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CO2-Emmissionen: Die Gegner der Klimadebatte

von Steffi Augter (Berlin)

Forscher, die den Einfluss des Menschen auf den Klimawandel bestreiten, wurden bislang ignoriert. Jetzt melden sie sich zu Wort. Ein Ortstermin.

Ein Klima schädigendes Quelle: dpa
Ein Klima schädigendes Braunkohlekraftwerk stößt hinter dem Ort Neurath Rauch aus, während im Vordergrund Autos über eine Straße fahren. Quelle: dpa

Im Mittelalter wurden Hexen verfolgt, weil sie im Verdacht standen, mit dem Teufel im Bund zu sein – heute tritt an ihre Stelle das Kohlendioxid. Peter Dietze lässt diesen Satz kurz wirken, dann fährt er fort. Der Elektrotechniker, einst Entwicklungsingenieur bei Siemens, ärgert sich über die, wie er sagt, „Klima-Hysterie“. Mit Wissenschaft habe die Diskussion nichts mehr zu tun, der von Treibhausgasen verursachte Klimawandel sei zum populären Mythos verkommen, von dem Politaktivisten und Ideologen profitierten. Ein Viertel seines Lebens widmete der 66-Jährige der Forschung an Klima- und Kohlenstoffmodellen, er kennt die Argumente der selbst ernannten Klimaretter – und widerlegt sie Schritt für Schritt.

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Seine Thesen würden andernorts wütenden Protest provozieren – doch im Düsseldorfer Stahl-Zentrum trifft er auf zustimmend murmelndes Publikum. Kein Wunder: Die energieintensive Branche sieht sich von der deutschen Klimapolitik und vor allem vom Emissionshandel in ihrer Existenz bedroht. Der Verband lädt also nicht ganz selbstlos zur „Kontroverse um Klimawandel“ ein. Im holzgetäfelten großen Saal geht es an diesem Mittwochnachmittag um den Einfluss von CO2 im Speziellen und um die Energiepolitik im Allgemeinen. Fast unschuldig lautet die Frage im Programmheft: Ist Klimaschutz in der gegenwärtigen Form wirklich sinnvoll? Die Antwort geben alle Redner unisono: Natürlich nicht!

Die Gegner der Klimadebatte, die sich lange völlig isoliert fühlten, verschaffen sich mittlerweile Gehör. Die ergraute Eminenz der Naturwissenschaften tauscht Erkenntnisse der Strahlenphysik aus, spricht über die Rolle der Wolken und des Wasserdampfs, schwebt wortgewandt und zahlenlastig von der Atmosphäre über die Biosphäre bis zur Geosphäre, begibt sich in Warm- und Eiszeiten der Erdgeschichte und stellt nüchtern fest: Klimawandel gab es schon immer. Statt kostspielige Methoden zu dessen Vermeidung auszuhecken, sollte die Politik sich lieber darauf verständigen, wie sich der Mensch dem natürlichen Klimawandel anpassen kann.

Die Ideen sind so alt wie ihre Vertreter. Ob nun zyklische Schwankungen der Sonnenaktivität für den Klimawandel sorgen, Methan und Lachgas dem Ganzen stärker einheizen oder Mutter Erde demnächst sogar wieder eine Eiszeit blüht – Kritik an den Thesen der Klimatologen, die sich auf das Treibhausgas Kohlendioxid eingeschossen haben, gab es schon immer vonseiten der Wissenschaft. Um die Kritiker ist es allerdings zwischenzeitlich still geworden – seit der UN-Klimabericht im vergangenen Jahr Horrorszenarien von schmelzenden Polkappen, ansteigendem Meeresspiegel, Wirbelstürmen, aber auch Dürren entwarf. Schuld, das ist dem Interngovernmental Panel on Climate Change (IPCC) zufolge nun bewiesen, sei der Mensch – und der soll den Klimawandel nun aufhalten.

Doch das komplexe Klimasystem lässt sich nicht vom Menschen kontrollieren, sagen die Skeptiker. Eisern forschen sie gegen die Mehrheitsmeinung an – und fühlen sich trotzdem von Politik und Medien ignoriert. Weder beim UN-Bericht noch im offiziellen Rahmen der Klimakonferenz auf Bali kamen sie zu Wort. Ein Brief von 100 Wissenschaftlern – darunter renommierte Physiker, Chemiker, Meteorologen und Geologen aus aller Welt – an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon blieb unbeantwortet. Kritische Artikel veröffentliche die Presse kaum noch, beklagt Horst Malberg, früher Leiter des Instituts für Meteorologie an der Freien Universität Berlin. Einzelkämpfer gründen inzwischen Vereine wie das Europäische Institut für Klima und Energie (EIKE) und verbreiten fleißig Gegenstudien – bisher jedoch ohne Erfolg.

Je länger sich der Streit hinzieht desto schärfer wird auch die Tonlage. Stefan Rahmsdorf vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK) – für Kritiker der Tempel der Hysterie – bezeichnet seine Widersacher schon mal als „Klimaleugner“. Der Chef des UN-Klimarats, Rajendra Pachauri, soll sogar den dänischen Statistikprofessor Björn Lomborg, der mit seinem Buch „Apokalypse No“ gegen den Klimastrich bürstete, mit Adolf Hitler verglichen haben.

