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Kommentar CO2-Einlagerung: Die Feigheit vor den Panikmachern

von Ferdinand Knauß

Das Gesetz über die Kohlendioxid-Speicherung zeigt, wie schwach die Politik gegenüber technikfeindlicher Panikmache ist.

Ein Protestschild auf einem Feld in der Nähe des schleswig-holsteinischen Ortes Hattstedt. Quelle: dpa
Ein Protestschild auf einem Feld in der Nähe des schleswig-holsteinischen Ortes Hattstedt. Quelle: dpa

Bundestag und Bundesrat haben sich auf ein Gesetz geeinigt, das möglicherweise nie angewendet werden wird. Die Verpressung von Kohlendioxid in tiefen Erdschichten (CCS), die es formal ermöglicht, ist damit in Deutschland de facto vermutlich begraben. Grund dafür ist die Klausel, die den betroffenen Ländern ein Vetorecht gibt. Schleswig-Holsteins Umweltminister hat schon angekündigt,  dass er davon Gebrauch machen wird.  Schleswig-Holstein und Niedersachsen, wo die meisten möglichen Speichergebiete liegen, hatten 2011 erfolgreich gegen das ursprüngliche CCS-Gesetz rebelliert, das kein Vetorecht vorsah.

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Gewonnen haben die Panikmacher

Auch wenn sie jetzt über das Gesetz klagen, so sind die eigentlichen Gewinner doch die Panikmacher, die eine Technologie verteufeln, bevor sie überhaupt einigermaßen erforscht ist. Die professionellen Empörungsorganisationen, allen voran Greenpeace, haben die verständliche Unsicherheit und das Unwissen der Bürger perfide ausgenutzt. Vattenfall hatte vor der öffentlichen Empörung kapituliert und seine Pläne für ein CCS-Kohlekraftwerk im brandenburgischen Jänschwalde Ende 2011 aufgegeben. Konzernchef Tuomo Hatakka hat heute schon angekündigt, dass das Projekt nicht erneuert wird.

Greenpeace weiß, wie man solche Schlachten um die politische Willensbildung gewinnt. Indem man mit Worten und theatralischen Auftritten Ängste und Empörung schürt. Entscheidend für ihren Sieg war ein einziges Wort: „CO2-Endlager“. Mit diesem Kampfbegriff meist garniert mit einer Gasmaske hoben sie das Spurengas, das wir mit jedem Atemzug in unsere Lungen aufnehmen, auf eine Stufe mit nuklearem Müll. Ein „Endlager“ will natürlich kein Bürger in seiner Gemeinde haben – und kein Ministerpräsident in seinem Land.

Die Büttel der Empörungsindustrie

Vor allem die CDU und die von ihr geführten Bundesministerien für Forschung und Umwelt zeigten, wie schwach, ja fast wehrlos sie sind, wenn es um die politische Willensbildung in zentralen Zukunftsfragen geht. Die Feigheit vor der Polemik war grenzenlos. Vor dem Furor von Greenpeace, BUND und anderen Organisationen kuschten die Regierungsparteien in Bund und Ländern. Niemand versuchte auch nur ansatzweise die öffentliche Diskussion zu versachlichen. Kein Bundesminister und kein Ministerpräsident hatte bisher den Mut zu sagen, dass es auch darum geht, ergebnisoffene Forschung zu ermöglichen. Und all das in einem Land, das entschieden hat, ohne Kernenergie den Klimawandel zu bekämpfen.

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Greenpeace hat der SPD vorgeworfen, sich mit ihrer Zustimmung zu dem Gesetz zum "Büttel der Kohleindustrie" zu machen. Tatsächlich haben sich Politiker im Bund und in den betroffenen Ländern mindestens ebenso zum Büttel der Empörungsindustrie machen lassen. Die Geschichte der Kohlendioxid-Speicherung ist für die politische Klasse in Deutschland wahrlich kein Ruhmesblatt.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 29.06.2012, 12:12 UhrMaxito

    Der Artikel ist politisch völlig inkorrekt!

    Regel Nummer 1:
    Greenpeace, BUND etc. sind das Gewissen der Menschheit!

    Regel Nummer 2:
    Diese Organisationen haben die einzigen glaubwürdigen Experten für alles und jedes. Andere "Experten" sind generell gekauft und daher selbstverständlich unglaubwürdig.

    Regel Nummer 3:
    Diese Organisationen haben keine Eigeninteressen und tun alles nur, weil sie so gute Menschen sind!

    Regel Nummer 4:
    Kriminelle Akte die von diesen Organisationen begangen werden, dienen nur der guten Sache und sind daher zu tolerieren und zu bejubeln.
    (Kleiner Tip zur Wiedergutmachung, lieber Herr Knauß.)

    Regel Nummer 5:
    Wer es wagt, diese Organisationen zu kritisieren oder gar eine eigene abweichende Meinung zu haben, ist automatisch ein Krimineller (Atom-, Kohle-, Mobilfunk-, Gentechnik-, XYZ-MAFIA).

  • 29.06.2012, 09:03 UhrB_B

    Von manchen Autoren kan nman einiges lernen. Die einen bereichern mit Wissen, andere wiederum scheinen sich überhaupt keine Gedanken um Peinlichkeit zu machen. Beeindruckend! Einfach mal drauf los schreiben, wird schon! Fakten checken? Bisschen googeln? Ne, ich muss noch Fussball kucken, keine Zeit. Wird schon.

    Die WW muss ein geduldiger Arbeitgeber sein...

    Ich kann den beiden vorherigen Kommentatoren nur Recht geben. Sich über "nützliche Idioten" der Panikmacher zu empören und selbst der durch gewisse Kreise seit 20 Jahren penetrierten und dabei wissenschaftlich völlig haltlosen Co2 Panik durchaus nützlich das Wort zu schreiben - das nenne ich peinlich.

    Beste Grüße

    BB

  • 28.06.2012, 14:44 UhrMV_

    Herr Knaus, auf dem ersten Blick haben Sie natürlich völlig Recht. Ist Ihnen jedoch nicht der Gedanke gekommen, dass bereits die ganze Klimahysterie völliger Humbug ist und dass es ökonomisch kompletter Wahnsinn wäre, von Kraftwerken das CO2 abzuscheiden um es dann im Boden zu speichern? Möglicherweise versucht die Bundesregierung, die Geister des Zauberlehrlings wieder los zu werden und nutzt die Öko-Hysteriker als nützliche Idioten. Das CO2-Fenster in der Atmosphäre ist selbst laut Aussage der größten Panikmacher seit vielen Jahren zu - ein Mehr an CO2 kann ergo zu keiner weiteren Erderwärmung führen, selbst wenn ein solcher Einfluss in signifikanter Form vorläge, weshalb sollten wie also CO2-Ausstoß vermeiden und dafür dermaßen viel Mittel verwenden? Zudem ist mit CO2 nicht zu spaßen, im Kalibegbau in Deutschland (K+S) kommen trotz höchster Sicherheitsstandards immer mal wieder Bergleute ums Leben, wenn es einen CO2-Ausbruch gibt (im Kalisalz existieren nämlich CO2-Blasen). Da das Zeug schwerer ist als Luft, verdrängt es schlicht den Sauerstoff, weshalb eine Gasmaske, wie von den Demonstranten gezeigt, gar nichts nützen würde, man erstickt einfach, daher sind in deutschen Kaligruben auch sauerstoffabgebende "Sebstretter" vorgeschrieben.

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