Bundestagswahl: Merkel startet in heiße Wahlkampfphase

Bundestagswahl: Merkel startet in heiße Wahlkampfphase

, aktualisiert 11. August 2017, 08:00 Uhr
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CDU-Generalsekretär Peter Tauber möchte durch eine lächelnde und grimassenschneidende Kanzlerin die Gunst der Wähler gewinnen.

Quelle:Handelsblatt Online

42 Tage, rund 50 Veranstaltungen. Am Wochenende startet die Kanzlerin in das sechswöchige Wahlkampfprogramm. Der Vorsprung vor der Konkurrenz ist groß. Doch genau darin liegt eine große Gefahr.

BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird sich an diesem Samstag aus ihrem rund dreiwöchigen Sommerurlaub zurückmelden und mit einem Auftritt in der SPD-Hochburg Dortmund die heiße Phase des Bundestagswahlkampfs einläuten. Auf rund 50 Veranstaltungen wird Merkel in den kommenden sechs Wochen bis zur Wahl am 24. September um Zustimmung für eine vierte Amtszeit werben. Sämtliche Umfragen deuten derzeit auf einen klaren Sieg Merkels über ihren SPD-Herausforderer Martin Schulz hin.

Im jüngsten ARD-Deutschlandtrend kommen CDU/CSU auf 39 Prozent, während die SPD 24 Prozent erreicht. Die Linkspartei käme demnach auf 9 Prozent, Grüne, FDP und AfD jeweils auf 8 Prozent. Damit gäbe es keine Mehrheit für eine schwarz-gelbe Koalition. Möglich wäre dagegen eine sogenannte Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen sowie eine Neuauflage der derzeit amtierenden Großen Koalition. Allerdings hatte der frühere SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel eine solche Koalition jüngst ausgeschlossen.

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Angesichts dieser Umfragewerte ist in der CDU-Parteizentrale derzeit die größte Sorge, dass bei Merkels Anhängern bereits ein Gefühl der Siegesgewissheit herrscht und viele daher das Gefühl haben könnten, gar nicht mehr wählen gehen zu müssen. „Die Wahl ist noch nicht gelaufen“, warnte CDU-Generalsekretär Peter Tauber am vergangenen Montag bei der Vorstellung von Wahlplakaten. „Wir kämpfen um jede Stimme bis zum Schluss“, so Tauber.

Als Negativbeispiel verweisen Parteistrategen in diesem Zusammenhang immer wieder auf den letzten Wahlkampf des jüngst verstorbenen CDU-Altkanzlers Helmut Kohl, der 1998 gegen seinen SPD-Herausforderer Gerhard Schröder verlor, weil die Mehrheit der Deutschen von Kohl nach dessen 16-Jähriger Kanzlerschaft genug hatte.

Um im Fall von Merkel, die seit fast 12 Jahren als Kanzlerin amtiert, nicht ein ähnliches Gefühl der Ermüdung aufkommen zu lassen, sind ihre Parteistrategen bemüht, sie als lebendige und neugierige Frau darzustellen. So stellte Tauber am Montag eine Wahlkampfbroschüre vor, die zunächst in einer Auflage von einer Million Exemplaren erscheinen soll und Merkel auf rund 40 Bildern zum Teil lachend und grimassenschneidend darstellt. „Ein Teil ihres Facettenreichtums und vielleicht auch ihres Humors haben wir versucht, in diesen Bildern nachzustellen“, rechtfertigte CDU-Generalsekretär Tauber die ungewohnte Bildauswahl der Kanzlerin.

Quelle:  Handelsblatt Online
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