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Bundestag entscheidet: Fragen und Antworten zu Spaniens Bankenhilfen

Der Bundestag berät heute über die milliardenschweren Hilfen für Spaniens Banken. Erwartet wird eine breite Mehrheit für das Rettungspaket. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengestellt.

In diesem Jahr hat Bundestagspräsident Norbert Lammert die Abgeordneten schon bei der letzten regulären Sitzung vor der Sommerpause mit der Mahnung verabschiedet: „Schwimmen Sie nicht so weit raus und achten Sie darauf, das Handgepäck immer griffbereit zu halten.“ Jetzt wurden die Parlamentarier zurückbeordert, um über die Bankenhilfen für Spanien abzustimmen.

Bild: dapd

Wieso stimmt der Bundestag über die EFSF-Hilfen ab?

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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble braucht die Zustimmung des Bundestages, um im Kreis seiner Kollegen aus der Euro-Zone den Hilfen grünes Licht geben zu können. Dies gilt für alle Hilfen des EFSF. Dieses Mitbestimmungsrecht hat sich das Parlament in der Eurokrise per Gesetz selbst gegeben. Im vergangenen Jahr stimmte der Bundestag bereits mehrfach über die Beteiligung Deutschlands am Euro-Rettungsschirm ab. Zuletzt wurde im Februar im Bundestag zum siebten Mal über Hilfspakete entschieden - in diesem Fall über das zweite Paket für Griechenland.

Erst im Juni ging es außerdem in Bundestag und Bundesrat um die Gesetze des dauerhaften Euro-Rettungsschirms ESM und des europäischen Fiskalpakts. Die deutsche Zustimmung dazu wird nach einer Klagewelle nun endgültig beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entschieden.

Sind alle Parlamentarier da?

Ob alle Parlamentarier kommen werden, ist nicht klar. Die Fraktionsmanager sind jedoch zuversichtlich und gehen davon aus, dass sich die weitaus meisten der 620 Parlamentarier pünktlich zum Zählappell am Mittag bis in die Hauptstadt durchschlagen werden. Sie gehen von einer Präsenz von rund 90 Prozent aus.

HSH Nordbank: Die HSH Nordbank ist per Stichtag 31. März mit insgesamt 176 Millionen Euro in spanischen Staatspapieren engagiert. Das umfasst laut Bank klassische Staatsanleihen ebenso wie staatlich abgesicherte Kredite an staatsnahe Betriebe.

Bild: dapd

Per SMS, Mail und zur Sicherheit auch noch per Brief wurden die Volksvertreter an ihre gesetzliche Präsenzpflicht erinnert. Die Parlamentsverwaltung versandte dazu eine eigene Aufforderung, den Termin nicht einfach zu ignorieren. Bundestagspräsident Norbert Lammert hatte die Abgeordneten zudem schon bei der letzten regulären Sitzung vor der Sommerpause nicht von ungefähr mit der Mahnung verabschiedet: „Schwimmen Sie nicht so weit raus und achten Sie darauf, das Handgepäck immer griffbereit zu halten.“

Wo kommen sie her?

Einige Parlamentarier kommen aus dem Urlaub etwa aus Zypern, Spanien oder Italien zurück. Der SPD-Haushaltsexperte Carsten Schneider unterbricht dafür seinen Urlaub auf Mallorca. „Man sieht von der Krise sogar auf Mallorca etwas: Immer mehr Geschäfte schließen“, sagte Schneider gegenüber der „Bild“-Zeitung.

Angesichts der vielen Milliarden für Spanien fallen die Kosten für das Rückholunternehmen kaum ins Gewicht. In früheren Fällen ging man von etwa 100.000 Euro je Sondersitzung aus. Vor allem schlagen Flugtickets zu Buche. Die Aktion diesmal dürfte eher in die Kategorie preiswert fallen, da zahlreiche Politiker noch nicht in die Ferien gestartet sind.

