Bundestagswahl: Überhangmandate könnten die Wahl entscheiden

Bundestagswahl: Überhangmandate könnten die Wahl entscheiden

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Wahlplakate verschiedener Parteien in der Innenstadt von Hannover

Der komfortable Vorsprung für Schwarz-Gelb ist dahin. Nach den neuesten Umfragen wird es eng für eine Mehrheit. Entscheidend könnten am Wahlsonntag die sogenannten Überhangmandate werden: Besonders die Union dürfte von ihnen profitiert.

Mehrere Meinungsforschungsinstitute sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Union und FDP sowie SPD, Grünen und Linkspartei voraus. Doch mit den Übergangmandaten könnte es für eine bürgerliche Koalition reichen.

Überhangmandate gibt es bei Bundestagswahlen immer wieder. Sie entstehen, wenn die Kandidaten einer Partei über Direktmandate mehr Sitze gewinnen, als ihr nach dem Ergebnis der Zweitstimmen zustehen. Nach Einschätzung von Politologen dürften an diesem Sonntag aber erheblich mehr solcher zusätzlicher Sitze anfallen als in der Vergangenheit.

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Große Parteien profitieren

Jeder Kandidat, der mit der Erststimme in seinem Wahlkreis direkt gewählt ist, hat natürlich das Recht, auch in den Bundestag einzuziehen. Entscheidend für die Sitzverteilung insgesamt ist aber die Zweitstimme. Normalerweise wird die Zahl der direkt gewählten Abgeordneten von der Zahl der Sitze abgezogen, die einer Partei nach ihrem Zweitstimmenergebnis im jeweiligen Bundesland zusteht. Die übrigen Plätze werden dann mit Abgeordneten der Landesliste einer Partei besetzt. Wenn es aber mehr direkt gewählte Abgeordnete gibt, als der Partei nach den Zweitstimmen an Sitzen zustünden, entstehen diese Überhangmandate.

Diese zusätzlichen Sitze kommen meist den großen Parteien zugute, da sie in der Regel die besten Chancen haben, ein Direktmandat im Wahlkreis zu erringen. Der Bundestag wächst jeweils um die Zahl der Überhangmandate, die zu den an sich vorgesehenen 299 direkt im Wahlkreis und weiteren 299 über die Landeslisten der Parteien gewählten (also insgesamt 598) Parlamentariern hinzukommen.

Nach dem Ergebnis der Bundestagswahl 2005 entfielen auf die SPD neun und auf die CDU sieben Überhangmandate, so dass das Parlament auf 614 Abgeordnete wuchs. Die CDU holte vier Überhangmandate in Sachsen und drei in Baden-Württemberg, die SPD konnte vier in Sachsen-Anhalt, drei in Bandenburg sowie je eines im Saarland und in Hamburg erringen.

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