Chemnitz: Drei Festnahmen im Zusammenhang mit Polizei-Einsatz

Chemnitz: Drei Festnahmen im Zusammenhang mit Polizei-Einsatz

, aktualisiert 08. Oktober 2016, 16:45 Uhr
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Chemnitz: Polizeieinsatz wegen Verdachts auf Anschlagsvorbereitung

Bei ihrem Anti-Terror-Einsatz in Chemnitz hat die Polizei am Samstag drei Verdächtige festgenommen. Die Männer stehen im Verdacht, Kontakt zu dem flüchtigen Hauptverdächtigen, einem 22-jährigen Syrer, gehabt zu haben.

Im Zusammenhang mit dem Großeinsatz in Chemnitz fahndet die Polizei nach einem gebürtigen Syrer, der der Vorbereitung eines Bombenanschlags verdächtigt wird. Der 22-Jährige trage einen schwarzen Kapuzenpulli mit auffälligem Aufdruck, hieß es in dem am Samstag veröffentlichten Fahndungsaufruf. Zuvor hatten Beamte eines Spezialeinsatzkommandos eine Wohnung in einem Plattenbau gestürmt, in der der Verdächtige vermutet wurde.

Den Mann habe die Polizei dort zwar nicht gefunden, sagte der Sprecher des Landeskriminalamtes Sachsen, Tom Bernhardt. Die Ermittler haben in der Wohnung mehrere Hundert Gramm Sprengstoff gefunden. „Das ist kein Spaß mehr“, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamts.
Von einem islamistischen Hintergrund wollte das Landeskriminalamt nach den bisherigen Erkenntnissen allerdings noch nicht sprechen.

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Die Vermutung liege bei der Herkunft des Verdächtigen zwar nahe, sagte der Sprecher. Die Polizei werde sich dazu aber erst äußern, wenn es belastbare Fakten gebe. Ausgelöst worden sei der Einsatz durch eine Warnung des Verfassungsschutzes, wonach es zu einer gefährlichen Lage kommen könnte. Was die Anschlagsvorbereitungen angehe, so sei bisher unklar, "wo, wann, wie und warum" eine Tat geplant worden sei. Am Nachmittag wurde bekannt, dass drei Personen festgenommen wurden, die Kontakt zu dem Syrer gehabt haben sollen. Zwei der festgenommenen Verdächtigen wurden am Hauptbahnhof gefasst, einer in der seit dem Morgen abgesperrten Plattenbausiedlung. Dort müssen nun weitere Bewohner in Sicherheit gebracht werden. Auch rund um den Bahnhof gebe es Sperrungen.

Vereitelte Anschläge

  • September 2007

    Die islamistische Sauerland-Gruppe wird gefasst. Die vier Mitglieder werden wegen geplanter Terroranschläge auf Diskotheken, Flughäfen und US-Einrichtungen in Deutschland zu mehrjährige Freiheitsstrafen verurteilt.

  • April 2011

    Ermittler nehmen in Düsseldorf drei mutmaßliche Al-Kaida-Mitglieder fest, die einen Sprengstoffanschlag in Deutschland geplant hatten. Im Dezember 2011 wird ein vierter Verdächtiger gefasst. Die Männer müssen mehrere Jahre ins Gefängnis.

  • Februar 2016

    Die Polizei kommt einer mutmaßlichen Terrorzelle auf die Schliche und schlägt gleichzeitig in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen zu. Die vier Verdächtigen hatten womöglich einen Anschlag in Berlin geplant.

  • Juni 2016

    Spezialkräfte der Polizei nehmen drei mutmaßliche Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Brandenburg fest. Sie sollen einen Anschlag in der Düsseldorfer Altstadt geplant haben.

  • September 2016

    Ein 16-jähriger Flüchtling aus Syrien wird von der Polizei in Köln festgenommen. Laut den Ermittlern hatte er einen Sprengstoffanschlag geplant und von einem Chatpartner im Ausland Anweisungen zum Bombenbau erhalten.

Von dem Verdächtigen gehe für die Bevölkerung derzeit jedoch vermutlich keine Gefahr aus. "Es ist so weiträumig abgesperrt, dass wir eine Gefährdung für die Bevölkerung nahezu ausschließen können", sagte der Sprecher. Der Einsatz mit einem Großaufgebot von mehreren hundert Polizisten sei bereits in der Nacht angelaufen. Die Explosion, die gegen Mittag zu hören gewesen sei, hänge mit dem Eindringen des SEKs in die Wohnung zusammen.

Derzeit sei die Lage vor Ort ruhig, die Menschen reagierten besonnen. Der Polizeieinsatz spielte sich im Chemnitzer Wohngebiet "Fritz Heckert" ab, das in weiten Teilen aus Plattenbauten besteht. Die Polizei forderte die Anwohner dort auf, ihre Wohnungen nicht zu verlassen. Zugleich rief sie Schaulustige auf, das betroffene Gebiet zu meiden und keine Fotos oder Videos von dem Einsatz zu verbreiten, um die Ermittlungen nicht zu gefährden.

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