These 24: Ein deutsches Harvard schaffen, das wäre was

Seit Jahren wird debattiert, wie deutsche Unis zur Weltspitze aufschließen können. Die Lösung ist ganz einfach: Ja zur Elite-Förderung – und zu mehr Geld.

Gerhard Schröder machte es wie so oft – er probierte es mit der Brechstange. Es müsse doch möglich sein, zumindest einige deutsche Universitäten auf die internationalen Spitzenränge zu hieven, gab er als Losung aus. Endlich ein deutsches Harvard, Princeton oder wenigstens etwas wie die Zürcher ETH, so umriss der damalige Bundeskanzler im Jahr 2004 seine Ambitionen. Schröders Plan war simpel: Zwei oder drei deutsche Universitäten sollten bis zu eine halbe Milliarde Euro pro Jahr erhalten – und das über ein Zeitraum von einem Jahrzehnt. Müsste da nicht Elite rauskommen?

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Zwei Drittel der Teilnehmer unserer Umfrage zum Thema „Studium mit Zukunft“ glauben, dass Ingenieure und ITler künftig die besten Berufschancen haben. Die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt gibt ihnen Recht.

Einer der Roboter des Forschungsinstituts "Artificial Intelligence (AI)" an der Universität in Bremen Quelle: dpa

Es kam, natürlich, etwas anders: Die Bundesländer wehrten sich gegen wenige mächtige Eliteunis, lieber sollten alle etwas abkriegen, die sogenannte Exzellenzinitiative wurde geboren. Ein klassischer Kompromiss des deutschen Bildungsföderalismus. In diesem Jahr endet das Projekt – und wird, welch Wunder, nahtlos mit der Exzellenzstrategie fortgesetzt: ähnliches Konzept, vergleichbares Volumen.

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Der Fairness halber sei gesagt: Das deutsche Hochschulwesen ist tatsächlich in der Breite besser geworden. Doch ein Mangel bleibt: Uns fehlen akademische Aushängeschilder mit weltweitem Renommee. Von den Bedingungen amerikanischer Eliteunis sind selbst führende deutsche Unis immer noch weit entfernt. Beispiel Harvard: Die Privatuni aus Boston konnte vergangenes Jahr über ein Budget von knapp 4,8 Milliarden US-Dollar verfügen. Die LMU sowie die TU in München kamen zusammen auf drei Milliarden Euro, bei beiden das dazugehörige Klinikum eingerechnet. Über 90.000 Studenten werden mit diesen Mitteln ausgebildet. In Harvard sind es nur gut 20.000.

Wir brauchen deshalb mehr Mut zur Elitenförderung und das dazu nötige Geld. Nicht als Konkurrenz zur Exzellenzstrategie, als Ergänzung. Wer auch künftig zu den wichtigsten Bildungsnationen gehören will, benötigt eine international sichtbar Spitzenuni. Schon als Ansporn für alle anderen.

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