Wenn ich Kanzler von Deutschland wäre…: Das fordern die Promis

Wenn ich Kanzler von Deutschland wäre…: Was Promis an Deutschland verbessern würden

Das fordern die Promis

Vor allem das Thema Digitalisierung ist offenbar geeignet, eine ganz große Koalition aus Wirtschaft und Gesellschaft zu formen.  „Ich würde Ängste abbauen“, sagt etwa die Telekom-Vorständin Claudia Nemat. „Wir müssen beispielsweise Menschen Angst vor Technologie nehmen, denn sie kann Gutes bewirken. Dafür ist es wichtig, dass man in der Schule Neugierde weckt. Etwa fürs Coden.“ Und Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger ergänzt: „Ich würde unsere Schulen um Digitalangebote ergänzen, um Zukunft auszuprobieren und zu gestalten.“

Selbst der Brückenschlag zwischen Dax-Vorstandschef, Gewerkschaftsführer und ordoliberalem Ökonom gelingt bei dem Thema: „Ich würde nicht nur Digitalisierung predigen sondern auch danach handeln“, sagt der Mannheimer Wirtschaftsprofessor Achim Wambach.  „Ich würde in Breitband-Internet für alle investieren“, sagt Adidas-Chef Kapser Rorsted. Und Jörg Hofmann, Chef der IG Metall ergänzt: „Deutschland sollte die Chancen des digitalen Wandels nutzen, ohne die Sorgen der Beschäftigten zu ignorieren.“

Die Euphorie, dringend in Sachen Digitalisierung einen irgendwie empfundenen Rückstand aufholen zu müssen, ist so groß, dass es neben den ganzen eher etablierten Wirtschaftsköpfen gar eine Start-up-Gründern wie Outfittery-Chefin Julia Bösch braucht, um auch an die Risiken der „Digital First, Bedenken Second“-Strategie der FDP zu erinnern: „Ich würde“, sagt Bösch, „eine Datenethikkommission ins Leben rufen. Die klügsten Köpfe Europas sollen sich zusammensetzen und Leitlinien definieren, wie wir ethisch mit der zunehmenden Automatisierung in Arbeit und Leben umgehen.“

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Einen ähnlich einenden Charakter wie das Thema Digitalisierung hat nur noch das Thema Europa in den Führungsetagen von Wirtschaft und Gesellschaft – und zwar mit durchaus anderem Tenor als in der Umfragemehrheit. So fordert HSBC-Deutschlandchefin Carola von Schmettow glasklar: „Ich würde einen Euro-Finanzminister samt Euro-Budget und klaren Regeln installieren.“ Und Roland Berger ergänzt: „Ich würde Europa wieder einigen, im Geist von Lissabon und Maastricht voll funktionsfähig machen und alle Europäer vom EU-Projekt überzeugen – auch emotional“.

Viele werden noch deutlich grundsätzlicher in einem neuen Anlauf für mehr Europa-Pathos. Allianz-Chef Oliver Bäte sagt: „Ich würde die junge Generation wieder für Europa begeistern und ein obligatorisches Schuljahr in einem anderen EU-Land einführen.“ Der Gewerkschaftsökonom Gustav Horn findet: „Ich würde mit Regierung wie Zivilgesellschaft eine demokratische und tragfähige europäische Architektur für den Euro-Raum schaffen.“ Und ist sich da erstaunlich einig mit der Chefin des Deutschen Aktieninstituts, Christine Bortenlänger, die sagt:  „Ich würde die EU27 stabilisieren, für Frieden, Freiheit und Wohlstand in EUropa!“

Oder der Deutsche Bank-Vorständin Sylvie Matherat, die fordert: „Ich würde Deutschland gemeinsam mit Frankreich die EU in eine neue Ära von Verantwortung und Zusammenarbeit führen lassen – und zwar mit mehr Europa, nicht weniger.“

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Auch das Mega-Thema Bildung beschäftigt Wirtschaftsführer. Wenn auch nicht alle so von Eigennutz getrieben wie den Osram-Chef Olaf Berlien. Der Lampen-Boss fordert: „Ich würde die Beleuchtung hierzulande komplett auf LED umstellen. Die Hunderte Millionen Einsparungen dadurch wiederum stünden zur Verfügung für Investitionen in Bildung, Forschung und Infrastruktur.“

Auch das Wirtschaftspromi-Spektrum droht sich allerdings, wie das normale Parteienfeld, jenseits der breiten Aufstellung an der Spitze in mitunter sehr wichtige aber auch sehr sonderbare Kleinstinteressen zu verlieren. So fordert die Schauspielerin Iris Berben:  „Ich würde zur Unterstützung der lebendigen deutschen Filmkultur- und –wirtschaft aufrufen.“

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