Ingenieur Dietze, selbst Gutachter des dritten UN-Klimaberichts, wirft dem Gremium inzwischen „realitätsferne Szenarienrechnungen“ vor. Die Modelle stützen sich auf Zahlen, die etwa bei der Klimasensibilität von Kohlendioxid um den Faktor vier zu hoch seien – und komme so zu drastischen Ergebnissen. Die ganze Aufregung um CO2 sei absurd, Klimaschutz habe nur symbolischen Wert und werde als Groteske in die Annalen der Geschichte eingehen. Oder wie ein Teilnehmer der Veranstaltung die Diskussion in der Kaffeepause zusammenfasste: „Nachhaltig ist in der Klimapolitik nur eines – der Schaden für die deutsche Wirtschaft.“

35 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 06.11.2009, 07:37 UhrAnonymer Benutzer: grützi

    @enger
    Hätten Sie damals in der Schule nur aufgepasst...
    Photosynthese läuft veinfacht nach dieser Funktion ab:
    CO2 + 4H --Licht--> CH2O + H2O
    Dieser Vorgang findet auch veinfacht gesagt in die andere Richtung statt. Das ist Tageszeitabhängig. Die erste Richtung überwiegt allerdings.
    Wäre dies nicht so, müssten Sie uns jetzt erklären, warum der Sauerstoffanteil der Luft nicht sinkt. Oder verbrauchen wir Menschen gar keinen Sauerstoff, genauso wie die Pflanzen kein CO2 verbrauchen?

  • 10.08.2009, 12:40 UhrAnonymer Benutzer: hopegro

    Sehr geehrter Herr Enger,

    Sie meinen also, dass das Kohlendioxid nicht für die Temperaturerhöhung der Erdatmosphäre verantwortlich ist?

    bei allem Respekt für ihre Arbeiten, muss ich Sie hier korrigieren! ich denke, in diesem Fall existiert ein Paradoxon. Die Wissenschaft sagt, das der erhöhte Ausstoß von Kohlendioxid zum Treibhaus-Effekt führt. ihre Aussage hingegen beinhaltet, das Kohlendioxid sofort aufgespalten wird und somit in der Atmosphäre nicht mehr vorhanden ist um zu einem Treibhaus-Effekt zu führen. Richtig?

    im Prinzip ist es sogar so, das beide Seiten Recht haben. Nur die Ansätze korrespondieren nicht miteinander.

    Die Wissenschaft geht davon aus, das der erhöhte Ausstoß von Kohlendioxid von der Erde nicht abgebaut werden kann und somit zu einer erhöhten Konzentration in der Atmosphäre führt, das wiederum den besagten Treibhaus-Effekt verursachen soll.
    in ihren Versuchen haben Sie aber eindeutig festgestellt, dass das Kohlendioxid abgebaut wird. Sie stellten einen Druckabfall mit einer Temperaturerhöhung fest.

    Übertragen Sie diese Feststellungen auf die globale Ebene, so muss doch hier festgestellt werden, je mehr Kohlendioxid produziert wird, um so größer muss doch der Effekt der Temperaturerhöhung global feststellbar sein. Und genau das wird ja momentan festgestellt. Die Erdtemperatur hat sich geringfügig erhöht und die Folgen des Druckabfalls bekamen wir in den letzten Jahren in Form von verheerenden Stürmen und Unwettern zu spüren.

    Selbst wenn Sie mit ihrer Theorie Recht haben, welche ja noch wissenschaftlich bewiesen werden müsste, wäre Kohlendioxid für die gegenwärtige Klimadebatte ursächlich. Damit scheint tatsächlich das Kohlendioxid verantwortlich zu sein, aber höchstwahrscheinlich nicht in Form des Treibhaus-Effektes. Das heißt, der Weg der Verringerung der Kohlendioxid-Emission ist richtig und nicht wie von ihnen propagiert – eine These, die der Abzocke dienen soll!


    Hopegro

  • 24.07.2009, 16:45 UhrAnonymer Benutzer: Dieter Enger

    Hallo,

    Das Eigentor von Politik und Wissenschaft.

    Die Wissenschaft und Politik verbreitet falsche Aussagen, in dem sie behaupten: Pflanzen nehmen CO2 auf und geben Sauerstoff ab.
    Solche Versuche sind von der Wissenschaft bis heute nicht durchgeführt worden.
    indem man wie in meinem Schreiben dargestellt in ein Aquarium drei Wasserpestpflanzen einsetzt und mit einer durchsichtigen Kunststoffplatte mit einem Loch, woran ein CO2 Messgerät angebaut wurde luftdicht mit Kinderknetgummi das ganze dann verschließt.
    Zwei Hologenscheinwerfer a. 150 Watt rechts und links im Abstand installiert, so das die Wärme der Halogenscheinwerfer das Wasser im Aquarium nicht aufwärmt.
    Jeder kann dann sehen, wie die CO2 Werte auf dem CO2 Messgerät ansteigen, d..h. die Pflanzen produzieren nur CO2 und keinen Sauerstoff. Ein betrug ist hier nicht möglich.
    Damit ist unwiderlegbar nachgewiesen auf eine einfach Weise, dass die Aussagen der Wissenschaft falsch sind und danach die Pflanzen die größten Umweltverschmutzer sind, weil die Pflanzen mehr CO2 produzieren als der Mensch mit seiner ganzen Technik an CO2 produziert. Natürlich sind dann auch die CO2 Steuern, die wir auf alle Energie u.a. Heizung und Strom zahlen, nicht mehr gerechtfertigt.

    Jeder kann diesen Nachweis überprüfen, dafür braucht keiner einen Dr. oder Prof. oder eine einzige Formel zu kennen, sondern nur die CO2 Werte von dem CO2 Messgerät ablesen. Fehler können ausgeschlossen werden.

    Siehe internet. unter www.fehler-der-wissenschaft.de

    Wer beweist mir unter den gleichen bedingungen, das meine Aussagen falsch sind und die Wasserpestpflanzen im Aquarium Sauerstoff abgeben und nicht wie ich nachgewiesen habe CO2 abgeben


    Dieter Enger

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