägt immer der " Pförtner" :)
    In einem Leserbrief zu Herrn Wulff hiess es neulich treffend und lapidar, "...wie kann man nur so dumm, so unglaublich dumm sein!"
    Damit wäre im Grunde schon alles gesagt.


    ABer was mich wirklich wieder einmal mehr verblüffte, das war die Kündigungs-Begründung des lieben Herrn Wulff, mit denen er seinen Freund Olaf Glaeseker aus dem Amt des Pressesprechers warf, mal ganz davon abgesehen , dass eben jener Herr Glaeseker sozusagen fast " selbst" das sinkende Schiff WULFF verliess. Begründung lautete ( so stands in der WELT ) am 22. Dezember 2011, der Herr GLaseker hätte "...mehrfach Luxusurlaub für null Kosten gemacht"!
    Im Ernst.
    Ach, halten wir bitte bis hierhin fest: Der in sich bigotte Herr Wulff feuert seinen engen Mitarbeiter aus haargenau den selben Vorteilnahmen, die er sich höchstdarselbst GÖNNTE! Kein Witz.
    Bislang nahm keine einzige Redaktion in D diese doch recht absurde
    SELBSTENTBLÖSSUNG des Präsiden lächerlichmachend auf !Frage: Warum nicht???
    Ja sollte es denn wirklich in uralter Gewohnheit in D so peinlich weiterlaufen wie gehabt: Denn die Schuld bei Verfehlungen lag, liegt und wird sicher immer weiter einzig und allein bei der kleinsten Instanz einer Hierarchieliegen, nämlich beim Pförtner. So geschahs schon zweimal im Falle Pieech von VW und, und , und... Bei Unwichtigen schlägt die weisungsgebundene Staatsanwaltschft in D , staune, unerbittlich wahrheitswütig zu.

    Lächerlich,einfach nur lächerlich. Jürgen E. Gesang, Hamburg

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