Chaos in Mainz bis Ende August: Spitzentreffen zu Personalnot bei der Bahn

Chaos in Mainz bis Ende August: Spitzentreffen zu Personalnot bei der Bahn

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Der Vorsitzende der Deutschen Bahn AG, Rüdiger Grube.

Die Bahn will den ausgedünnten Zugverkehr rund um Mainz mit mehr Personal wieder verstärken. Der Bahnchef will sich mit den Gewerkschaften treffen. Es geht um dauerhafte Lösungen.

Bei einem weiteren Spitzentreffen am Mittwoch sollen Lösungen für die akuten Personalprobleme der Deutschen Bahn gesucht werden. Bahnchef Rüdiger Grube trifft sich am Nachmittag in Frankfurt mit dem Vorsitzenden der Eisenbahngewerkschaft EVG, Alexander Kirchner, und dessen Stellvertretern. Zuvor tauschen sich Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber und die Personalchefs der verschiedenen Unternehmenssparten mit Gewerkschaftern aus.

Seit über einer Woche gibt es aus Personalmangel Zugausfälle und Umleitungen am Hauptbahnhof in Mainz. Nach einem Gespräch mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) kündigte die Bahn am Dienstag an, die über Mainz führenden Zugverbindungen vom kommenden Wochenende an schrittweise wieder zu verbessern. Ab 30. August will sie zum normalen Fahrplan zurückkehren. Ins Mainzer Stellwerk sollen im September vier Fahrdienstleiter-Helfer zusätzlich kommen, von November bis Dezember fünf weitere neue Dienstleiter.

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Der Personalmangel bei der Bahn wird in der Politik weiter kontrovers diskutiert. Die Strategie des international aktiven Konzerns wird von manchem infrage gestellt. Und sogar ein Börsengang ist wieder ein Thema. Die SPD griff Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) an, der sich aus der Verantwortung stehle. Der Bund ist alleiniger Eigentümer der Bahn.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte das Unternehmen dazu auf, eine ausreichende Personalstärke sicherzustellen. „Es geht jetzt erstmal darum, dass ausgebildetes Personal da ist und dass man daran arbeitet, diese Personaldecke so auszustatten, dass auch in Krankheits- und Urlaubsfällen nicht jedes Mal Tausende von Menschen leiden müssen“, sagte Merkel in der Sendung „Forum Politik“ des TV-Senders Phoenix und des Deutschlandfunks. Sie sei sehr froh, „dass die Bahn sich mit aller Ernsthaftigkeit der Sache angenommen hat“. Die Beeinträchtigungen in Mainz seien ein „sehr ernstes Problem“, so die Kanzlerin. „Die Bahn ist für viele Menschen lebenswichtig für die Ausübung ihres Berufs.“

Der Vorsitzende des Deutschen Beamtenbundes, Klaus Dauderstädt, hält Probleme, wie sie jetzt am Hauptbahnhof Mainz aufgetreten sind, auch in anderen Bereichen für möglich. „Ob Schleusenwärter, Flughafenfeuerwehr, Autobahnmeistereien, die Informationstechniker in einer Finanzverwaltung - es gibt überall im Öffentlichen Dienst solche Schlüsselfunktionen. Und fast überall fehlt es an Personal, was schnell zu ähnlich existentiellen Engpässen führen kann“, sagte Dauderstädt der „Saarbrücker Zeitung“ (Mittwoch).

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