Bundeswehr: Deutsches Heer braucht neue Funkgeräte und Panzer

Bundeswehr: Deutsches Heer braucht neue Funkgeräte und Panzer

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Ein Brückenlegepanzer vom Typ Biber, Vorgänger des Leguan. Die Bundeswehr meldet Milliardenbedarf an Funkgeräten und Panzerbrücken an.

Die Bundeswehr benötigt aufgrund der geänderten Bedrohungslage in den nächsten Jahren Brückenlegepanzer, modernere Funkgeräte sowie Gerät zum Verlegen von Minensperren. Es sind Kosten in Milliardenhöhe zu erwarten.

Das deutsche Heer benötigt nach den Worten seines Inspekteurs Jörg Vollmer in den kommenden Jahren neue Funkgeräte, Panzer und anderes Material für eine Milliardensumme. "Das, was am meisten uns drückt, ist das Thema Kommunikation", erklärte der General am Donnerstagabend in Berlin. Beginnend ab 2020 seien die Herstellerfirmen nicht mehr verpflichtet, Ersatzteile für die aktuellen Funkgeräte der Truppe vorzuhalten.

Außerdem benötige das Heer wieder die Möglichkeit, Minensperren zu verlegen, und 31 Brückenlegepanzer des Typs Leguan. "Eine Brigade, die voll ausgestattet ist mit Kampfpanzern und Schützenpanzern, die aber keinen Leguan hat, um damit Gewässer zu überwinden, ist in ihrer Wirkung deutlich behindert", sagte Vollmer. Der Leguan wird von Krauss-Maffei Wegmann (KMW) hergestellt.

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Der Bedarf für das Gerät sei vom Ministerium gebilligt, nun müsse die Feinplanung und die Umsetzung beginnen. Dazu zähle unter anderem die Auswahlentscheidung für das neue Funkgerät, das den teuersten Einzelposten ausmache. "Wir brauchen dringend notwendig die Entscheidung für die Nachfolgegeneration", erklärte der General.

"Manche von den kleinen Nationen sind uns da einen Schritt voraus mit den modernen Funkgeräten, die sie mittlerweile haben, so dass wir Probleme haben mit der Interoperabilität." Ein Problem sei das stark angestiegene Datenvolumen, da es sich in der Masse um Datenfunk handle, über den auch Lagekarten auf Bildschirme übertragen werden. Einen konkreten Finanzrahmen nannte Vollmer nicht.

Bataillone in Baltenstaaten

Die Beschaffung des neuen Materials werde viele Jahre dauern. "Sie brauchen bestimmt zehn Jahre, um wieder auf einen Stand zu kommen, der dann dem entspricht, was unsere Anforderung auch ist", sagte Vollmer. "Es dauert jetzt eine sehr lange Zeit, um all das wieder zu beschaffen, was wir aus nachvollziehbaren Gründen mal reduziert haben". Niemand erwarte, dass das Material von einem Tag auf den anderen komme. Dafür reiche schlicht das Geld nicht. Es solle aber schrittweise ein Truppenteil nach dem anderen damit ausgestattet werden.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte nach der Abkühlung der Beziehungen zu Russland eine Trendwende bei der Ausrüstung der Bundeswehr angekündigt. Danach sollen die Verbände entgegen früheren Planungen wieder mit dem kompletten Material ausgestattet werden, das sie benötigen, und nicht nur mit 70 Prozent davon.

Mit Blick auf den Nato-Gipfel bekräftigte Vollmer das deutsche Angebot, eines der vier Bataillone zu stellen, die künftig in den Baltenstaaten und Polen Präsenz zeigen sollen. Deutschland sei bereit, die Verantwortung für ein Bataillon in Litauen mit etwa 1200 Soldaten zu übernehmen, sagte der General. Die Bundeswehr werde mindestens die Hälfte dieser Soldaten und damit den Kern des Verbandes stellen.

Die Truppen sollen nicht dauerhaft in Litauen stationiert, sondern immer wieder ausgetauscht werden. Die USA und Großbritannien wollen die Bataillone in Lettland und Estland stellen. Welcher Nato-Partner Soldaten nach Polen schickt, ist dagegen noch unklar. In Diplomatenkreisen hieß es, die USA könnten Druck auf Kanada machen, um diese Aufgabe zu übernehmen.

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