Bundeswehr: Erbe mit Schrecken

Bild vergrößern

Das ehemalige Hauptgebäude einer leerstehenden Bundeswehr-Kaserne

Die Schrumpfkur führt zur Schließung vieler Standorte. Zurück bleiben verseuchte Brachflächen, die Jahre ungenutzt bleiben und hohe Kosten verursachen. Das muss nicht so sein.

Jetzt sind sie einfach verschwunden. 3500 Unterschriften aus Volkach, Unterfranken. 3400 aus Unna, Westfalen. 4000 aus Daun, Vulkaneifel. Im ganzen Land sind in den vergangenen Monaten Menschen von Haus zu Haus gegangen, haben Unterschriften gesammelt für den Erhalt der Kaserne in ihrem Ort. In Aktenordner hefteten sie die Erklärungen mit Name, Adresse und Unterschrift. Ein Fototermin mit der lokalen Presse, dann schickten sie die Ordner nach Berlin, Bendlerblock, Bundesverteidigungsministerium. Und jetzt das. „Über den Verbleib der Unterschriftenlisten ist mir nichts bekannt“, bemerkt ein Ministeriumssprecher lapidar. Dabei geht es für die Unterzeichner um viel, denn zu jedem Garnisonsort gibt es eine absehbare Leidensgeschichte. Die Soldaten und ihre Angehörigen leben im Ort, Kindergärten und Schulen wurden für sie gebaut, der Einzelhandel braucht sie.

Ein Minus von 15 Prozent

Kommende Woche will Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) das Standortkonzept zur Verschlankung der Bundeswehr bekannt geben. Funktionalität, Kosten, Attraktivität und Präsenz in der Fläche, nach diesen Kriterien wird ausgesiebt. Bürgerliebe steht da nicht. Mindestens 40 Standorte werden wohl dichtgemacht, so eine zurückhaltende Prognose. Aus 220 000 Soldaten sollen durch die Reform 185 000 werden, das ergibt ein Minus von 15 Prozent. Es wird vor allem den Norden treffen, hier ist die Soldatendichte besonders hoch. Während beispielsweise in Hessen auf 1000 Menschen nur 1,1 Soldaten kommen, sind es in Mecklenburg-Vorpommern 8,7. Dazu kommt: Auch britische und amerikanische Streitkräfte ziehen gerade aus Deutschland ab – die Nachfrage nach Plätzen für weitere Regionalflughäfen und Fachschulen ist erschöpft.

Anzeige

Marode Gebäude

Zurück bleiben marode Gebäudebatterien und toxische Kerosinlager. „Konversion“, Umwandlung, heißt der Euphemismus der Fachleute für das, was nach der Schließung kommt. Doch nicht das Entstehen von Neuem an der Stelle des Alten ist die Regel, sondern der teure Verfall. Kompetenzgerangel, Prestigedenken, Pech: Die Geschichte der Nachnutzung von Kasernengeländen offenbart, warum es oft nicht zur Weiterentwicklung kommt. Aber sie zeigt auch, dass das nicht so sein muss.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%