CO2-Ausstoß: Ökonom Haucap nennt Gabriels Braunkohleabgabe "schlechte Idee"

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Braunkohlekraftwerk Niederaußem

Als „ausgesprochen schlechte Idee“ hat der renommierte Ökonom Justus Haucap den Vorschlag von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel kritisiert, den CO 2 -Ausstoß über eine Kohleabgabe zu senken.

Mit den gleichen Kosten könne man auf europäischer Ebene viel mehr CO2 vermeiden als durch eine nationale Abgabe, schreibt Haucap, bis 2012 Vorsitzender der Monopolkommission, in einem Gastbeitrag in der WirtschaftsWoche.

„Eine Braunkohleabgabe, die deutsche Stromkonzerne belastet, ist wenig hilfreich. Wir müssen uns vergegenwärtigen, dass der Klimawandel nicht allein in Deutschland gebremst werden kann, da wir maximal zwei Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verursachen“, so Haucap. Der Ausbau des Europäischen Emissionshandelssystem (EU-ETS) könne viel mehr fürs Klima erreichen. Der niedrige Preis von CO2-Zertifikaten zeige, dass man für das gleiche Geld in anderen Teilen Europas viel mehr CO2 einsparen könne als in Deutschland. „Beim aktuellen Kurs der Emissionsrechte von deutlich unter sieben Euro pro Tonne CO2 ließen sich 22 Millionen Tonnen für 150 Millionen Euro pro Jahr vermeiden. Das sind Peanuts im Vergleich zu den Kosten von EEG, Braunkohleabgabe oder Abwrackprämien für Öl- und Gasheizungen“, kritisiert der Ökonom.

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„Wo diese 22 Millionen Tonnen tatsächlich vermieden werden, bliebe dem Markt überlassen. Es würde dort geschehen, wo die Kosten am geringsten sind“, schreibt Haucap. Gabriels Kohleabgabe verhindere das. „Wer mit neuen Klimaabgaben am Energiesystem herumdoktert, erreicht vor allem dies: Immer mehr Beobachtern wird klar, wie chaotisch, teuer und ineffizient unsere Energiewende ist.“

Das deutsche EEG hält Haucap für „unglaublich teuer und klimapolitisch weitgehend wirkungslos“. Der Ökonom: „Es werden Milliardenbeträge umverteilt, aber der CO2-Ausstoß reduziert sich nicht, weil es sich um einen nationalen Alleingang ohne Verschränkung mit dem EU-ETS handelt“, schreibt Haucap. Weil der CO2-Ausstoß in der EU durch das EU-ETS gedeckelt sei, führe „das EEG nur zu einer Verlagerung des CO2-Ausstoßes zwischen Sektoren und Ländern, nicht aber zu einer europaweiten Reduktion. Aus ökonomischer Perspektive ist das eine Tragödie.“

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