Bundestagswahl: AfD-Anhänger wittern Wahl-Betrug

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Bundestagswahl: AfD-Anhänger wittern Wahl-Betrug

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Anhänger der afD sind überzeugt, dass ihre Partei nicht in den Bundestag einziehen sollte.

von Oliver Voß

Aus dem Stand erzielte die AfD das beste Ergebnis einer neuen Partei. Viele Anhänger ärgern sich trotzdem und vermuten nun Manipulation und Wahlfälschung.

Es war ein historischer Wahltag. Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik ist die FDP nicht im Bundestag vertreten, genauso sensationell ist aber das Ergebnis der Alternative für Deutschland (AfD). Aus dem Stand holte sie 4,7 Prozent, das beste Ergebnis das je eine neue Partei erzielte. Bei vielen AfD-Anhängern überwogen jedoch Frust und Enttäuschung darüber, dass sie den Einzug in den Bundestag knapp verfehlt hat. „Wir sind natürlich schon enttäuscht, dass es nicht gereicht hat“, erklärte auch Parteisprecher Bernd Lucke.

Eine ganze Reihe von AfD-Wählern vermutet gar eine Manipulation. Vor allem auf der offiziellen Facebook-Seite der Partei wird intensiv über vermeintliche Unstimmigkeiten diskutiert. „Diese Wahl stinkt bis hoch in den Himmel!“, heißt es dort. „DAS war ein eindeutiger Wahlbetrug!! DAS kann nicht mit rechten Dingen zugegangen sein!!“, schreibt ein anderer Nutzer. Zwischen 18 Uhr am gestrigen Wahltag und heute früh um 10 Uhr wurden auf der Parteiseite mehr als 300 Kommentare verfasst, die über eine Wahlfälschung spekulieren. Ein großer Teil davon wurde in den zwei Stunden nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnung geschrieben.

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Viele Kommentatoren wundern sich, dass der Wert der AfD lange Zeit konstant bei 4,9 Prozent lag, während es bei den anderen Parteien Schwankungen gab. Das bezieht sich allerdings nur auf die von Infratest Dimap für die ARD erhobenen Werte. Bei RTL und n-tv lag die Partei um 18 Uhr bei 4,5 Prozent. In der ersten Prognose des ZDF lag die AfD bei 4,8 Prozent, und veränderte sich im Verlauf von drei Stunden zwei mal.
Die geringere Bewegung dürfte zudem daran gelegen haben, dass den Wahlforschern Vergangenheitswerte zum Anteil der Briefwähler und anderen Faktoren gefehlt haben, die in die Prognosemodelle mit eingehen.

Das Kreuz mit dem Bleistift

Manipulation vermuten AfDler auch darin, dass in einigen Wahllokalen nur Bleistifte auslagen. Laut Bundeswahlordnung ist das zulässig: „Als Schreibstifte gelten im Sinne des Wahlrechts Bleistifte (die nicht dokumentenecht sein müssen), Farbstifte, Kopierstifte, Tintenstifte, Kugelschreiber, Faserstifte, Filzstifte und dergleichen“, erklärt der Bundeswahlleiter. Es spräche jedoch nichts gegen die Benutzung eines eigenen, mitgebrachten Schreibstiftes, etwa eines Kugelschreibers.

Zudem wird unterstellt, die Wahlhelfer seinen nicht unparteiisch oder links. „Man muss davon auch ausgehen ,das da wo keine Wahlbeobachter da sind auch die Wahlen gefälscht werden und zwar massiv. (…) Ich habe erstmals unsere Auszählung beobachtet und schon hat sich zum Beispiel der Anteil der NPD Stimmen verdoppelt“, schreibt ein Kommentator.

AfD selbst glaubt an Wahlergebnisse

Der Vergleich mit der NPD und anderen rechten Parteien taucht in diesem Zusammenhang mehrfach auf. „Die NPD ist ja in Thüringen auch mit 4,9 Prozent nicht eingezogen. Wer soll sowas glauben, dass immer genau die 1000 Stimmen fehlen?“, heißt es beispielsweise. Ein anderer Kommentator erklärt: „Die NPD ist 1969 mit demselben Ergebnis gescheitert. Wer allen ernstes glaubt, dass hier alles mit rechten Dingen zugeht hat jeglichen Bezug zur Realität verloren. Wahlmanipulation im ganz großen Stil. Aber es heißt ja nicht umsonst: Wenn Wahlen etwas verändern würden wären sie verboten!“

Einige der AfD-Anhänger waren nach eigenen Angaben auch als Wahlhelfer tätig und beschreiben, dass dort alles „absolut korrekt“ abgelaufen sei. „Aber danach, in irgendeinem Computer wo die Zahlen zusammenlaufen, da kontrolliert kein Mensch mehr was wirklich passiert.“

Lucke befeuert Verschwörungstheorien

Diese Neigung zu Verschwörungstheorien zeigt sich im AfD-Umfeld immer wieder, die berüchtigte Bilderberg-Konferenz wird da gerne genannt, deren Mitglieder den Einzug der AfD verhindert hätten. „Wer von uns weiß schon was die da hinter den Kulissen treiben“, ist ein Beitrag, der ein Weltbild beschreibt, das sich in den Kommentaren vieler AfD-Anhänger spiegelt. Auch Bernd Lucke hat solchen Theorien Vorschub geboten, nachdem er im Vorfeld dem Meinungsforschungsinstitut Forsa eine Manipulation der Daten unterstellt hatte. Und wenn schon die Umfragen frisiert werden, was mag da erst mit den entscheidenden Stimmen sein, denkt sich dann mancher Lucke-Wähler.

Zumal einige schon Schwierigkeiten zu haben scheinen, dass Wahlsystem zu verstehen. So werden sogar die mancherorts nicht aufgestellten Direktkandidaten als Manipulationsindiz angeführt. „Von Wahlbetrug will ich nicht reden, doch auch hier in Meck/Pomm. konnten wir Euch nur die Zweitstimme geben. Sonst wäre sicher ein anderes Ergebnis herausgekommen“, heißt es beispielsweise.

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Allerdings sieht die AfD selber keinerlei Anlass an den Wahlergebnissen zu zweifeln. „Die Leute waren einfach frustriert“, sagt AfD-Sprecherin Dagmar Metzger zu den Kommentaren. „Das sollte man nicht zu ernst nehmen." Auch auf Facebook widersprechen mindestens genauso viele Kommentatoren den Verschwörungstheoretikern. Sie weisen zu Recht darauf hin, dass die AfD relativ unbekannt sei und gratulieren. „Für eine so junge Partei ist das eine tolle Leistung!“, schreibt ein Kommentator.

Ein anderer bringt auf den Punkt, was zum Betrugsverdacht wohl zu sagen ist – auch wenn seine Prognose doch arg optimistisch anmutet: „Wahlmanipulation??? Schwachsinn!!! Sorry!!! Ich finde das Ergebnis super toll. 4,7 Prozent in sechs Monaten, wenn das so anhält sind das in 48 Monaten 37,6 Prozent.“

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