China-Besuch: Sechs-Milliarden-Euro-Deals mit deutschen Firmen

China-Besuch: Sechs-Milliarden-Euro-Deals mit deutschen Firmen

von Christian Ramthun

Der chinesische Vize-Ministerpräsident Li Keqiang kommt auf seiner Europa-Tour nun nach Deutschland – hinter den Kulissen wird fieberhaft an Geschäftsabschlüssen mit deutschen Unternehmen in Milliardenhöhe gearbeitet.

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Li Keqiang

So viel Aufmerksamkeit hat ein stellvertretender Ministerpräsident aus China wohl noch nie genossen. Li Keqiang wird auf seiner Europa-Reise hofiert, gilt manchen schon als Retter des angeschlagenen Euro. An diesem Donnerstag kommt der 55-jährige nun nach Deutschland.

Hier trifft Li nicht nur die Creme de la Creme der deutschen Wirtschaft. Termine mit Bundespräsident Christian Wulff, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Außenminister Guido Westerwelle, Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle und Bayerns Ministerpräsidenten Horst Seehofer stehen auf dem hochkarätigen Programm.

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Li Keqiang ist mehr als nur Vize-Premier, sondern auch möglicher Nachfolger des noch amtierenden chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao. Ein Spitzenfunktionär der Kommuniksten Partei Chinas, der zu den zentralen Politikern im immer weiter aufstrebenden Reich der Mitte gehört. Einem Land, das beim Bruttoinlandsprodukt bereits Deutschland und Japan überholt hat und sich anschickt, auch die USA in vielleicht schon zehn Jahren zu überflügeln. Nicht vergessen darf man dabei jedoch, dass beim Pro-Kopf-Einkommen die Chinesen noch immer nur auf vielleicht ein Zehntel der der Deutschen kommen. Das bedeutet aber auch große Wachstumschancen für die nächsten Jahre.

China verliert den Status eines Entwicklungslandes

Nicht zuletzt die deutschen Industrieunternehmen profitieren davon.

An diesem Freitag Abend wird Li Keqiang mit Westerwelle Verträge für deutsch-chinesische Geschäfte im Umfang von sechs Milliarden Euro abschließen. Bis zur buchstäblich letzten Minute feilen die Unterhändler beider Länder an den rund zehn Abkommen.

Die Höhe der Geschäftsabschlüsse dokumentiert im diplomatischen Sinne auch die Bedeutung des Li-Besuchs.

Gegen Ende seines Deutschlandsbesuchs will der Vize-Premier auch ein Werk des Autoherstellers BMW besichtigen, auch ein Zeichen der Wertschätzung für Made in Germany.

Ganz reibungslos dürfte dieser Besuch letztlich doch nicht ablaufen. Dafür gibt es zu viele und gravierende Beschwerden über mangelnde Vertragstreue und Know-how-Klau der Chinesen.

Bei der öffentlichen Auftragsvergabe werden chinesischen Unternehmen bevorzugt, das Einklagen von geistigem Eigentum ist nahezu aussichtslos. Li Keqiang wird die Beschwerden ernst nehmen müssen.

Denn mit zunehmendem Gewicht in der Welt verliert China den Status eines Entwicklungslandes, dem Verstöße gegen internationale Usancen noch verziehen werden.

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