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KommentarContra: Raab hat Chance vertan

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Stefan Raab kann zwar vieles - Polittalk gehört nicht dazu.

von Oliver Voß

Eine neue Form des Polittalks im deutschen Fernsehen wäre zwar nicht schlecht, doch Entertainer Stefan Raab erfüllt diese Hoffnung leider nicht.

Stefan Raab macht eine Polittalkshow. Großartig!, dachte ich zuerst, denn wenn einer das immer gleiche Illnerwilljauch-Einerlei beleben kann, dann der Pro7-Entertainer. Doch schon das Hickhack um die Gäste ließ erste Zweifel aufkommen. Erst sagten die Piraten ihre Teilnahme ab, dann wurde der Grüne Volker Beck ausgeladen, angeblich auf Betreiben von Umweltminister Peter Altmaier, der das allerdings energisch dementierte und dann prompt selbst absagte. Was auch immer da wirklich schiefgelaufen ist: unprofessioneller kann man in eine solche Show kaum starten.
In der Folge blieb eine Mischung aus Talkshowstammgästen und Polit-B-Promis übrig: Michael Fuchs (CDU), Thomas Oppermann (SPD), Wolfgang Kubicki (FDP) und Jan van Aken (Linke). Einzig von den Grünen war gar kein Kandidat vertreten – ob sie nicht wollten oder nicht durften, weiß wohl nur der Gastgeber. Doch die Lust mir das Anzusehen, war da auch schon wieder vergangen.

Pro Der große Innovator

Die Raab-Talkshow "Absolute Mehrheit" kommt nicht nur beim Publikum gut an, sondern könnte auch dem Verhältnis von Politik und Show gut tun.

"Absolute Mehrheit - Meinung muss sich wieder lohnen" Quelle: obs

So habe ich nur eine halbe Stunde vor Schluss reingeschaltet, immerhin noch rechtzeitig um zu Hören wie es um das Internet ging. Die Debatte erinnerte ein wenig an Russland, wo Putin gerade versucht die Freiheiten massiv einzuschränken. Auch Raab stellte fest, im Netz könne ja jeder Purzel23 ungeprüft und anonym reinschreiben, was er will und wollte von den Politikern wissen, ob sie nicht eine Klarnamenpflicht einführen wollten. Ausgerechnet der Liberale und Publikumsliebling Kubicki pflichtete ihm bei. Michael Fuchs, von dessen Partei man sonst eher Forderungen nach mehr Kontrolle im Internet vernimmt, bildete dagegen mit dem Linken van Aken die Koalition der Skeptiker. Zumindest überraschende Positionen lieferte die Sendung also.
Doch sonst war das ganze ziemlich enttäuschend. Der Eindruck spiegelte sich auch bei Twitter, wo kritische Kommentare dominierten: „Absolute Mehrheit war ja wohl mal nüscht... schade um die verlorene Lebenszeit“, schrieb @annaberta1981. Nerdlicht stellte fest: „Darf ich zusammenfassen, dass meine Timeline #AbsoluteMehrheit eher so mittel fand? Dann hätte ich ja nix verpasst.“ Die Piratenpartei war offensichtlich froh, dort gar nicht erst vertreten zu sein.

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Argumente dafür, mir die nächste Ausgabe von „Absolute Mehrheit“ anzusehen, sind das nicht. Und ob die Gäste nach solchen Kritiken besser werden, darf man auch bezweifeln. Dabei gibt es wirklich gute Ansätze, Politik in frischer, frecher Form zu vermitteln. Wie Oliver Welke in der „Heute Show“ am Freitag Wolfgang Kubicki interviewt hat beispielsweise und auch Benjamin von Stuckrad-Barre zeigt da manchmal gute Ansätze.
Raab jedoch hat den Polittalk nicht neu erfunden und das wird sich nach der ersten großen Neugier wohl auch in den Quoten zeigen.

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