Bundespräsident: Wulff räumt Fehler ein

Bundespräsident: Wulff räumt Fehler ein

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Christian Wulff hat seinen Sprecher Olaf Glaeseker (re.) entlassen.

Bundespräsident Christian Wulff kämpft um sein Amt. Er entschuldigt sich für Irritationen, sieht aber keinen Grund zurückzutreten. Dafür muss ein anderer Weggefährte Wulffs seinen Platz räumen.

Bundespräsident Christian Wulff tritt nicht zurück. Nach einer Woche Dauerkritik an seinen engen Beziehungen zu vermögenden Unternehmern hat sich das Staatsoberhaupt am Donnerstag für seinen bisherigen Umgang mit der Kreditaffäre entschuldigt. Wulff betonte zugleich, er wolle sein Amt weiterhin gewissenhaft fortführen. Dafür bitte er die Bürger um ihr Vertrauen.

Der Bundespräsident erklärte, private Freundschaften hätten seine Amtsführung nicht beeinflusst. „Dafür stehe ich.“ Er bedauere die entstandenen Irritationen. Er nehme alle Vorwürfe sehr ernst. Alle Auskünfte seien erteilt worden, sagte Wulff. Auch seine Ferienaufenthalte bei Freunden habe er offengelegt. Er habe über 250 Einzelfragen jeder Art beantwortet. Wulff bedauerte, dass er seinen bisherigen Sprecher und Vertrauten Olaf Glaeseker entlassen musste. Gründe dafür nannte er aber nicht.

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Besonders günstige Kreditkonditionen

Unterdessen berichtet der "Spiegel", dass Wulff bei der Ablösung des 500.000-Euro-Kredits des Unternehmerehepaares Geerkens von der BW-Bank besonders günstige Konditionen erhalten habe. Wie das Magazin vorab meldete, schloss Wulff bei der Bank keinen normalen Immobilienkredit ab, sondern ein komplexes Finanzkonstrukt wie es eher bei Unternehmen, nicht aber bei der Finanzierung eines Eigenheimes üblich sei. So seien die Zinsen um die Hälfte niedriger als bei der Immobilienfinanzierung von normalen Kunden gewesen. Dem Bericht zufolge schloss die BW-Bank einen Kreditrahmenvertrag über 520.000 Euro ab, der bis zum 31. Dezember 2024 laufen sollte. Die Zinsen seien variabel gewesen. Die Höhe richtete sich demnach nach dem Zinssatz, zu dem Banken am Geldmarkt Geld leihen können. Unter Berufung auf Wulffs Anwälte schreibt das Magazin, der Zins habe zwischen 0,9 und 2,1 Prozent gelegen. Derartige Finanzierungen vermittelt die BW-Bank laut „Spiegel“ nur an „gehobene Privatkunden“.

Wulff hatte 2007 einen Darlehensvertrag mit der Unternehmersgattin Edith Geerkens über 500.000 Euro abgeschlossen. Seine Anwälte haben inzwischen eingeräumt, dass ihr Mann Egon an der Aushandlung der Zahlung beteiligt war. Der frühere niedersächsische Ministerpräsident hatte bei einer Befragung der Grünen im Landtag 2010 aber eine geschäftliche Beziehung zu Geerkens verneint und das Darlehen von dessen Frau nicht erwähnt. Wulff steht auch wegen Urlaubseinladungen von befreundeten Unternehmern in der Kritik. Zudem war öffentlich geworden, dass der Unternehmer Carsten Maschmeyer eine Anzeigenkampagne für ein Buch Wulffs im Jahr 2007 finanzierte.

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