Bundeswehr: Einsatz in Afghanistan wird immer teurer

Bundeswehr: Einsatz in Afghanistan wird immer teurer

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Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg (CSU) und seine Frau Stephanie bei ihrer Ankunft im Feldlager Masar-i-Scharif (Afghanistan)

von Christian Ramthun

Das Engagement in Afghanistan kostet Deutschland in diesem Jahr 1,5 Milliarden Euro, das ist ein Plus von fast 50 Prozent gegenüber 2009.

Die Bundesregierung hat ihre finanziellen Mittel zur Befriedung Afghanistans im laufenden Jahr kräftig aufgestockt. Die Ausgaben der  beteiligten Ministerien  werden bis zum Jahresende ein Volumen von 1,54 Milliarden Euro  erreichen, das wäre ein Anstieg um fast 50 Prozent  gegenüber dem Vorjahr. Das geht aus einem Schreiben des Parlamentarischen Staatssekretärs Thomas Kossendey (CDU) hervor, das der WirtschaftsWoche vorliegt.  

Das Verteidigungsministerium hat demnach sein direktes Engagement  in Afghanistan um 40 Prozent auf rund 1,04 Milliarden Euro  erhöht. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums hängt dies mit der stärkeren Präsenz der Bundeswehr in der Region Kunduz zusammen. Dort seien inzwischen 4700 Soldaten eingesetzt, 200 mehr als im Vorjahr. Außerdem sind seit April Panzerhaubitzen in Kunduz stationiert.  Das Verteidigungsministerium stellt darüber hinaus über 40 Millionen Euro zur „Unterstützung des Aufbaus afghanischer Streitkräfte durch die Nato“ zur Verfügung (Vorjahr 2,4 Millionen).  

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Hinzu kommen über zehn Millionen Euro (Vorjahr 6,7 Millionen) aus dem Bundesinnenministerium zum Aufbau einer einheimischen Polizei. Das Entwicklungshilfeministerium verdoppelt sein Engagement auf schätzungsweise 250 Millionen Euro. Einen kräftigen Anstieg gab es 2010 auch im Etat von Außenminister Guido Westerwelle; hier kletterten die Ausgaben für Afghanistan von 108 Millionen Euro auf 180 Millionen Euro. Allerdings hatte das Außenministerium 2009 zusätzlich einen „freiwilligen“ Beitrag von 50 Millionen Euro für den Aufbau der Afghanischen Nationalarmee geleistet, schreibt Verteidigungsstaatssekretär Kossendey. Hinzu kommen jährlich rund acht Millionen Euro „für Maßnahmen der humanitären Soforthilfe, des humanitären Minen- und Kampfmittelräumens sowie der Katastrophenvorsorge“.  Auch das Bundeslandwirtschaftsministerium beteiligt sich mit zwei Millionen Euro  am Einsatz Deutschlands in Afghanistan. 

Für 2011 wagt das Bundesverteidigungsministerium keine Prognose über die Kostenentwicklung. Dies sei „nur kurzfristig in Abhängigkeit von der jeweiligen Entwicklung im Einsatzland möglich“,  heißt es aus dem Ministerium.

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