Bundesrechnungshof: Prostituierte stärker besteuern

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Eine Prostituierte posiert im Rahmen eines Pressetermins. Der Bundesrechnungshof möchte Prostitution stärker besteuern.

von Henning Krumrey

Der Bundesrechnungshof kritisiert, dass Prostituierte nicht konsequent zur Steuerzahlung heran gezogen werden.

„Die Besteuerung der Prostitution in Deutschland ist nach wie vor völlig unzureichend“, heißt es in einem Bericht für den Bundestags-Finanzausschuss, aus dem die WirtschaftsWoche zitiert. Vor allem die Erfassung von „in Betrieben tätigen Prostituierten“ sei unbefriedigend.

Der Rechnungshof plädiert für „einen Steuereinbehalt durch Betreiber für in ihren Betrieben tätige Prostituierte“. Die Betreiber von Eros-Centern, Massage-Salons, Sauna-Clubs oder Escort-Agenturen sollen pro Arbeitstag und -kraft in ihren Etablissements einen Pauschalbetrag ans Finanzamt abführen, als Vorauszahlung für die spätere Steuererklärung der Frauen. Zwar rechnet die Behörde nicht damit, dass viele tatsächlich mit den Finanzbeamten abrechnen, aber allein aus den Vorauszahlungen könnte der Staat rund eine Milliarde Euro einnehmen. Die Prüfer schlagen als Steuer-Vorauszahlung einen Tagessatz von 25 Euro pro Kopf vor.

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Abgabenrechtlich sind die Damen, die in Eros-Centern, Massage-Salons, Sauna-Clubs oder Escort-Agenturen anschaffen, nicht angestellt, sondern freiberuflich tätig. Sie erzielen Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Damit sind sie auch „Unternehmer im Sinne des § 2 Umsatzsteuergesetz“, hält der Rechnungshof fest. Auf ihr Angebot („sonstige Leistungen“) würden damit auch 19 Prozent Mehrwertsteuer fällig. Die Einnahmen müssten sie melden; dies geschehe jedoch in der Praxis nicht.

Bereits vor mehr als zehn Jahren hatte der Bundesrechnungshof gegenüber Regierung und Parlament moniert, dass die Bundesländer auf unterschiedlichen Wegen den Verdienst erfassen möchten, während das Bundesfinanzministerium das Thema seit jeher nur für ein föderales Vollzugsdefizit halte und eine rechtliche Regelung ablehnt. Nach Schätzungen setzt die Branche bis zu 15 Milliarden Euro im Jahr um.

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