Bundestagswahl: FDP macht Merkel zur Kanzlerin von Schwarz-Gelb

Bundestagswahl: FDP macht Merkel zur Kanzlerin von Schwarz-Gelb

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (li.) und CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla

Wahlsieg für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Triumph für FDP-Chef Guido Westerwelle: Ein sensationelles FDP- Ergebnis bei der Bundestagswahl sichert Merkel trotz des schlechtesten Abschneidens der Union seit 60 Jahren das Bündnis mit ihrem Wunschpartner. Nach vier Jahren großer Koalition wird Deutschland künftig erstmals seit 1998 wieder schwarz-gelb regiert.

Die SPD mit Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier erlebt ein beispielloses Debakel und muss nach elf Jahren an der Macht zurück in die Opposition. Mit Überhangmandaten wurde von ARD und ZDF für Schwarz-Gelb eine klare Parlamentsmehrheit von 323 gegenüber 291 Mandaten für Rot-Rot- Grün errechnet. Die Mehrheit im 17. Bundestag liegt bei 308 Sitzen.

Die SPD fuhr das schlechteste Ergebnis seit 1949 ein und verlor heute so viel wie noch nie zuvor eine Partei bei einer Bundestagswahl.Die FDP holte das beste Ergebnis ihrer Geschichte.Grüne und Linke erzielten ebenfalls zweistellige Rekordergebnisse, konnten angesichts des Absturzes der SPD Schwarz-Gelb aber nicht verhindern.

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CDU-Chefin Merkel wurde als sechster Regierungschef nach Konrad Adenauer (CDU), Willy Brandt, Helmut Schmidt (beide SPD), Helmut Kohl (CDU) und Gerhard Schröder (SPD) im Amt bestätigt. Die Union konnte aber nur bedingt von den hohen Popularitätswerten der Kanzlerin profitieren.

CSU mit schlechtestem Ergebnis seit 1949

Der FDP-Vorsitzende Guido Quelle: dpa

Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle (M.) zwischen Präsidiumsmitgliedern beim Wahlabend der FDP

Bild: dpa

Auch die CSU in Bayern musste einen Tiefschlag einstecken. Sie erreichte nach einer Hochrechnung des Bayerischen Rundfunks nur 41,9 Prozent - ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl seit 1949.

Nach den Hochrechnungen von ARD und ZDF (19 Uhr) kam die CDU/CSU auf 33,6 bis 33,8 Prozent (2005: 35,2), die SPD auf 23,0 (34,2) und die FDP auf 14,7 Prozent (9,8). Die Grünen erreichten 10,0 bis 10,5 Prozent (8,1), die Linken 12,2 bis 12,5 Prozent (8,7).

Von den kleineren Gruppierungen erreichte die auf Internetthemen spezialisierte Piratenpartei mit etwa zwei Prozent einen Achtungserfolg. Die Wahlbeteiligung erreichte mit 71,2 bis 72,5 Prozent (2005: 77,7) einen Tiefstand.

Die Hochrechnungen bedeuten für die CDU/CSU 229 bis 230 Sitze (2005: 226) und für die SPD 146 bis 147 Sitze (222) im neuen Bundestag. Die FDP kann mit 93 bis 94 Mandaten (61) rechnen, die Grünen mit 64 bis 67 Mandaten (51) und die Linke mit 78 bis 80 Mandaten (54).

CDU bleibt in Schleswig-Holstein stärkste Kraft

Bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein blieb die CDU unter Ministerpräsident Peter Harry Carstensen laut ARD trotz erheblicher Verluste mit 31,2 Prozent stärkste Kraft. Sie kann aber voraussichtlich dank eines hervorragenden FDP-Ergebnisses von 15,2 Prozent ebenfalls mit den Liberalen regieren. Die Mehrheit von Schwarz-Gelb im Kieler Landtag ist aber mit 43 zu 42 Sitzen denkbar knapp. Die SPD stürzte auf 25,7 Prozent ab. Die Grünen holten 12,1, die Linke 6,4 und der Südschleswigsche Wählerverband SSW, für den die Fünf-Prozent-Hürde nicht gilt, 4,1 Prozent.

In Brandenburg lag laut ARD die SPD von Ministerpräsident Matthias Platzeck mit 31,7 Prozent vor der Linken, die auf 27,7 Prozent kam. Die CDU erreichte 20,6 Prozent, die Grünen 5,3 und die FDP 7,3 Prozent. Damit kann Platzeck wie bisher mit der CDU weiterregieren oder eine Koalition mit der Linken schmieden.

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