CDU-Politiker Guido Wolf: "Die Grünen versuchen, sich der CDU anzunähern"

InterviewCDU-Politiker Guido Wolf: "Die Grünen versuchen, sich der CDU anzunähern"

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von Bert Losse

Guido Wolf, der mögliche CDU-Spitzenkandidat bei der kommenden Landtagswahl in Baden-Württemberg, hält eine schwarz-grüne Koalition in Stuttgart für denkbar.

Im Herbst stimmen die CDU-Mitglieder in Baden-Württemberg in einer Urwahl darüber ab, wer bei der Landtagswahl 2016 die CDU zurück an die Macht führen soll. Zwei Kandidaten haben ihren Hut in den Ring geworfen und wollen den grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann aus dem Amt jagen – der stellvertretende CDU-Vorsitzende Thomas Strobl und der baden-württembergische Landtagspräsident Guido Wolf, 52.

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WirtschaftsWoche Online: Herr Wolf, in aktuellen Umfragen hat die grün-rote Koalition in Stuttgart ihre Mehrheit verloren. Steht die CDU bei der nächsten Landtagswahl als neuer Koalitionspartner bereit?

Guido Wolf: Unser Ziel ist es, so stark zu werden, dass gegen die CDU nicht regiert werden kann – und dass wir uns den Partner aussuchen können. Wir haben bei der vergangenen Landtagswahl den Fehler gemacht, uns zu früh und zu einseitig auf einen Koalitionspartner festzulegen – damals war das die FDP. Ein solcher Fehler darf sich nicht wiederholen. Ich sehe prinzipiell Koalitionsperspektiven bei allen im Landtag vertretenen Parteien, sei es die FDP, sei es die SPD – oder seien es die Grünen.

Der grüne Ministerpräsident Kretschmann hat jüngst vor „Ausschließeritis“ in der Koalitionsfrage gewarnt. Verstehen Sie das als eine Einladung an die CDU?

Es ist unverkennbar, dass sich die Grünen der CDU anzunähern versuchen. Es zeigt auch, dass sie sich jetzt Gedanken machen, wie sie auch nach der kommenden Wahl in Baden-Württemberg Regierungsverantwortung tragen können. Inhaltliche Gemeinsamkeiten sehe ich eventuell in der Haushalts- und Finanzpolitik, aber auch beim Thema „Bewahrung der Schöpfung“. Bei diesem ureigenen christlich-konservativen Thema haben wir als CDU leider Kompetenz an die Grünen verloren. Schwierig würde es angesichts der grünen Allergie gegen neue Straßen und Großprojekte beim Thema Infrastruktur, wo wir eine größere Nähe zur SPD haben.

 

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Und die FDP haben Sie aufgegeben?

Nein. Man darf die FDP in Baden-Württemberg nicht vorzeitig abschreiben. Ich glaube, die Landtagswahl wird für die Liberalen zum Schlüsseltermin, der darüber entscheidet, ob es die FDP in Deutschland überhaupt noch weiter geben wird. Das dürfte in einem liberalen Stammland wie Baden-Württemberg die Wähler mobilisieren. Was nichts daran ändert, dass die CDU keine Stimme zu verschenken hat.

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