Von Abgeordneten, die in den Rocky Mountains und an anderen entlegenen Orten Urlaub machen, gab es bis Mittwoch noch keine Rückmeldung. Auf sie muss wohl verzichtet werden. Ein Parlamentarier ließ sich mit der Begründung entschuldigen, er bekomme keine Fähre mehr aus Sardinien. Ein Freidemokrat teilte vorsorglich mit, seine Frau erwarte an diesem Tag ein Kind. Etwa ein halbes Dutzend meldete sich krank.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 19.07.2012, 19:05 Uhrmichel

    Wieder einmal sind wir dem finanziellen Untergang ein Stück näher. Kaum hat man einem klammen Staat kurzfristig aus der Patsche geholfen wird jetzt erst richtig Geld (Schulden) in die Hand genommen um die zu retten, die alles verursacht haben. Banken, früher vollgesogen mit Provisionen für jede noch so unvernünftige Investition in überbesetzte Märkte. Es geht um Zeit, Zeit bis zum Untergang der auf jeden Fall kommen wird. Helfen wird das alles nichts, viel zu groß sind die ungedeckten Kreditblasen eines außer Kontrolle geratenen Finanzsystems. Es sollen schrittweise Tatsachen geschaffen werden, die es bald unmöglich machen aus diesen völlig falschen Rettungsaktionen auszusteigen. Ich höre jetzt schon die Befürworter dieser unsäglichen Zustimmungen jammern, wie sie doch hinters Licht geführt wurden und nicht alle Informationen besaßen. Man muss sich mal vorstellen, wie das alles durchgepeitscht wird. Da wird über so was lächerliches wie die Herdprämie monatelang diskutiert, verworfen vertagt, aber so eine existenzbedrohende Unternehmung wie die Schuldenübernahme insolventer Staaten und Banken wird im Schweinsgalopp durchgepeitscht. Wenn man sich überlegt, das haftungsrechtliche Fragen nicht mal verbindlich geklärt sind frage ich mich, von welchen Abgeordneten werden wir hier eigentlich vertreten. Wie kann man solche Blankoschecks ausstellen ohne die Folgen auch nur ansatzweise abschätzen zu können? Meine Stimme kriegen diese Truppen jedenfalls nie wieder.

  • 19.07.2012, 18:07 UhrWiderstand

    Selbsthilfe für den Bürger; Spareinlagen abheben, Versicherungen Beitragsfrei stellen, Vermeidung von Überstunden, nur das notwendigste Konsumieren , nur wenig mit den Auto fahren oder auf Fahrad ect. umsteigen keine Überstunden, alles vermeiden wo zusätzlich Steuern erhoben werden Geld nicht in D ausgeben, dann existieren keine Steuereinahmen die mann verschenken kann !Dann werden Sie ausgetrocknet !!!

  • 19.07.2012, 17:25 UhrDemotivierter

    Wer die Bundestagsdebatte verfolgt hat konnte wieder feststellen wie die Hauptwortführer die Sache so hingedreht haben und rhetorisch gekonnt den nicht so informierten, zwar mit einem unguten Gefühl aber infolge fehlender Aletrnative den wohl zum akzeptieren gebracht haben.Sie tun so als sei diese Haftung von ca. 30 Milliarden die einzige Haftungssumme. Bei all dem Gerede bleibt doch bestehen, daß bei 2,1 Billionen Schulden, den bereits eingegangenen Haftungsübernahmen, den fehlenden Rücklagen für die Pensionen und Renten und ohne Vorsorge für schlechtere wirtschaftl. Zeiten es höchst unverantwortlich ist Banken zu retten bzw. Finanzakteuren ihre Risiken abzunehmen- ein eklatanter vestoß gegen die marktwirtschaftl. Grundsätze.Es ist für einen Bürger unverständlich wieso Regierung und fast das ganze Parlament auf die ( noch verschleierte) Vergemeinschaftung der Schulden hinarbeiten.

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